Bärlapp: Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Botanik und Beschreibung
Bärlapp (Gattung Lycopodium) umfasst moosähnliche, immergrüne Gefäßpflanzen, die zu den ältesten Landpflanzen der Erde gehören. Der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum L.) ist in Mitteleuropa die volksmedizinisch bedeutsamste Art. Er wächst in Nadelwäldern und Heiden und ist in vielen Regionen geschützt. Volksmedizinisch werden Sporen (Bärlappsamen, Semen Lycopodii) und das Kraut genutzt.
- Familie: Lycopodiaceae (Bärlapppflanzen)
- Volksname: Wolfsklaue, Schlangenmoos, Hexenmehl (Sporen)
- Verwendete Teile: Sporen (pulvrig, fettartig, wasserabweisend), Kraut
- Schutzstatus: Lycopodium-Arten sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz besonders geschützt
Inhaltsstoffe
- Alkaloide: Lycopodin, Clavolonin, Annotinin u.a. (in Kraut und Sporen); Huperzin A (in verwandter Art Huperzia serrata)
- Fettsäuren: Sporen enthalten fette Öle (ca. 50 %) – daher wasserabweisend
- Flavonoide
- Pollenin (Sporenwand)
Volksmedizinische Anwendungsgebiete
- Bärlappsamen (Sporen) äußerlich: Volksmedizinisch als Pudermittel bei Wundirritation und zum Schutz der Haut (wasserabweisende Eigenschaft); noch heute in manchen Pudern und Medizinprodukten verwendet.
- Homöopathie: Lycopodium ist eines der häufigsten homöopathischen Mittel, eingesetzt bei Verdauungsbeschwerden, Leber-Gallen-Themen und Erkältungsleiden – volksmedizinisch überliefert.
- Kognition (verwandte Art): Huperzin A aus Huperzia serrata (chinesischer Bärlapp) wird in Studien auf kognitive Unterstützung untersucht – eigene Anwendung, keine EU Health Claim.
Anwendung
- Sporen (äußerlich): Als Pudermittel auf gereizte Hautstellen; in Apotheke erhältlich
- Homöopathisch: Lycopodium D6, D12, D30 – gemäß Homöopath oder Dosierungsanleitung
- Huperzin-A-Extrakt: Nur aus Huperzia serrata; gemäß Herstellerangaben
- WICHTIG: Bärlapp-Arten nicht in der Natur sammeln (geschützt!); nur aus kontrollierten Quellen
Geschichte und Überlieferungen
Bärlappsamen (Lycopodium-Sporen) wurden bereits in der antiken Volksmedizin als Pudermittel eingesetzt. Die Sporen wurden früher wegen ihrer Feuereigenschaft (explosive Staubwolke) bei Theatervorführungen verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin ist Qian Ceng Ta (Huperzia serrata) seit Jahrhunderten als Gedächtnismittel überliefert.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
- Innere Anwendung des Krauts: Aufgrund der Alkaloide nicht empfohlen ohne fachliche Begleitung
- Schwangerschaft: Nicht empfohlen
- Sammlung in der Natur: Verboten – Bärlapp steht unter Naturschutz
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Was sind Bärlappsamen?
Bärlappsamen sind eigentlich die Sporen des Keulenbärlapps. Sie sind feines, gelbliches Pulver mit wasserabweisenden Eigenschaften und wurden volksmedizinisch als Hautpudermittel eingesetzt.
Was ist Huperzin A?
Huperzin A ist ein Alkaloid aus dem chinesischen Bärlapp (Huperzia serrata), das als Acetylcholinesterase-Hemmer wirkt und in Studien auf kognitive Unterstützung untersucht wird. Es unterscheidet sich von europäischen Bärlappalten.
Quellenangaben
- Ma X, Tan C (2004): Huperzine A from Huperzia species – an ethnopharmacological review. J Ethnopharmacol 96(3):427–436. DOI: 10.1016/j.jep.2004.10.031
- Wikipedia: Keulen-Bärlapp
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.