Dehnungsstreifen – Ursachen, Vorbeugung und natürliche Pflege
Ursachen und Symptome
Dehnungsstreifen, medizinisch Striae cutis distensae genannt, sind sichtbare Streifen in der Haut, die entstehen, wenn das Bindegewebe der Unterhaut stark und rasch gedehnt wird. Dabei können die elastischen Fasern in der mittleren Hautschicht (Dermis) einreißen. Frisch sind die Streifen oft rötlich bis bläulich-violett (Striae rubrae); mit der Zeit verblassen sie und werden heller, schmaler und narbig gebänderter (Striae albae).
Typische Situationen für eine solche starke Dehnung sind die Schwangerschaft, Wachstumsschübe in der Pubertät, eine rasche Gewichtszunahme, ausgeprägter Muskelaufbau sowie hormonelle Einflüsse – insbesondere das Hormon Cortisol schwächt das Bindegewebe. Auch eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle: Wie belastbar und elastisch das Bindegewebe ist, ist zu einem großen Teil erblich bedingt. Bevorzugt bilden sich Dehnungsstreifen an Bauch, Hüften, Gesäß, Oberschenkeln, Brust und Oberarmen.
Dehnungsstreifen sind gesundheitlich völlig harmlos und bereiten meist keine Beschwerden – sie sind ein rein kosmetisches Thema und sehr weit verbreitet. Ehrlich gesagt gibt es kein Mittel, das bestehende Dehnungsstreifen zuverlässig vollständig verschwinden lässt. Natürliche Pflege kann jedoch die Haut geschmeidig halten, das Hautgefühl verbessern und im günstigen Fall dazu beitragen, das Erscheinungsbild zu mildern.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Im Vordergrund steht eine reichhaltige, feuchtigkeitsspendende Pflege, die die Haut geschmeidig hält. Einige natürliche Öle und Butter werden in der Hautpflege traditionell für strapazierte, stark gedehnte Haut geschätzt. Sie dienen der Pflege und Vorbeugung, sind aber kein Mittel, das Streifen sicher entfernt:
- Sheabutter: Sheabutter wird traditionell für ihre reichhaltige, rückfettende Pflege geschätzt und hält trockene, beanspruchte Haut geschmeidig.
- Kakaobutter: Kakaobutter ist ein klassischer Pflegestoff für sehr trockene Haut und wird volkstümlich zur Pflege der Haut während und nach der Schwangerschaft verwendet.
- Arganöl: Arganöl ist reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren und wird in der Hautpflege für geschmeidige, gepflegte Haut geschätzt.
- Jojobaöl: Jojobaöl ist dem hauteigenen Talg ähnlich, zieht gut ein und wird traditionell zur pflegenden Massage beanspruchter Hautpartien verwendet.
- Hyaluronsäure: Hyaluronsäure kann viel Feuchtigkeit binden und wird in der Hautpflege für ein pralles, gut durchfeuchtetes Hautbild geschätzt.
Anwendung im Alltag
Am meisten lässt sich über Vorbeugung und regelmäßige Pflege erreichen: Massieren Sie gefährdete Hautpartien täglich sanft mit einem reichhaltigen Öl oder einer Butter ein – die Massage fördert die Durchblutung, das Fett hält die Haut geschmeidig. Trinken Sie ausreichend, ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie – soweit möglich – auf eine langsame, gleichmäßige Gewichtsentwicklung, um sprunghafte Dehnung zu vermeiden. Wechselduschen und leichte Bewegung unterstützen die Hautdurchblutung. Haben Sie realistische Erwartungen: Frische, rötliche Streifen sprechen erfahrungsgemäß besser auf Pflege an als alte, verblasste. Wer bestehende Streifen gezielt behandeln lassen möchte, lässt sich am besten dermatologisch beraten.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Dehnungsstreifen selbst sind harmlos und kein Grund zur Sorge. Ärztlichen Rat sollten Sie dennoch einholen, wenn sehr viele Streifen in kurzer Zeit und ohne erkennbaren Anlass (Schwangerschaft, Wachstum, Gewichtszunahme) auftreten, wenn sie von weiteren Beschwerden begleitet werden oder wenn zusätzlich Zeichen wie eine ungewollte Gewichtszunahme im Rumpfbereich, Bluthochdruck oder Hautveränderungen bestehen. In seltenen Fällen können ausgeprägte Striae auf eine hormonelle Störung hinweisen, die ärztlich abgeklärt gehört. Auch vor kosmetischen Behandlungen ist eine dermatologische Beratung sinnvoll.
Gegenanzeigen und Hinweise
Pflegeöle und -butter sind gut verträglich, können aber bei empfindlicher Haut selten Reizungen oder Allergien auslösen – testen Sie neue Produkte zuerst an einer kleinen Hautstelle. In der Schwangerschaft und Stillzeit gilt: reine, gut verträgliche Pflegeprodukte bevorzugen und im Zweifel mit Hebamme, Ärztin oder Arzt Rücksprache halten; auf stark parfümierte Produkte besser verzichten. Diese Pflege ist rein kosmetisch gedacht. Erwarten Sie kein vollständiges Verschwinden bestehender Streifen – seriöse Pflege verspricht das nicht.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Kann man Dehnungsstreifen wieder ganz loswerden?
Ein vollständiges Entfernen ist mit Pflege nicht belegt. Regelmäßige, feuchtigkeitsspendende Pflege kann das Hautbild jedoch verbessern und das Erscheinungsbild mildern. Frische, rötliche Streifen sprechen besser an als alte, verblasste.
Helfen Öle gegen Dehnungsstreifen?
Reichhaltige Öle und Butter halten die Haut geschmeidig und unterstützen mit täglicher Massage die Durchblutung. Sie können vorbeugend und pflegend wirken, sind aber kein Mittel, das bestehende Streifen sicher entfernt.
Warum bekommt man Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft?
Die Haut wird stark gedehnt, gleichzeitig lockern hormonelle Veränderungen das Bindegewebe. Ob und wie stark Streifen entstehen, ist zu einem großen Teil erblich bedingt und lässt sich nicht vollständig verhindern.
Kann ich Dehnungsstreifen vorbeugen?
Ganz verhindern lässt es sich nicht, doch regelmäßige Pflege, ausreichend Flüssigkeit, ausgewogene Ernährung und eine langsame Gewichtsentwicklung können das Risiko und die Ausprägung günstig beeinflussen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Dehnungsstreifen (Striae cutis)
- Wikipedia (EN): Stretch marks (Striae)
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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