Lapacho-Tee: Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung

Botanik und Beschreibung

Lapacho (Handroanthus impetiginosus, früher Tabebuia impetiginosa) ist ein imposanter Baum aus der Familie der Bignoniengewächse (Bignoniaceae), der in den Regen- und Tropenwäldern Süd- und Mittelamerikas heimisch ist. Aus der Innenrinde des Baumes – dem sogenannten Lapacho-Tee oder Pau d'Arco – wird ein volksmedizinischer Rindenaufguss zubereitet. Der Baum blüht spektakulär in Rosa-Lila und ist der Nationalbaum Paraguays.

  • Familie: Bignoniaceae
  • Volksname: Pau d'Arco (Brasilien), Ipê Roxo, Lapacho Colorado
  • Verwendete Teile: Innenrinde (getrocknet, geraspelt)

Inhaltsstoffe

  • Naphthochinone: Lapachol, Dehydro-α-Lapachon, β-Lapachon – Hauptwirkstoffe
  • Furanonaphthochinone (Tabebuia-Verbindungen)
  • Flavonoide, Carotinoide
  • Saponine

Volksmedizinische Anwendungsgebiete

Lapacho hat eine jahrtausendealte Tradition in der Volksmedizin der Südamerikanischen Urvölker:

  • Tonikum und Immununterstützung: Von Inka und anderen indigenen Völkern als allgemeines Tonikum und Stimmungsaufheller volksmedizinisch eingesetzt.
  • Infektionsprophylaxe: Volksmedizinisch bei Pilzbefall und Infektionen eingesetzt; Lapachol in vitro auf antimykotische und antibakterielle Eigenschaften untersucht.
  • Entzündungsgeschehen: Volksmedizinisch bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt; wissenschaftliche Datenlage begrenzt.

Anwendung und Dosierung

  • Dekokt (Abkochung): 2–3 Teelöffel Lapachorrinde (ca. 5 g) in 500 ml Wasser 10–15 Minuten kochen, dann abseihen; 2–3 Tassen täglich
  • Kapseln/Extrakt: Gemäß Herstellerangaben; standardisiert auf Lapachol-Gehalt
  • Hinweis: Nicht als Aufguss – Wirkstoffe lösen sich nur durch Kochen aus der Rinde

Geschichte und Überlieferungen

Lapacho wurde von den Inka, Guarani und anderen indigenen Völkern Südamerikas als „Götterbaum“ verehrt. Die Rinde diente als volksmedizinisches Allheilmittel. In den 1960er Jahren interessierte sich die westliche Wissenschaft für Lapachol, als erste Studien antitumorale Eigenschaften vermuteten. Heute ist Lapacho als Kräutertee weltweit verbreitet.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Nicht empfohlen
  • Blutverdünnende Medikamente: Naphthochinone können Blutgerinnung beeinflussen
  • Hohe Dosen von Lapachol: In sehr hohen Dosen möglicherweise toxisch – normale Tee-Mengen gelten als unbedenklich

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Was ist Lapacho-Tee und wie wird er zubereitet?

Lapacho ist die Innenrinde des Tabebuia-Baumes. Für den Tee wird die Rinde 10–15 Minuten in Wasser gekocht (nicht nur aufgegossen), da die Wirkstoffe (Naphthochinone) nur durch langes Kochen in Wasser gelöst werden.

Was ist Pau d'Arco?

Pau d'Arco ist der brasilianische Name für Lapacho. Es handelt sich um dasselbe Produkt aus der Innenrinde von Handroanthus impetiginosus.

Quellenangaben

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.