Infektionskrankheiten: Ursachen, Symptome & was hilft

Kraeutermax Lexikon Infektionskrankheiten

Was sind Infektionskrankheiten?

Von einer Infektion spricht man, wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, sich dort festsetzen und vermehren. Führt das zu Beschwerden, liegt eine Infektionskrankheit vor. Nicht jede Infektion macht krank: Häufig wehrt das Immunsystem die Eindringlinge ab, bevor Symptome entstehen, oder die Infektion verläuft unbemerkt.

Infektionskrankheiten reichen von harmlosen Erkältungen bis zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Weltweit zählen sie – vor allem Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Tuberkulose, Malaria und HIV – nach wie vor zu den wichtigsten Todesursachen, besonders in Ländern mit eingeschränkter medizinischer Versorgung. In Mitteleuropa haben sauberes Trinkwasser, Hygiene, Impfungen und Antibiotika ihre Bedeutung stark verringert. Neue Herausforderungen sind zunehmende Antibiotikaresistenzen sowie Erreger, die von Tieren auf den Menschen überspringen.

Welche Erreger gibt es?

  • Bakterien: eigenständige Einzeller, die sich selbst vermehren. Beispiele sind Streptokokken (Mandelentzündung), Escherichia coli (Harnwegsinfekte), Salmonellen, Borrelien oder Tuberkulosebakterien. Gegen Bakterien wirken Antibiotika.
  • Viren: Sie bestehen im Wesentlichen aus Erbinformation in einer Eiweißhülle und können sich nur in Körperzellen vermehren. Dazu gehören Erkältungs- und Grippeviren, Coronaviren, Noroviren, Herpesviren und das FSME-Virus. Antibiotika wirken gegen Viren nicht.
  • Pilze: etwa Hefepilze (Candida) oder Fadenpilze, die Hautpilz und Nagelpilz verursachen.
  • Parasiten: einzellige Erreger wie Malaria-Plasmodien oder Giardien sowie Würmer.

Ursachen

Ursache jeder Infektionskrankheit ist ein Erreger. Ob und wie schwer jemand erkrankt, hängt aber von der Menge und Aggressivität des Erregers ebenso ab wie von der Abwehrlage des Menschen. Die wichtigsten Übertragungswege sind:

  • Tröpfchen und Aerosole: beim Husten, Niesen und Sprechen, etwa bei Erkältung, Grippe oder COVID-19.
  • Kontakt- und Schmierinfektion: über Hände, Türklinken oder gemeinsam benutzte Gegenstände, typisch für Noroviren und viele Durchfallerreger.
  • Lebensmittel und Wasser: zum Beispiel Salmonellen, Campylobacter oder Listerien; auf Reisen auch verunreinigtes Trinkwasser (Reisedurchfall).
  • Blut und Geschlechtsverkehr: etwa Hepatitis B und C, HIV, Chlamydien.
  • Tiere und Insekten: In Österreich sind vor allem Zecken bedeutsam, die FSME und Borreliose übertragen. Mehr dazu unter Zecken entfernen und Krankheiten vorbeugen.

Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen sowie Personen, deren Abwehr durch Krankheit oder Medikamente geschwächt ist, etwa durch Kortison, Chemotherapie oder Mittel nach Organtransplantation. Auch Schlafmangel, anhaltender Stress, Rauchen und Mangelernährung schwächen die Abwehrkräfte.

Symptome

Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden liegt die Inkubationszeit, die je nach Erreger wenige Stunden bis mehrere Wochen dauert. Viele Infektionen beginnen mit allgemeinen Zeichen, die Ausdruck der Abwehrreaktion sind:

  • Fieber, Schüttelfrost und Schwitzen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit

Dazu kommen Beschwerden, die vom betroffenen Organ abhängen: Schnupfen, Halsschmerzen und Husten bei Atemwegsinfekten (Erkältung, Bronchitis), Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bei Magen-Darm-Infekten, Brennen beim Wasserlassen bei einer Blasenentzündung, Rötung, Schwellung und Eiter bei Haut- und Wundinfektionen sowie Hautausschläge bei vielen Kinderkrankheiten.

Sepsis – der gefährlichste Verlauf

Gerät die Abwehrreaktion außer Kontrolle und schädigt sie die eigenen Organe, spricht man von einer Sepsis, umgangssprachlich „Blutvergiftung“. Sie ist ein Notfall. Warnzeichen sind unter anderem plötzliche Verwirrtheit, schnelle Atmung oder Atemnot, rasender Puls, niedriger Blutdruck, fleckige oder bläulich-blasse Haut, kaum noch Harn sowie ein extremes Krankheitsgefühl – mit hohem Fieber oder auch mit Untertemperatur.

Heilwirkung

Anwendungsbereiche und gesundheitliche Vorteile:

  • Zistrose (Cistus) – reich an Polyphenolen; traditionell als Tee bei Erkältungen und zur Pflege von Mund und Rachen verwendet.
  • Propolis – das Bienenharz wirkt im Labor gegen Bakterien, Viren und Pilze; traditionell bei Halsschmerzen und kleinen Wunden.
  • Milchsäurebakterien – bestimmte Stämme können das Risiko für antibiotikabedingten Durchfall senken.
  • Zink, Vitamin C und Vitamin D – tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei (in der EU zugelassene Aussage).
  • Erkältungspflanzen – Thymian, Holunder- und Lindenblüten, Pelargonienwurzel und Purpur-Sonnenhut sind von der EMA im Bereich Husten und Erkältung beschrieben.
  • Bärentraube und Cranberry – bei Harnwegsinfekten; die Bärentraube ist von der EMA traditionell bei leichten, wiederkehrenden Blasenentzündungen von Frauen anerkannt.
  • Omega-3-Fettsäuren und Reishi – werden zur Unterstützung der Abwehr verwendet; der Nutzen bei Infektionen ist nicht belegt.

Wichtig: Naturheilmittel können bei leichten Infekten Beschwerden lindern und die Genesung begleiten. Eine ernsthafte Infektion behandeln sie nicht, und sie ersetzen weder Impfungen noch notwendige Antibiotika.

Zistrose und Propolis

Die Zistrose (Cistus incanus) ist ein Strauch aus dem Mittelmeerraum, dessen Blätter besonders viele Polyphenole enthalten. Im Labor hemmen ihre Extrakte verschiedene Viren und Bakterien; Studien am Menschen sind klein. Für die nahe verwandte Kretische Zistrose (Cistus creticus) hat die EMA eine Monographie im Bereich Husten und Erkältung veröffentlicht. Propolis, das Kittharz der Honigbienen, enthält unter anderem Flavonoide und Phenolsäuren und wirkt im Reagenzglas antimikrobiell. Klinische Belege sind begrenzt. Propolis ist ein bekanntes Kontaktallergen; wer auf Bienenprodukte oder Perubalsam allergisch reagiert, sollte es meiden.

Atemwegsinfekte

Bei Erkältungen sind mehrere Heilpflanzen von der EMA beschrieben: Thymian bei Husten, Holunderblüten und Lindenblüten bei Erkältungsbeschwerden, die Pelargonienwurzel bei Erkältung sowie Zubereitungen aus dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea). Honig lindert Hustenreiz und gilt bei Kindern über einem Jahr als sinnvolles Hausmittel – Säuglinge unter zwölf Monaten dürfen wegen des Risikos von Säuglingsbotulismus keinen Honig erhalten.

Harnwegsinfekte

Die Bärentraube ist von der EMA als traditionelles Arzneimittel bei leichten, wiederkehrenden Beschwerden der unteren Harnwege bei Frauen eingestuft, sobald eine ärztliche Abklärung erfolgt ist; sie ist nur kurzzeitig anzuwenden und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Für Cranberry gibt es Hinweise, dass sie bei Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen neue Infekte seltener macht; eine bestehende Infektion behandelt sie nicht.

Darmflora, Nährstoffe und Heilpilze

Milchsäurebakterien sind Teil einer gesunden Darmflora, die Krankheitserregern den Platz streitig macht. Für bestimmte probiotische Stämme gibt es Hinweise, dass sie Durchfall während einer Antibiotikatherapie vorbeugen können (siehe Darmaufbau nach Antibiotika). Zink, Vitamin C und Vitamin D sind für die Abwehr unverzichtbar; ein Mangel erhöht die Infektanfälligkeit. Zusätzliche Mengen über den Bedarf hinaus verhindern Infekte bei gut versorgten Menschen jedoch nicht zuverlässig. Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für Herz, Gehirn und Augen; dass sie vor Infektionen schützen, ist nicht belegt. Der Heilpilz Reishi enthält Polysaccharide, die im Labor Immunzellen anregen; aussagekräftige Studien zum Schutz vor Infektionen fehlen.

Was Sie selbst tun können

  • Hände waschen: regelmäßig und gründlich mit Seife, etwa 20 bis 30 Sekunden lang – besonders nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Nach-Hause-Kommen.
  • Husten- und Niesetikette: in die Armbeuge husten oder niesen, Taschentücher nur einmal verwenden.
  • Impfschutz prüfen: Der österreichische Impfplan empfiehlt Impfungen unter anderem gegen Grippe, FSME, Masern, Keuchhusten und – je nach Alter – Pneumokokken und Gürtelrose. Lassen Sie Ihren Impfpass ärztlich oder in der Apotheke durchsehen.
  • Lebensmittelhygiene: Fleisch, Geflügel und Eier gut durchgaren, rohe und gegarte Lebensmittel getrennt halten, Kühlkette einhalten.
  • Zeckenschutz: lange Kleidung, nach Aufenthalten im Grünen den Körper absuchen, Zecken rasch entfernen.
  • Gesunder Lebensstil: ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen stärken die Abwehr.
  • Im Krankheitsfall: zu Hause bleiben, sich schonen, viel trinken – bei Fieber und Durchfall besonders wichtig – und andere nicht anstecken.
  • Antibiotika richtig einnehmen: nur nach ärztlicher Verordnung, in der verordneten Dosis und Dauer, nie Reste aufheben oder weitergeben. Das schützt auch vor Resistenzen.

Wann zum Arzt?

Viele leichte Infekte heilen von selbst. Ärztliche Hilfe ist jedoch nötig, wenn:

  • das Fieber über 39 °C steigt, länger als drei Tage anhält oder nach einer Besserung erneut auftritt,
  • Atemnot, Schmerzen in der Brust oder anhaltender Husten mit Fieber auftreten,
  • starker Durchfall oder Erbrechen zu Austrocknung führen (wenig Harn, trockener Mund, Schwindel) oder Blut im Stuhl ist,
  • eine Wunde sich zunehmend rötet, überwärmt, eitert oder ein roter Streifen Richtung Herz verläuft,
  • nach einem Zeckenstich eine sich ausbreitende Rötung („Wanderröte“) oder grippeähnliche Beschwerden entstehen,
  • Säuglinge, Schwangere, ältere oder chronisch kranke Menschen und Personen mit geschwächter Abwehr erkranken.

Sofort den Notruf (144) wählen bei Zeichen einer Sepsis, bei steifem Nacken mit hohem Fieber und starken Kopfschmerzen, bei kleinen punktförmigen Hautblutungen, die sich nicht wegdrücken lassen, bei Bewusstseinstrübung oder Krampfanfällen.

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie kann ich mich vor Infektionskrankheiten schützen?
    Eine gute Händehygiene, Impfungen, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind wichtige Maßnahmen zur Prävention von Infektionen.
  2. Wann sollte ich bei Infektionssymptomen einen Arzt aufsuchen?
    Ärztliche Hilfe ist nötig bei Fieber über 39 °C oder länger als drei Tage, bei Atemnot, Austrocknung durch Durchfall oder Erbrechen, sich ausbreitender Wundrötung oder Wanderröte nach einem Zeckenstich. Säuglinge, Schwangere, ältere und chronisch kranke Menschen sollten früher abklären lassen. Bei Verwirrtheit, rasendem Puls, fleckiger Haut, steifem Nacken oder nicht wegdrückbaren Hautblutungen sofort den Notruf 144 wählen.
  3. Welche Rolle spielt das Immunsystem bei der Abwehr von Infektionen?
    Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Erkennung und Bekämpfung von Erregern, um den Körper gesund zu halten.
  4. Sind Antibiotika immer zur Behandlung von Infektionen erforderlich?
    Nein, nicht alle Infektionen erfordern Antibiotika. Ein Arzt wird entscheiden, welche Behandlung am besten geeignet ist.
  5. Können Infektionskrankheiten auf dem Luftweg übertragen werden?
    Ja, viele Atemwegserreger wie Erkältungs-, Grippe- und Coronaviren werden über Tröpfchen und feine Aerosole beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Abstand, Lüften, Husten in die Armbeuge und in bestimmten Situationen eine Maske verringern das Ansteckungsrisiko.
  6. Was ist der Unterschied zwischen bakteriellen und viralen Infektionen?
    Bakterien sind eigenständige Einzeller, die sich selbst vermehren und mit Antibiotika behandelt werden können. Viren brauchen zur Vermehrung Körperzellen; gegen sie wirken Antibiotika nicht, hier helfen je nach Erreger Impfungen, antivirale Medikamente oder die körpereigene Abwehr. Welcher Erreger vorliegt, kann nur ärztlich sicher festgestellt werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

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