Klettenwurzel: Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Botanik und Beschreibung
Die Klettenwurzel stammt von der Großen Klette (Arctium lappa L.) oder der Kleinen Klette (Arctium minus), stattliche zweijährige Kräuter aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Klette ist in ganz Europa heimisch und bekannt für ihre hakenbewehrten Fruchtstände („Kletten“), die sich im Tierfell verbreiten – sie galten als Vorlage für den Klettverschluss. Volksmedizinisch ist vor allem die Wurzel bedeutsam; in der asiatischen Küche wird sie als Gobō gegessen (Japan).
- Familie: Asteraceae (Korbblütler)
- Volksname: Große Klette, Klettenwurz, Bardane
- Verwendete Teile: Wurzel (getrocknet), Blätter, Samen
Inhaltsstoffe
- Inulin: Präbiotischer Ballaststoff; bis zu 45 % in der Wurzel
- Arctiin und Arctignenin: Lignan-Glykoside
- Chlorogensäure, Kaffeeysäure: Phenolcarbonsäuren
- Sesquiterpenolide, Polyacetylene
- Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen
Volksmedizinische Anwendungsgebiete
- Haut: Volksmedizinisch bei unreiner Haut, Akne und Ekzem als „Blutreiniger“ eingesetzt. Eine der bekanntesten Pflanzen für Hautthemen in der Volksmedizin.
- Leber und Nieren: Volksmedizinisch und phytotherapeutisch als diuretisches (harntreibendes) und leberunterstützendes Mittel überliefert.
- Rheuma und Gicht: Traditionell als „Entgiftungsmittel“ bei Gelenkbeschwerden eingesetzt.
- Präbiotisch: Inulin fördert die Darmflora – wissenschaftlich belegt als Prebiotikum.
Anwendung und Dosierung
- Tee (Abkochung): 2 Teelöffel (3 g) getrocknete Wurzel in 150 ml Wasser 15 Minuten kochen; abseihen; 3× täglich
- Tinktur: 1:5 in 25 % Ethanol; 4–8 ml 3× täglich
- Als Gemtüse: Frische Klettenwurzel (Gobō) geröstet oder gedünstet (japanische Küche)
Geschichte und Überlieferungen
Klettenwurzel war in Mitteleuropa und Asien seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Klette als Niubangzi zur Kühlung und Entgiftung eingesetzt. In Europa war sie volksmedizinisch als Blutreiniger bei Hauterkrankungen bekannt. Die Geschichte mit dem Klettverschluss: Der Schweizer Ingenieur George de Mestral ließ sich 1941 von Klettenhaken zur Erfindung des Klettverschlusses inspirieren.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
- Asteraceen-Allergie: Kreuzreaktion mit Kamille, Ambrosia möglich
- Schwangerschaft: Keine ausreichenden Daten – konservativ meiden
- Diabetes: Inulin kann Blutzucker beeinflussen
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Was ist Klettenwurzel und wofür wird sie eingesetzt?
Klettenwurzel (Arctium lappa) ist eine europäische Heilpflanze, die volksmedizinisch als Blutreiniger bei Hautproblemen, zur Leberunterstützung und als diuretisches Mittel eingesetzt wird. Der hohe Inulingehalt macht sie zu einer natürlichen Präbiotika-Quelle.
Was ist Inulin?
Inulin ist ein unverdaulicher Ballaststoff, der als Präbiotikum die Darmflora unterstützt. Klettenwurzel zählt zu den inulinreichsten Pflanzen überhaupt (bis 45 % der Trockenmasse).
Quellenangaben
- Chan YS et al. (2011): A review of the pharmacological effects of Arctium lappa (burdock). Inflammopharmacology 19(5):245–254. DOI: 10.1007/s10787-010-0062-4
- Wikipedia: Große Klette
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.