Trockene Augen – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
Ursachen und Symptome
Trockene Augen – fachlich als Sicca-Syndrom oder Keratoconjunctivitis sicca bezeichnet – entstehen, wenn das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit bildet oder der Tränenfilm zu rasch verdunstet. Der Tränenfilm hält die Augenoberfläche feucht, glättet sie für scharfes Sehen und schützt sie. Ist er aus dem Gleichgewicht, fühlt sich das Auge trocken, müde und gereizt an.
Häufige Ursachen sind langes Arbeiten am Bildschirm mit selteneren Lidschlägen, trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft, Zugluft, Rauch, das Tragen von Kontaktlinsen sowie die nachlassende Tränenproduktion mit zunehmendem Alter, besonders in den Wechseljahren. Auch bestimmte Medikamente und Allgemeinerkrankungen können trockene Augen begünstigen. Typische Symptome sind ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, Brennen, Rötung, Juckreiz, müde und lichtempfindliche Augen sowie – scheinbar widersprüchlich – zeitweise tränende Augen, weil die Reizung die Tränendrüse anregt.
Trockene Augen sind zwar meist harmlos, können aber die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und in ausgeprägten Fällen die empfindliche Hornhaut schädigen. Halten die Beschwerden an oder verstärken sie sich, ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll, um die Ursache zu bestimmen und passende Tränenersatzmittel auszuwählen.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Naturheilkundlich stehen bei trockenen Augen eine gute Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung sowie sanfte, äußere Pflege im Vordergrund. Die folgenden Naturmittel werden in diesem Zusammenhang traditionell geschätzt – sie gehören jedoch nicht ins Auge geträufelt, hierfür sind Augentropfen aus der Apotheke vorgesehen:
- Augentrost: Der Augentrost (Euphrasia) wird bereits seinem Namen nach traditionell in der Pflege und Wohltat rund um die Augen geschätzt und volkstümlich für äußere Umschläge verwendet.
- Hyaluronsäure: Hyaluronsäure ist ein körpereigener Feuchtigkeitsspeicher und wird wegen ihrer wasserbindenden Eigenschaften traditionell mit Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit in Verbindung gebracht.
- Leinöl: Leinöl ist eine reiche pflanzliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) und wird traditionell als wertvoller Baustein einer ausgewogenen Ernährung geschätzt.
- Vitamin A: Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft und normaler Schleimhäute bei und ist damit ein klassischer Nährstoff rund um die Augengesundheit.
- Kamille: Kamille wird traditionell für sanfte, äußerliche Umschläge geschätzt; wegen möglicher Reizungen wird sie am Auge jedoch nur zurückhaltend und niemals eingeträufelt angewendet.
Anwendung im Alltag
Gegen trockene Augen hilft im Alltag vieles: Gönnen Sie den Augen bei Bildschirmarbeit regelmäßige Pausen nach der „20-20-20-Regel“ (alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne blicken) und blinzeln Sie bewusst häufiger. Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, vermeiden Sie direkte Zugluft von Gebläse, Ventilator oder Klimaanlage und trinken Sie über den Tag verteilt genügend Wasser. Warme Lidkompressen und eine sanfte Lidrandpflege können das Wohlbefinden fördern. Eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung mit Leinsamen, Walnuss und fettem Fisch rundet die Pflege von innen ab. Zur direkten Befeuchtung eignen sich Tränenersatzmittel („künstliche Tränen“) aus der Apotheke.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Lassen Sie die Augen untersuchen, wenn die Beschwerden anhalten, immer wiederkehren oder sich verschlimmern, wenn Schmerzen, deutliche Rötung, Lichtscheu oder ein verschlechtertes Sehen hinzukommen oder wenn Kontaktlinsen nicht mehr vertragen werden. Auch bei gleichzeitig trockenem Mund, Gelenkbeschwerden oder anderen Allgemeinsymptomen ist eine ärztliche Abklärung ratsam, da trockene Augen gelegentlich Teil einer zugrunde liegenden Erkrankung sein können. Bei plötzlichen, starken Augenschmerzen oder Sehverlust ist rasch augenärztliche Hilfe nötig.
Gegenanzeigen und Hinweise
Träufeln Sie niemals Öle, selbst hergestellte Aufgüsse, Kamillentee oder andere Hausmittel ins Auge – das kann die empfindliche Augenoberfläche reizen oder Keime eintragen. Zur Befeuchtung sind ausschließlich dafür zugelassene Augentropfen aus der Apotheke geeignet. Kamille kann bei Korbblütler-Allergie Reaktionen auslösen und wird am Auge deshalb nur äußerlich und vorsichtig verwendet. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung; in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestehenden Augenerkrankungen empfiehlt sich eine fachliche Beratung.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Was hilft schnell bei trockenen Augen?
Kurzfristig helfen bewusstes häufigeres Blinzeln, Bildschirmpausen, das Vermeiden von Zugluft und die Anwendung von Tränenersatzmitteln aus der Apotheke. Warme Lidkompressen werden oft als wohltuend empfunden.
Kann ich Kamillentee als Augenumschlag verwenden?
Von Kamillentee direkt am Auge wird eher abgeraten, da er reizen oder Keime eintragen kann und bei Korbblütler-Allergie Reaktionen auslöst. Für die Befeuchtung sind Augentropfen aus der Apotheke die sichere Wahl.
Helfen Omega-3-Fettsäuren bei trockenen Augen?
Eine ausgewogene, an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung wird traditionell als unterstützend für das allgemeine Wohlbefinden geschätzt. Sie ersetzt jedoch keine augenärztliche Abklärung anhaltender Beschwerden.
Wann sollte ich zum Augenarzt?
Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder sich verstärkenden Beschwerden, bei Schmerzen, starker Rötung, Lichtscheu oder verschlechtertem Sehen sowie bei Unverträglichkeit von Kontaktlinsen sollten Sie augenärztlichen Rat einholen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Trockenes Auge (Sicca-Syndrom)
- Wikipedia (EN): Dry eye syndrome
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Matricariae flos (Kamillenblüten)
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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