Mittelohrentzündung – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung

Ursachen und Symptome

Die Mittelohrentzündung (medizinisch Otitis media) ist eine Entzündung des luftgefüllten Raums hinter dem Trommelfell. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter, kann aber in jedem Lebensalter auftreten. Häufig entsteht sie im Rahmen oder kurz nach einer Erkältung, wenn Krankheitserreger über die Ohrtrompete (Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr) aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr gelangen.

Begünstigt wird eine Mittelohrentzündung durch eine noch kurze, enge Ohrtrompete bei Kleinkindern, durch vergrößerte Rachenmandeln („Polypen“), durch Infekte der oberen Atemwege sowie durch Tabakrauch in der Umgebung. Typische Symptome sind plötzliche, oft pulsierende Ohrenschmerzen, ein Druck- oder Völlegefühl im Ohr, vermindertes Hören, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Kleine Kinder, die ihre Beschwerden noch nicht benennen können, greifen sich häufig ans Ohr, sind quengelig, weinen und schlafen schlecht.

In vielen Fällen klingt eine unkomplizierte Mittelohrentzündung innerhalb weniger Tage von selbst ab. Es besteht jedoch das Risiko von Komplikationen, etwa einer Ausbreitung der Entzündung. Ein plötzliches Nachlassen der Schmerzen zusammen mit Aussfluss aus dem Ohr kann auf einen Riss des Trommelfells hinweisen. Deshalb ist eine ärztliche Beurteilung wichtig – insbesondere bei Kindern, bei hohem Fieber oder bei länger anhaltenden Beschwerden.

Wichtiger Hinweis: ärztliche Abklärung

Eine Mittelohrentzündung gehört ärztlich abgeklärt. Nur Ärztin oder Arzt können mit dem Ohrenspiegel das Trommelfell beurteilen und entscheiden, ob eine abwartende Behandlung, schmerzlindernde Maßnahmen oder ein Antibiotikum nötig sind. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder allgemeiner Beeinträchtigung ist ein zügiger Arztbesuch erforderlich. Träufeln Sie niemals Öle, Tropfen oder Flüssigkeiten ins Ohr, wenn ein Loch im Trommelfell nicht ausgeschlossen ist – das kann dem Ohr schaden. Naturheilkundliche Maßnahmen können eine ärztliche Behandlung nur begleiten, niemals ersetzen.

Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln

Ergänzend zur ärztlich empfohlenen Behandlung werden in der Naturheilkunde traditionell Pflanzen geschätzt, die den Körper allgemein und die Atemwege unterstützen. Sie werden äußerlich (etwa als Wickel) oder innerlich angewendet – nicht als Tropfen ins Ohr:

  • Kamille: Die Kamille wird traditionell für ihre beruhigenden Eigenschaften geschätzt und volkstümlich in Form warmer Wickel oder Dampfbäder zur Wohltat bei Erkältungsbeschwerden verwendet.
  • Propolis: Propolis, das Kittharz der Bienen, wird in der Volksheilkunde seit langem zur Pflege von Mund- und Rachenraum und zur allgemeinen Unterstützung geschätzt.
  • Echinacea: Der Sonnenhut (Echinacea) wird traditionell begleitend in der Erkältungszeit eingesetzt, um den Körper in der kalten Jahreszeit zu unterstützen.
  • Ingwer: Ingwer wird traditionell als wärmende, wohltuende Wurzel geschätzt und gern als Tee bei Erkältungsbeschwerden genossen.
  • Pelargonie: Die Kapland-Pelargonie wird traditionell zur Unterstützung der Atemwege im Rahmen von Erkältungsinfekten geschätzt.

Anwendung im Alltag

Ein klassisches Hausmittel bei Ohrenschmerzen ist der Zwiebelwickel: fein gehackte Zwiebel in ein dünnes Tuch geben, leicht anwärmen und äußerlich auf das schmerzende Ohr legen – die Zwiebel kommt dabei nie in den Gehörgang. Ebenso werden warme (nicht heiße) Umschläge oder ein Körnerkissen als wohltuend empfunden. Achten Sie auf ausreichend Ruhe, viel Flüssigkeit und eine freie Nasenatmung, denn eine gut belüftete Ohrtrompete unterstützt den Heilungsverlauf. Halten Sie den Gehörgang trocken und meiden Sie Zugluft und Tabakrauch. Alle diese Maßnahmen dienen der Linderung und ersetzen die ärztliche Beurteilung nicht.

Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte jede vermutete Mittelohrentzündung ärztlich abgeklärt werden. Dringend ist der Arztbesuch bei hohem oder anhaltendem Fieber, starken oder zunehmenden Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr, Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, Nackensteife, Benommenheit, Schwindel oder wenn sich die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht bessern. Auch wiederkehrende Mittelohrentzündungen gehören fachärztlich untersucht, um Ursachen und Folgen für das Hören rechtzeitig zu erkennen.

Gegenanzeigen und Hinweise

Geben Sie niemals Öle, Knöbläuche, Tropfen oder andere Substanzen in den Gehörgang, solange ein Trommelfelldefekt nicht ärztlich ausgeschlossen ist. Warme Wickel dürfen angenehm temperiert, aber nie heiß sein, um Hautverbrennungen zu vermeiden – gerade bei Kindern besonders vorsichtig anwenden. Propolis und andere Bienenprodukte können bei entsprechender Veranlagung Allergien auslösen. Pflanzliche Präparate sollten in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke verwendet werden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Muss eine Mittelohrentzündung immer mit Antibiotika behandelt werden?

Nein. Viele unkomplizierte Mittelohrentzündungen heilen von selbst ab, weshalb Ärztinnen und Ärzte häufig zunächst abwarten und die Schmerzen lindern. Ob und wann ein Antibiotikum nötig ist, entscheidet die ärztliche Untersuchung – besonders bei Kindern.

Darf ich Öl oder Zwiebelsaft ins Ohr träufeln?

Nein. Solange ein Loch im Trommelfell nicht ausgeschlossen ist, gehört nichts in den Gehörgang. Der Zwiebelwickel wird ausschließlich äußerlich auf das Ohr gelegt, nicht eingeträufelt.

Wie kann ich Ohrenschmerzen begleitend lindern?

Wohltuend sind angenehm warme (nicht heiße) äußere Wickel, Ruhe, ausreichend Trinken und eine freie Nasenatmung. Diese Maßnahmen ergänzen die ärztlich empfohlene Behandlung.

Wann muss ich mit meinem Kind sofort zum Arzt?

Bei Säuglingen generell, sowie bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr, Schwellung hinter dem Ohr, Nackensteife oder deutlicher Beeinträchtigung des Kindes ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Mittelohrentzündung (Otitis media)
  2. Wikipedia (EN): Otitis media
  3. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Matricariae flos (Kamillenblüten)

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

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