Nasenbluten – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
Ursachen und Symptome
Nasenbluten, medizinisch Epistaxis genannt, ist ein sehr häufiges und in den allermeisten Fällen harmloses Ereignis. Die Nasenschleimhaut ist außerordentlich gut durchblutet und von einem feinen Gefäßgeflecht durchzogen. Besonders am vorderen Teil der Nasenscheidewand liegt ein empfindliches Gefäßgebiet (der sogenannte Locus Kiesselbachi), aus dem der Großteil aller Blutungen stammt. Schon eine kleine Verletzung oder Austrocknung genügt hier, um eine Blutung auszulösen.
Zu den häufigsten Ursachen zählen trockene Schleimhäute durch Heizungsluft im Winter oder trockenes Raumklima, mechanische Reizung durch Naseputzen, Nasebohren oder Fremdkörper, Erkältungen und allergischer Schnupfen sowie die häufige Anwendung abschwellender Nasensprays. Auch ein Schlag oder Sturz auf die Nase kann eine Blutung verursachen. Seltener stehen dahinter allgemeine Ursachen wie stark erhöhter Blutdruck, die Einnahme blutverdünnender Medikamente, Gerinnungsstörungen oder ein Mangel an Vitaminen, die die Gefäßwände betreffen.
Typischerweise tritt die Blutung einseitig aus dem vorderen Nasenbereich auf und lässt sich mit dem richtigen Vorgehen innerhalb weniger Minuten stillen. Als Warnzeichen gelten dagegen sehr starke oder lang anhaltende Blutungen, häufig wiederkehrendes Nasenbluten, Blutungen nach einem Unfall sowie begleitende Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen oder auffällige blaue Flecken am Körper. In solchen Fällen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Naturheilkundliche Ansätze zielen bei Nasenbluten vor allem auf gepflegte, widerstandsfähige Schleimhäute und die allgemeine Gefäßgesundheit ab. Die folgenden Pflanzen und Nährstoffe werden traditionell in diesem Zusammenhang geschätzt – sie ersetzen jedoch bei häufigem oder starkem Nasenbluten keine ärztliche Abklärung:
- Schafgarbe: Die Schafgarbe wird in der traditionellen Kräuterkunde seit jeher zur Pflege beanspruchter Schleimhäute geschätzt und volkstümlich bei kleinen Blutungen begleitend verwendet.
- Brennnessel: Die Brennnessel ist reich an Eisen und Vitamin C und wird traditionell als kräftigende, mineralstoffreiche Pflanze zur allgemeinen Unterstützung geschätzt.
- Vitamin C: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße bei und wird daher gern als Baustein für widerstandsfähiges Gefäß- und Bindegewebe genutzt.
- Kieselerde: Kieselerde (Silicium aus dem Ackerschachtelhalm) wird traditionell zur Unterstützung von festem Binde- und Stützgewebe geschätzt.
- Hamamelis: Die Zaubernuss ist reich an zusammenziehenden Gerbstoffen und wird traditionell äußerlich zur Pflege gereizter, empfindlicher Haut- und Schleimhautpartien geschätzt.
Anwendung im Alltag
Im akuten Fall gilt: Bewahren Sie Ruhe, setzen Sie sich aufrecht hin und neigen Sie den Kopf leicht nach vorne – nicht in den Nacken, damit kein Blut in den Rachen läuft. Drücken Sie die weichen Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger etwa zehn Minuten ohne Unterbrechung fest zusammen und atmen Sie durch den Mund. Ein kühler, feuchter Umschlag oder ein Kühlpack im Nacken kann die Blutung zusätzlich zum Stillstand bringen. Verzichten Sie danach für einige Stunden auf kräftiges Naseputzen. Zur Vorbeugung hilft eine gute Schleimhautpflege: sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen, trinken Sie ausreichend, und befeuchten Sie trockene Nasenschleimhäute mit Meersalz-Nasensprays oder pflegenden Nasensalben aus der Apotheke.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Nasenbluten häufig wiederkehrt, besonders stark ist oder sich trotz korrekten Zusammendrückens nach etwa 20 Minuten nicht stillen lässt. Ärztlich abgeklärt gehören außerdem Blutungen nach einem Sturz oder Schlag auf Kopf und Gesicht, Nasenbluten unter blutverdünnenden Medikamenten sowie Blutungen, die von auffälligen blauen Flecken, Zahnfleischbluten, Schwindel oder Kreislaufproblemen begleitet werden. Auch bei bekanntem Bluthochdruck und bei wiederholtem Nasenbluten von Kindern ist eine Abklärung ratsam, um die Ursache sicher einzuordnen.
Gegenanzeigen und Hinweise
Naturmittel dienen der Pflege und allgemeinen Unterstützung, sie sind keine Behandlung einer Blutungsursache und ersetzen im Ernstfall nicht die ärztliche Abklärung. Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt oder an einer Gerinnungsstörung leidet, sollte pflanzliche Präparate nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke verwenden. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern ist bei Heilpflanzen und Nahrungsergänzung generell Zurückhaltung und fachliche Beratung angebracht. Führen Sie zur Schleimhautpflege keine harten oder spitzen Gegenstände in die Nase ein.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Ist Nasenbluten gefährlich?
In den allermeisten Fällen ist Nasenbluten harmlos und stammt aus dem gut durchbluteten vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Bei sehr starkem, lang anhaltendem oder häufig wiederkehrendem Nasenbluten sollte die Ursache jedoch ärztlich abgeklärt werden.
Was soll ich im akuten Fall tun?
Aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorne neigen, die Nasenflügel etwa zehn Minuten fest zusammendrücken und durch den Mund atmen. Ein kühler Umschlag im Nacken unterstützt das Stillen der Blutung. Den Kopf nicht in den Nacken legen.
Können Naturmittel Nasenbluten stoppen?
Nein. Naturmittel können eine gute Schleimhautpflege und die allgemeine Gefäßgesundheit begleitend unterstützen, ersetzen aber die Erste-Hilfe-Maßnahmen und bei wiederholtem Nasenbluten die ärztliche Abklärung nicht.
Wann muss ich zum Arzt?
Bei Blutungen, die sich nach 20 Minuten nicht stillen lassen, bei häufigem oder sehr starkem Nasenbluten, nach Verletzungen, unter Blutverdünnern sowie bei begleitendem Schwindel, Zahnfleischbluten oder auffälligen blauen Flecken sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Nasenbluten (Epistaxis)
- Wikipedia (EN): Nosebleed
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Hamamelidis folium (Hamamelis / Zaubernuss)
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Verwandte Themen
- Bluthochdruck: Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
- Erkältung / Grippaler Infekt: Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
- Atemwege: Struktur, Funktion und Gesundheit
- Abwehrkräfte stärken – Natürliche Methoden für ein starkes Immunsystem
- Ohren: Anatomie, Symptome, Naturheilmittel und Pflege
- Mittelohrentzündung: Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung