Bindehautentzündung – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
Ursachen und Symptome
Die Bindehautentzündung (medizinisch Konjunktivitis) ist eine Entzündung der dünnen, durchsichtigen Schleimhaut, die das Weiße des Auges und die Innenseite der Lider bedeckt. Sie gehört zu den häufigsten Augenbeschwerden überhaupt und kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Man unterscheidet vor allem eine infektiöse Form (durch Viren oder Bakterien), eine allergische Form (etwa durch Pollen, Hausstaub oder Tierhaare) sowie eine reizbedingte Form (durch Zugluft, Rauch, trockene Luft, Staub, Chlorwasser oder Bildschirmarbeit). Typische Symptome sind gerötete Augen, Juckreiz oder Brennen, ein Fremdkörpergefühl, vermehrter Tränenfluss, verklebte Lider am Morgen sowie – bei bakterieller Ursache – eitriges Sekret. Bei der allergischen Form stehen Juckreiz und Schwellung im Vordergrund, häufig zusammen mit Niesen und fließender Nase.
Viele Bindehautentzündungen sind harmlos und klingen von selbst ab. Infektiöse Formen sind allerdings häufig ansteckend, und eine bakterielle Bindehautentzündung kann eine gezielte, ärztlich verordnete Behandlung erfordern. Deshalb sollten ausgeprägte, eitrige oder anhaltende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Naturheilkundlich stehen bei einer Bindehautentzündung Hygiene, Schonung und sanfte äußere Pflege im Vordergrund. Die folgenden Naturmittel werden traditionell rund um die Augenpartie geschätzt – wegen der Empfindlichkeit des Auges stets vorsichtig, äußerlich und nicht als Einträufelung:
- Augentrost: Der Augentrost (Euphrasia) wird traditionell in der äußeren Pflege und Wohltat rund um die Augen geschätzt.
- Kamille: Kamille wird traditionell für beruhigende, äußere Umschläge geschätzt; am Auge ist jedoch Vorsicht geboten, da sie reizen kann – niemals ins Auge bringen.
- Ringelblume: Die Ringelblume (Calendula) wird in der Naturkosmetik seit langem zur Pflege beanspruchter Haut geschätzt und äußerlich für sanfte Auflagen genutzt.
- Vitamin A: Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft und normaler Schleimhäute bei und ist ein klassischer Nährstoff rund um die Augengesundheit.
- Hamamelis: Die Zaubernuss ist reich an zusammenziehenden Gerbstoffen und wird traditionell äußerlich zur Pflege gereizter Hautpartien geschätzt.
Anwendung im Alltag
Bei einer Bindehautentzündung ist gründliche Hygiene das Wichtigste: Waschen Sie sich häufig die Hände, vermeiden Sie das Reiben der Augen und verwenden Sie eigene, frische Handtücher, die Sie nicht mit anderen teilen. Verklebte Lider lassen sich vorsichtig mit einem sauberen, angefeuchteten Wattepad von außen nach innen reinigen – für jedes Auge ein frisches Pad. Verzichten Sie während der Entzündung auf Kontaktlinsen und Augen-Make-up. Gönnen Sie den Augen Ruhe, meiden Sie Zugluft, Rauch und lange Bildschirmzeiten. Bei allergischer Ursache hilft es, den auslösenden Stoff zu meiden und die Pollenbelastung im Schlafzimmer gering zu halten. Zur Befeuchtung eignen sich Tränenersatzmittel aus der Apotheke.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Ärztlicher Rat ist angezeigt bei starker Rötung, eitrigem Sekret, Schmerzen, Lichtscheu, verschlechtertem oder verschwommenem Sehen sowie bei Beschwerden, die sich nach wenigen Tagen nicht bessern. Bei Neugeborenen und Säuglingen, bei Kontaktlinsenträgerinnen und -trägern sowie bei geschwächtem Immunsystem sollte eine Bindehautentzündung immer ärztlich abgeklärt werden. Eine bakterielle Form gehört gezielt behandelt; ob und welche Behandlung nötig ist, entscheidet die augenärztliche Untersuchung.
Gegenanzeigen und Hinweise
Bringen Sie keine Öle, Tees oder selbst hergestellten Aufgüsse ins Auge – das kann reizen und zusätzliche Keime eintragen. Kamille kann bei Korbblütler-Allergie Reaktionen auslösen, weshalb sie am Auge nur äußerlich und sehr zurückhaltend verwendet wird. Da infektiöse Bindehautentzündungen ansteckend sind, ist konsequente Hygiene wichtig. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollten Anwendungen rund ums Auge nur nach fachlicher Rücksprache erfolgen. Naturmittel dienen der begleitenden Pflege und ersetzen keine ärztlich verordnete Behandlung.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Ist eine Bindehautentzündung ansteckend?
Die infektiösen Formen durch Viren oder Bakterien sind häufig ansteckend und werden meist über die Hände übertragen. Gute Handhygiene, eigene Handtücher und der Verzicht aufs Augenreiben helfen, eine Weitergabe zu vermeiden. Allergische und reizbedingte Formen sind nicht ansteckend.
Kann ich Kamillentee als Augenumschlag verwenden?
Davon wird eher abgeraten, da Kamillentee das Auge reizen und Keime eintragen kann und bei Korbblütler-Allergie Reaktionen auslöst. Zur Befeuchtung sind Augentropfen aus der Apotheke die sichere Wahl.
Wie lange dauert eine Bindehautentzündung?
Viele leichte Formen bessern sich innerhalb einiger Tage. Halten die Beschwerden länger an, sind sie sehr ausgeprägt oder eitrig, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
Wann muss ich zum Arzt?
Bei starken Schmerzen, eitrigem Sekret, Lichtscheu, verschlechtertem Sehen, ausbleibender Besserung sowie bei Säuglingen, Kontaktlinsentragenden und geschwächtem Immunsystem sollten Sie augenärztlichen Rat einholen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
- Wikipedia (EN): Conjunctivitis
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Calendulae flos (Ringelblume)
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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