Bluthochdruck: Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung

Kraeutermax Lexikon Bluthochdruck

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck, medizinisch arterielle Hypertonie, bedeutet, dass der Druck in den Schlagadern dauerhaft erhöht ist. Gemessen werden zwei Werte in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg): der obere, systolische Wert entsteht, wenn das Herz Blut in die Gefäße pumpt; der untere, diastolische Wert beschreibt den Druck in der Entspannungsphase des Herzens.

Ab welchem Wert ist der Blutdruck zu hoch?

Nach den europäischen Leitlinien liegt Bluthochdruck vor, wenn in der Arztpraxis wiederholt Werte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden. Bei der Selbstmessung zu Hause gilt bereits ein Mittelwert ab 135/85 mmHg als erhöht. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie unterscheidet seit 2024 zusätzlich einen Bereich „erhöhter Blutdruck“ von 120–139/70–89 mmHg; Werte darunter gelten als nicht erhöht. Für Menschen, die Blutdrucksenker einnehmen, empfiehlt diese Leitlinie in der Regel einen oberen Zielwert von 120 bis 129 mmHg, sofern er gut vertragen wird. Bei sehr alten oder gebrechlichen Menschen werden Ziel und Behandlung individuell festgelegt.

Bluthochdruck ist sehr häufig und nimmt mit dem Alter zu. Weil er lange keine Beschwerden macht, wissen viele Betroffene nichts davon. Gerade deshalb ist er gefährlich: Unbehandelt schädigt der hohe Druck über Jahre die Gefäßwände und begünstigt Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Vorhofflimmern, Nierenschäden, Netzhautschäden und Demenz. Er ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ursachen

Bei den meisten Betroffenen lässt sich keine einzelne Ursache finden. Man spricht dann von primärer (essenzieller) Hypertonie. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Veranlagung und Lebensstil:

  • Erbliche Veranlagung: Bluthochdruck tritt in Familien gehäuft auf.
  • Alter: Mit den Jahren werden die Gefäße steifer, besonders der obere Wert steigt.
  • Übergewicht, vor allem am Bauch, und Bewegungsmangel.
  • Hoher Kochsalzkonsum und kaliumarme Ernährung mit wenig Obst und Gemüse.
  • Alkohol und Rauchen.
  • Dauerhafter Stress und Schlafmangel.

Seltener ist eine sekundäre Hypertonie Folge einer anderen Erkrankung oder eines Stoffes: etwa Nierenerkrankungen, Hormonstörungen (zum Beispiel ein Überschuss des Hormons Aldosteron oder eine Schilddrüsenüberfunktion), nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe) oder Medikamente wie entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortison, abschwellende Nasensprays und hormonelle Verhütungsmittel. Auch größere Mengen Lakritze bzw. Süßholz können den Blutdruck erhöhen. Besonders bei jungen Menschen, plötzlich auftretendem oder schwer einstellbarem Bluthochdruck sucht die Ärztin oder der Arzt gezielt nach solchen Ursachen.

Symptome

Bluthochdruck verursacht meist lange Zeit keine Beschwerden. Er wird oft zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Mögliche, aber unspezifische Anzeichen sind:

  • Kopfschmerzen, vor allem morgens im Hinterkopf
  • Schwindel, Ohrensausen
  • Nasenbluten
  • Kurzatmigkeit bei Belastung, Herzklopfen
  • Gerötetes Gesicht, innere Unruhe, Schlafstörungen

Fehlende Beschwerden bedeuten also keine Entwarnung. Erwachsene sollten ihren Blutdruck regelmäßig messen lassen, bei Risikofaktoren wie familiärer Belastung, Übergewicht oder Diabetes häufiger.

Heilwirkung

Anwendungsbereiche und gesundheitliche Vorteile:

  • Knoblauch: In Metaanalysen senkten Knoblauchpräparate den Blutdruck bei Hypertonie messbar; eine Arzneibehandlung ersetzen sie nicht.
  • Hibiskus: Hibiskustee senkte in Studien bei leichtem bis mittlerem Bluthochdruck den Blutdruck gegenüber Placebo.
  • Magnesium: Ergänzungen senkten den Blutdruck in Studien geringfügig, vor allem bei Hypertonie oder Magnesiummangel.
  • Kalium: trägt laut EU-Zulassung zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei; reichlich Obst und Gemüse ist die beste Zufuhr.
  • Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA tragen laut EU-Zulassung bei einer täglichen Aufnahme von 3 g zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
  • Rote Bete: Ihr Nitrat kann den Blutdruck kurzfristig etwas senken; die Wirkung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
  • Weißdorn: traditionell bei nervösen Herzbeschwerden; für die Behandlung von Bluthochdruck ist er nicht anerkannt.
  • Mistel: volksmedizinisch bei Bluthochdruck verwendet; eine Wirkung ist nicht ausreichend belegt.
  • Alpha-Liponsäure: wird gelegentlich empfohlen; überzeugende Belege für eine Blutdrucksenkung fehlen.

Was die Studien zeigen

Am besten untersucht ist Knoblauch: Eine aktualisierte Metaanalyse von Ma und Kollegen (2025) mit zwölf Studienberichten fand bei Hypertonie eine Senkung des oberen Wertes um durchschnittlich rund 8 mmHg gegenüber Placebo. Für Hibiskustee (Hibiscus sabdariffa) zeigte eine Metaanalyse von Abdelmonem und Kollegen (2022) mit 13 Studien und über 1.200 Teilnehmenden eine Senkung um etwa 7/4 mmHg gegenüber Placebo; im Vergleich mit Blutdruckmedikamenten war kein Unterschied nachweisbar, die Studien waren aber klein. Für Magnesium ergab die Metaanalyse von Argeros und Kollegen (2025) mit 38 Studien eine Senkung um rund 2,8/2,1 mmHg, stärker bei Menschen mit Bluthochdruck unter Medikation oder mit Magnesiummangel.

Die Weißdorn-Monographie der Europäischen Arzneimittel-Agentur nennt nervöse Herzbeschwerden, nicht Bluthochdruck. Zur Mistel hat die Agentur keine Monographie, sondern nur eine öffentliche Stellungnahme veröffentlicht. Alle genannten Mittel können eine ärztlich verordnete Therapie bestenfalls ergänzen – niemals ersetzen.

Was Sie selbst tun können

Die wirksamsten nicht-medikamentösen Maßnahmen sind gut belegt und senken den Blutdruck oft um mehrere mmHg – manchmal so viel wie ein Medikament:

  • Salz reduzieren: weniger Fertigprodukte, Wurst, Käse und Knabbereien; mit Kräutern statt Salz würzen.
  • DASH- oder Mittelmeerkost: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Olivenöl, wenig rotes Fleisch und Zucker. In einer Metaanalyse von Filippou und Kollegen (2020) mit 30 Studien und über 5.500 Teilnehmenden senkte die DASH-Kost den Blutdruck bei Menschen mit und ohne Hypertonie, den oberen Wert im Mittel um gut 3 mmHg.
  • Gewicht normalisieren: schon wenige Kilo weniger wirken sich messbar aus (siehe Abnehmen).
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauertraining an den meisten Tagen der Woche, ergänzt durch Kraft- und isometrische Übungen.
  • Alkohol meiden oder stark einschränken und mit dem Rauchen aufhören.
  • Stress abbauen und ausreichend schlafen: Entspannungsverfahren, Atemübungen, Yoga oder Meditation können helfen.
  • Selbst messen: morgens und abends im Sitzen nach einigen Minuten Ruhe, mit einem geprüften Oberarmgerät, und die Werte notieren.
  • Medikamente regelmäßig einnehmen: verordnete Blutdrucksenker nie eigenmächtig absetzen, auch wenn die Werte gut sind.

Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungen können mit Blutdrucksenkern zusammenwirken, sodass der Druck zu stark fällt; Knoblauch und Omega-3-Fettsäuren können außerdem die Blutgerinnung beeinflussen. Besprechen Sie die Einnahme daher vorab mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Wann zum Arzt?

Wer wiederholt Werte ab 140/90 mmHg (zu Hause ab 135/85 mmHg) misst, sollte das ärztlich abklären lassen. Sofort ärztliche Hilfe – Notruf 144 – ist nötig bei:

  • sehr hohen Werten (etwa ab 180/120 mmHg) zusammen mit Beschwerden wie starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Verwirrtheit oder Nasenbluten, das nicht aufhört,
  • Brustschmerz, Engegefühl oder Atemnot,
  • Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprach- oder Sehstörungen (Verdacht auf Schlaganfall),
  • erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft mit Kopfschmerzen, Augenflimmern, Oberbauchschmerzen oder plötzlichen Wassereinlagerungen.

Auch in der Schwangerschaft, bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Bluthochdruck, der sich trotz Behandlung nicht einstellen lässt, gehört die Betreuung in ärztliche Hände.

Geschichte und Überlieferungen

Den Puls und seine „Härte“ deuteten Ärzte schon in der Antike, gemessen werden konnte der Blutdruck jedoch erst viel später. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der italienische Arzt Scipione Riva-Rocci die Oberarmmanschette, und der russische Arzt Nikolai Korotkow beschrieb 1905 die Strömungsgeräusche, mit denen bis heute systolischer und diastolischer Wert bestimmt werden. Wirksame Blutdruckmedikamente gibt es erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. In der Volksmedizin wurden Knoblauch, Mistel und Weißdorn seit langem bei „Herz und Kreislauf“ eingesetzt – mit sehr unterschiedlicher Beleglage aus heutiger Sicht.

Häufige Fragen und Antworten

  1. Kann ich Bluthochdruck durch Ernährungsumstellung allein behandeln?
    In einigen Fällen kann eine gesunde Ernährung und Lebensweise dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Bei schwerwiegender Hypertonie ist jedoch oft eine medikamentöse Behandlung erforderlich.
  2. Welche Rolle spielt Stress bei Bluthochdruck?
    Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  3. Sind alle natürlichen Heilmittel sicher?
    Natürliche Heilmittel können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. Konsultieren Sie daher immer einen Arzt oder Apotheker, bevor Sie sie verwenden.
  4. Welche Rolle spielt die Genetik bei Bluthochdruck?
    Die Veranlagung zu Bluthochdruck kann genetisch bedingt sein. Es ist wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu überwachen, wenn familiäre Vorbelastungen bestehen.
  5. Welche Lebensstiländerungen können bei Bluthochdruck helfen?
    Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, Salzreduktion, regelmäßige Bewegung und Alkohol- sowie Nikotinkonsumverzicht können dazu beitragen, den Blutdruck zu senken.
  6. Ab welchem Wert gilt der Blutdruck als zu hoch?
    Nach den europäischen Leitlinien spricht man von Bluthochdruck, wenn in der Arztpraxis wiederholt Werte ab 140/90 mmHg gemessen werden. Bei der Selbstmessung zu Hause gilt bereits ein Durchschnitt ab 135/85 mmHg als erhöht. Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg.

Quellen und weiterführende Informationen

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.