Squalan – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung

Herkunft und Gewinnung

Squalan ist ein farb- und geruchloses Öl aus der Gruppe der acyclischen Triterpen-Kohlenwasserstoffe. Es trägt die Summenformel C30H62, besitzt eine molare Masse von rund 422,8 g/mol und ist in Wasser unlöslich. In den Zutatenlisten kosmetischer Mittel finden Sie es unter der international einheitlichen Bezeichnung INCI: SQUALANE. Chemisch besteht das Molekül aus zwei „Schwanz-an-Schwanz" verknüpften Farnesan-Einheiten – ein Aufbau, der es den gesättigten Alkanen zuordnet und der für seine besondere Beständigkeit verantwortlich ist.

Squalan kommt in der Natur nicht isoliert in nennenswerten Mengen vor, sondern wird nahezu ausschließlich aus seinem ungesättigten Vorläufer Squalen hergestellt. Squalen wiederum ist in Fischlebertran und in zahlreichen Pflanzenölen enthalten, darunter Weizenkeimöl, Reiskeimöl, Avocadoöl und Olivenöl. Wer Squalan verstehen möchte, muss deshalb zunächst den Unterschied zwischen diesen beiden sehr ähnlich klingenden Substanzen kennen – er ist der eigentliche Kern des Themas.

Squalen und Squalan – der entscheidende Unterschied

Squalen ist ein mehrfach ungesättigter Kohlenwasserstoff mit sechs Doppelbindungen. Genau diese Doppelbindungen machen das Molekül chemisch reaktionsfreudig: Squalen ist anfällig für Autoxidation, reagiert also von selbst mit Luftsauerstoff. In kosmetischen Zubereitungen bedeutet das eine begrenzte Haltbarkeit, ein mögliches Ranzigwerden und die Bildung von Oxidationsprodukten.

Squalan entsteht durch Hydrierung von Squalen: Die sechs Doppelbindungen werden unter Zugabe von Wasserstoff vollständig abgesättigt. Das Ergebnis ist ein gesättigtes, chemisch weitgehend inertes Molekül. Fachlich beschrieben wird Squalan deshalb als das hydrierte Derivat des Squalens, das aufgrund seiner vollständigen Sättigung nicht der Autoxidation unterliegt. Aus dieser einen strukturellen Änderung folgt praktisch alles, was Squalan für die Kosmetik interessant macht: eine deutlich längere Haltbarkeit, eine höhere Formulierungsstabilität und ein sehr geringes Risiko, dass sich im Produkt über die Zeit unerwünschte Abbauprodukte bilden.

Kurz gefasst: Squalen ist das körpernahe, aber empfindliche Original – Squalan die stabilisierte, technisch nutzbare Variante desselben Grundgerüsts. Beide Begriffe unterscheiden sich nur durch einen einzigen Buchstaben, chemisch aber grundlegend. In der industriellen Herstellung erfolgt die Hydrierung typischerweise an Nickel-Kieselgur-Katalysatoren; sie macht nach Angaben der Fachliteratur rund 40 Prozent der gesamten Produktionskosten aus.

Von der Haifischleber zur Pflanze

Historisch stammte das Ausgangs-Squalen ganz überwiegend aus Haifischleberöl. Tiefseehaie speichern in ihrer Leber große Mengen Squalen, das dort als Auftriebshilfe dient; Haileberöl gilt als die reichhaltigste natürliche Squalenquelle überhaupt, und aus ihr wurde die Substanz auch erstmals isoliert. Der ökologische Preis dieser Gewinnung ist erheblich: Nach Angaben eines Übersichtsartikels zur Squalenproduktion müssen für eine einzige Tonne Squalen etwa 3.000 Haie getötet werden – bei Arten, deren Bestände ohnehin stark unter Druck stehen.

Aus diesem Grund hat sich die Rohstoffbasis in den letzten Jahrzehnten deutlich verschoben. Für das Jahr 2015 wird die Marktverteilung in der Fachliteratur mit rund 46 Prozent Olivenöl, etwa 40 Prozent Tiefsee-Haileberöl und rund 10 Prozent biotechnologisch aus Zuckerrohr gewonnenem Squalen beziffert. Pflanzlich gewonnenes Squalan wird auch als Phytosqualan bezeichnet.

Die pflanzlichen Wege unterscheiden sich technisch: Bei der Olivenroute wird Squalen aus Nebenprodukten der Olivenölgewinnung – etwa aus Rückständen der Raffination – isoliert und anschließend hydriert. Bei der Zuckerrohrroute stellen speziell entwickelte Hefen im Fermenter zunächst den Kohlenwasserstoff Farnesen her, der danach chemisch zu Squalan weiterverarbeitet wird. Ergänzend wird intensiv an Mikroalgen geforscht, insbesondere an Thraustochytriden wie Aurantiochytrium und Schizochytrium, die Squalen im geschlossenen System und unabhängig von Ernteschwankungen produzieren können.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Herkunft an der INCI-Bezeichnung nicht ablesbar: Auf der Verpackung steht in beiden Fällen schlicht „Squalane". Wer pflanzliche Ware bevorzugt, ist deshalb auf ausdrückliche Herstellerangaben wie „pflanzliches Squalan", „Phytosqualan" oder entsprechende Zertifizierungen angewiesen. Kräutermax verarbeitet ausschließlich pflanzliche Rohstoffqualitäten, die in der EU (vorwiegend in AT und DE) abgefüllt und geprüft werden.

Inhaltsstoffe

Squalan ist – anders als ein Pflanzenöl – kein Stoffgemisch, sondern ein weitgehend reiner Einzelstoff. Hochwertige kosmetische Qualitäten erreichen Reinheiten von deutlich über 90 Prozent; der Rest besteht aus verwandten gesättigten Kohlenwasserstoffen wie Isosqualan oder aus geringen Restmengen nicht vollständig hydrierten Squalens. Damit fehlen ihm zugleich die Begleitstoffe, die andere Pflegeöle prägen: Squalan enthält keine Triglyceride, keine freien Fettsäuren, keine Phospholipide und keine nennenswerten Mengen an Vitaminen oder Polyphenolen.

Das ist kein Mangel, sondern das eigentliche Konstruktionsprinzip. Öle wie Arganöl oder Mandelöl bringen ein breites Spektrum an Begleitstoffen mit, oxidieren dafür aber schneller und riechen typischerweise charakteristisch. Squalan liefert demgegenüber eine sehr definierte, geruchsneutrale und farblose Lipidkomponente ohne Eigenprofil – ein Vorteil überall dort, wo Reproduzierbarkeit, lange Haltbarkeit und Duftneutralität gefragt sind.

Ein enger Bezug zur Haut selbst besteht über den Vorläuferstoff: Squalen ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Hautfetts (Sebum). In der dermatologischen Fachliteratur wird sein Anteil an den Oberflächenlipiden der Haut mit rund 13 Prozent angegeben; daneben bestehen die Talglipide vor allem aus freien Fettsäuren, Wachsestern, Triglyceriden und einem kleinen Cholesterinanteil. Squalan ist damit kein hautfremder Stoff, sondern die gesättigte Schwesterverbindung eines Moleküls, das der Körper selbst produziert. Diese strukturelle Nähe zu den hauteigenen Lipiden ist der Grund für die gute Verteilbarkeit auf der Haut.

Anwendungsgebiete in der Hautpflege

Squalan wurde in den 1950er-Jahren als Emolliens – also als weichmachende und glättende Lipidkomponente – in die Kosmetik eingeführt und gehört seither zu den etablierten Grundstoffen der Hautpflege. Im europäischen Inhaltsstoffverzeichnis CosIng ist es mit den Funktionen „hautpflegend" und „weichmachend" geführt.

Trockene und empfindliche Haut

Squalan wird traditionell in Pflegeprodukten für trockene und spannende Haut verwendet. Es zieht rasch ein und hinterlässt kaum einen fettigen Film – eine Eigenschaft, die bereits für Squalen beschrieben wurde und die sich auf das gesättigte Squalan übertragen lässt. In der Fachliteratur wird Squalan als klares, nicht reizendes Öl beschrieben, das in Kosmetik, Pharmazie und Nahrungsergänzung breit eingesetzt wird. Für die Haut bedeutet das vor allem eines: eine gut verteilbare Lipidschicht, die das Hautgefühl unmittelbar glättet. Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Seite zu trockener, geröteter und juckender Haut.

Unreine Haut und die Frage der Komedogenität

Beim Thema Verstopfung der Poren lohnt eine genaue Unterscheidung, weil hier viel Halbwissen kursiert. Untersuchungen zeigen, dass oxidiertes Squalen eine Rolle spielen kann: Squalen auf der Hautoberfläche kann unter Lichteinfluss photooxidieren und dabei Squalen-Monohydroperoxide bilden; die Anreicherung dieser Peroxide wird in der Fachliteratur mit der Entstehung von Komedonen in Verbindung gebracht. Reines, nicht oxidiertes Squalen weist demgegenüber eine geringere Komedogenität auf.

Genau an dieser Stelle liegt der praktische Vorteil des hydrierten Squalans: Da es keine Doppelbindungen mehr besitzt, kann es diese Peroxide nicht bilden. Zur allgemeinen Verträglichkeit hält das europäische Inhaltsstoffverzeichnis fest, dass Squalan eine geringe akute Toxizität aufweist und kein bedeutender Hautreizstoff oder Sensibilisator für den Menschen ist. Eine individuelle Unverträglichkeit ist damit natürlich nicht ausgeschlossen – bei zu Unreinheiten neigender Haut empfiehlt sich wie bei jedem neuen Pflegeprodukt ein vorsichtiger Test an einer kleinen Stelle. Hintergründe zum Thema finden Sie unter Akne.

Haare und Kopfhaut

In der Haarpflege wird Phytosqualan als Konditionierstoff eingesetzt. Es legt sich als dünner Lipidfilm um das Haar, verbessert die Kämmbarkeit und wird wegen seiner Farb- und Geruchsneutralität gern in Leave-in-Produkten und Haarölen verwendet. Auch hier gilt der Stabilitätsvorteil: Ein gesättigtes Öl wird im angebrochenen Produkt nicht ranzig. Ähnliche Traditionen bestehen bei klassischen Pflegeölen wie Jojobaöl.

Squalan als Trägerstoff in Formulierungen

Über die direkte Pflege hinaus dient Squalan in der Kosmetik häufig als Träger- und Lösungsvermittler für öllösliche Wirkstoffe. Weil es selbst kaum reagiert, verändert es empfindliche Begleitstoffe nicht und eignet sich als Ölphase in Emulsionen, Serumkonzentraten und wasserfreien Zubereitungen. Häufig wird es mit wasserbindenden Komponenten wie Hyaluronsäure oder mit klassischen Pflanzenfetten wie Sheabutter kombiniert, um Lipid- und Feuchtigkeitsanteil einer Pflege aufeinander abzustimmen.

Regulatorische Einordnung in der EU: Kosmetikrecht statt EFSA-Health-Claims

Für Squalan gelten – anders als bei Nahrungsergänzungsmitteln – nicht die EFSA-Health-Claims nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Maßgeblich ist das Kosmetikrecht. Die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel bestimmt in Artikel 20 Absatz 1 wörtlich: „Bei der Kennzeichnung, der Bereitstellung auf dem Markt und der Werbung für kosmetische Mittel dürfen keine Texte, Bezeichnungen, Warenzeichen, Abbildungen und andere bildhafte oder nicht bildhafte Zeichen verwendet werden, die Merkmale oder Funktionen vortäuschen, die die betreffenden Erzeugnisse nicht besitzen."

Konkretisiert wird das durch die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 der Kommission vom 10. Juli 2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln. Deren Anhang nennt sechs gemeinsame Kriterien: Einhaltung von Rechtsvorschriften, Wahrheitstreue, Belegbarkeit, Redlichkeit, Lauterkeit und fundierte Entscheidungsfindung. Zur Belegbarkeit heißt es dort ausdrücklich, Werbeaussagen über kosmetische Mittel müssten „durch hinreichende und überprüfbare Nachweise belegt werden"; zur fundierten Entscheidungsfindung, sie müssten „für den durchschnittlichen Endverbraucher klar und verständlich sein".

Praktisch heißt das: Ein kosmetisches Mittel darf pflegen, glätten und geschmeidig machen – es darf aber keine krankheitsbezogenen Wirkungen in Aussicht stellen. Aussagen über die Behandlung oder Heilung von Hauterkrankungen fallen nicht unter das Kosmetikrecht und sind kosmetischen Mitteln nicht erlaubt.

Anwendung und Dosierung

  • Als reines Öl: wenige Tropfen in die Handflächen geben, kurz anwärmen und auf die noch leicht feuchte Haut auftragen. Squalan lässt sich sehr dünn verteilen; mehr Produkt bringt in der Regel keinen zusätzlichen Effekt.
  • Als Abschluss der Pflegeroutine: üblicherweise nach wasserbasierten Seren aufgetragen, da die Ölphase die Reihenfolge „wässrig vor öllöslich" abschließt.
  • In Formulierungen: Squalan wird in kosmetischen Zubereitungen in sehr unterschiedlichen Anteilen eingesetzt – von wenigen Prozent als Pflegekomponente bis zu hohen Anteilen in reinen Ölprodukten. In der Fachliteratur werden Einsatzkonzentrationen bis in den Bereich von 50 Prozent als Hautgleitmittel beschrieben.
  • In der Haarpflege: ein bis zwei Tropfen in die Längen und Spitzen, nicht in den Ansatz.
  • Lagerung: kühl, dicht verschlossen und vor Licht geschützt. Squalan ist zwar oxidationsstabil, andere Bestandteile fertiger Produkte sind es jedoch nicht.

Squalan ist ein kosmetischer Rohstoff zur äußerlichen Anwendung. Eine innerliche Einnahme ist damit nicht gemeint.

Geschichte und Hintergrund

Die Geschichte des Squalans beginnt mit der Entdeckung des Squalens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Name leitet sich unmittelbar von der Haigattung Squalus ab, aus deren Leberöl die Substanz erstmals gewonnen wurde. In Japan war Haileberöl lange ein traditionelles Hausmittel, und aus dieser Tradition heraus entwickelte sich dort auch die frühe technische Nutzung.

Der entscheidende Schritt zur heutigen Bedeutung war die großtechnische Hydrierung: Erst als gesättigtes Squalan wurde die Substanz für kosmetische Formulierungen wirklich praktikabel, weil sie nicht mehr innerhalb weniger Monate oxidierte. Ab den 1950er-Jahren etablierte sich Squalan als Emolliens in der Kosmetik.

Die zweite große Wende war die Abkehr vom tierischen Rohstoff. Getrieben von Artenschutzargumenten, von Kritik an der Tiefseefischerei und von der Sorge um Versorgungssicherheit entwickelte die Industrie ab den 2000er-Jahren pflanzliche und biotechnologische Verfahren. Bereits 2014 stammten rund 40 Prozent der Industriemenge aus alternativen Quellen; wenig später lag Olivenöl mit rund 46 Prozent Marktanteil vor dem Haileberöl. Fachpublikationen beschreiben diesen Wandel ausdrücklich als Ablösung des Squalens tierischen Ursprungs durch biotechnologisch aus Zuckerrohr gewonnenes oder aus Olivenölrückständen extrahiertes Phytosqualen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

  • Bekannte Überempfindlichkeit: Auch gut verträgliche Stoffe können individuell unverträglich sein. Bei bekannter Reaktion auf Squalan oder auf Bestandteile des Fertigprodukts ist von der Anwendung abzusehen.
  • Erstanwendung: Tragen Sie das Produkt zunächst auf eine kleine Hautstelle in der Ellenbeuge auf und warten Sie 24 Stunden ab, bevor Sie es großflächig oder im Gesicht verwenden.
  • Verletzte, entzündete oder nässende Haut: Bei offenen Wunden, akuten Ekzemen oder unklaren Hautveränderungen gehört die Beurteilung in ärztliche Hände. Kosmetische Mittel sind dafür nicht bestimmt.
  • Augenkontakt: vermeiden; bei versehentlichem Kontakt gründlich mit Wasser spülen.
  • Herkunft bei tierischer Ware: Wer aus ethischen, religiösen oder allergologischen Gründen tierische Rohstoffe meidet, sollte gezielt auf die Angabe „pflanzlich" oder „Phytosqualan" achten – die INCI-Bezeichnung „Squalane" unterscheidet nicht nach Herkunft.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Für die äußerliche Anwendung von Squalan sind keine besonderen Einschränkungen bekannt. Wie immer gilt: Im Zweifel Rücksprache mit Ärztin oder Arzt halten.
  • Wechselwirkungen: Systemische Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sind für die äußerliche Anwendung eines reaktionsträgen Kohlenwasserstoffs nicht zu erwarten. Bei gleichzeitiger Anwendung verordneter dermatologischer Präparate sollte die Reihenfolge dennoch mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Squalen und Squalan?

Squalen ist ein mehrfach ungesättigter Kohlenwasserstoff mit sechs Doppelbindungen und dadurch anfällig für Autoxidation. Squalan ist das durch Hydrierung vollständig gesättigte Derivat desselben Grundgerüsts und unterliegt der Autoxidation nicht. Praktisch bedeutet das: Squalan ist deutlich lagerstabiler und eignet sich besser für kosmetische Formulierungen, während Squalen das empfindlichere, körpernahe Original ist.

Wird Squalan noch aus Haifischleber gewonnen?

Teilweise ja. Für das Jahr 2015 wird die Marktverteilung mit rund 46 Prozent aus Olivenöl, etwa 40 Prozent aus Tiefsee-Haileberöl und rund 10 Prozent aus biotechnologisch mit Zuckerrohr erzeugtem Squalen angegeben. Für eine Tonne Squalen aus tierischer Quelle müssen etwa 3.000 Haie getötet werden. Da die INCI-Bezeichnung „Squalane" die Herkunft nicht offenlegt, sind ausdrückliche Herstellerangaben wie „pflanzliches Squalan" oder „Phytosqualan" das einzige verlässliche Unterscheidungsmerkmal.

Ist Squalan komedogen, verstopft es also die Poren?

In Untersuchungen wird nicht reines Squalen, sondern dessen Oxidationsprodukt mit der Entstehung von Komedonen in Verbindung gebracht: Squalen kann auf der Haut photooxidieren und Monohydroperoxide bilden. Squalan besitzt keine Doppelbindungen mehr und kann diese Peroxide daher nicht bilden. Das europäische Inhaltsstoffverzeichnis führt Squalan als Stoff mit geringer akuter Toxizität, der kein bedeutender Hautreizstoff oder Sensibilisator ist. Eine individuelle Unverträglichkeit bleibt dennoch möglich.

Warum gelten für Squalan keine EFSA-Health-Claims?

Weil Squalan in kosmetischen Mitteln zur äußerlichen Anwendung eingesetzt wird. Dafür gilt nicht die Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 für Lebensmittel, sondern die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 zusammen mit der Verordnung (EU) Nr. 655/2013 über gemeinsame Kriterien für Werbeaussagen. Werbeaussagen müssen danach unter anderem belegbar, wahrheitsgetreu und für Endverbraucher verständlich sein; krankheitsbezogene Aussagen sind kosmetischen Mitteln nicht erlaubt.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Solvent-Free Chemoselective Hydrogenation of Squalene to Squalane. ACS Omega 2017; 2(7):3989–3996. Volltext (PMC)
  2. Biological and Pharmacological Activities of Squalene and Related Compounds: Potential Uses in Cosmetic Dermatology. Molecules 2009; 14(1):540–554. Volltext (PMC)
  3. Explicating the multifunctional roles of tocotrienol and squalene in promoting skin health. Skin Health and Disease 2024. Volltext (PMC)
  4. Recent Progress in Microalgal Squalene Production and Its Cosmetic Application. Biotechnology and Bioprocess Engineering 2022; 27(3):295–305. Volltext (PMC)
  5. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, Artikel 20 (Werbeaussagen). Wortlaut Artikel 20
  6. Verordnung (EU) Nr. 655/2013 der Kommission vom 10. Juli 2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln (ABl. L 190 vom 11.07.2013, S. 31). Anhang: Gemeinsame Kriterien
  7. Wikipedia (DE): Squalan
  8. Wikipedia (EN): Squalane

Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.