Tennisellenbogen – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
Ursachen und Symptome
Der Tennisellenbogen – medizinisch Epicondylitis radialis humeri oder Tennisarm – ist eine schmerzhafte Überlastungsreaktion der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind vor allem jene Muskeln, die Hand und Finger strecken und deren Sehnen am knochigen Vorsprung des Oberarmknochens (Epicondylus) ansetzen. Anders als der Name vermuten lässt, sind keineswegs nur Tennisspieler betroffen: Häufiger entsteht das Beschwerdebild durch immer gleiche Bewegungen im Alltag und Beruf.
Auslöser ist typischerweise eine wiederkehrende, einseitige Belastung der Unterarmmuskulatur – etwa langes Arbeiten an Maus und Tastatur, handwerkliche Tätigkeiten mit Schraubendreher oder Zange, Gartenarbeit oder das Heben und Tragen mit gestrecktem Arm. Durch die dauerhafte Zugbelastung entstehen kleinste Reizungen und Umbauvorgänge im Sehnengewebe, die den Schmerz unterhalten.
Typisch ist ein stechender oder brennender Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, der bis in den Unterarm ausstrahlen kann. Er verstärkt sich beim Zugreifen, beim Händedruck, beim Heben einer Tasse oder beim Strecken des Handgelenks gegen Widerstand. Viele Betroffene bemerken zudem eine nachlassende Griffkraft. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und können über Wochen bis Monate bestehen bleiben.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Begleitend zu Schonung und gezielten Übungen werden in der Naturheilkunde traditionell verschiedene Pflanzen geschätzt, um den überlasteten Bewegungsapparat zu unterstützen:
- Arnika: Äußerlich als Gel oder Umschlag wird Arnika traditionell bei stumpfen Überlastungsbeschwerden und Müdigkeitsgefühl der Muskulatur angewendet.
- Beinwell: Beinwellsalben werden in der Volksheilkunde äußerlich bei Prellungen, Zerrungen und überlasteten Sehnenansätzen seit Langem verwendet.
- Teufelskralle: Die Wurzel der afrikanischen Teufelskralle wird traditionell begleitend bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt.
- Cayennepfeffer: Der wärmende Inhaltsstoff Capsaicin wird äußerlich in Cremes und Pflastern traditionell für durchblutungsfördernde Anwendungen genutzt.
- Weidenrinde: Die Rinde verschiedener Weidenarten wird in der Pflanzenheilkunde traditionell bei Beschwerden im Bewegungsapparat geschätzt.
Anwendung im Alltag
An erster Stelle steht die Entlastung: Wer die auslösende Bewegung erkennt, kann sie eine Zeit lang meiden oder anpassen. Ergonomische Hilfsmittel am Arbeitsplatz, eine vertikale Maus, regelmäßige Pausen und ein bewusster Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung helfen, den Sehnenansatz zu schonen. In der akuten Phase wird Kühlung oft als angenehm empfunden, später kann Wärme die Durchblutung fördern. Sanfte Dehn- und Kräftigungsübungen für die Unterarmmuskulatur – idealerweise unter physiotherapeutischer Anleitung – gelten als wichtiger Baustein der Erholung. Eine Epicondylitis-Spange kann den Zug auf den Sehnenansatz vorübergehend verringern.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Halten die Beschwerden trotz Schonung mehrere Wochen an, nehmen sie zu oder schränken sie den Alltag deutlich ein, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Das gilt besonders bei ausgeprägter Kraftlosigkeit, Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in Hand und Fingern, da dann auch eine Nervenreizung in Betracht kommt. Auch bei Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Gelenks sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Gegenanzeigen und Hinweise
Äußerliche Zubereitungen gehören nicht auf offene oder gereizte Haut. Capsaicinhaltige Cremes können ein starkes Wärme- oder Brenngefühl auslösen; nach dem Auftragen sind die Hände gründlich zu waschen, Kontakt mit Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden. Bei Allergie gegen Korbblütler ist bei Arnika Vorsicht geboten. Innerlich angewendete Weidenrinde ist bei Salicylat-Empfindlichkeit sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach fachlichem Rat anzuwenden. Wer blutverdünnende oder andere Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen vorab abklären.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Muss man mit Tennisellenbogen zum Arzt?
Leichte Beschwerden bessern sich oft durch Schonung und Übungen von selbst. Halten die Schmerzen länger an, verstärken sie sich oder treten Taubheitsgefühle auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Wie lange dauert ein Tennisellenbogen?
Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Häufig bessern sich die Beschwerden über einige Wochen bis Monate, wenn die auslösende Belastung konsequent reduziert wird.
Hilft Wärme oder Kälte besser?
In der akuten, schmerzhaften Phase wird Kühlung oft als wohltuend empfunden. Bei länger bestehenden Beschwerden kann Wärme die Durchblutung fördern und die Muskulatur lockern.
Darf man mit Tennisellenbogen Sport treiben?
Belastungen, die den Schmerz auslösen, sollten vorübergehend pausiert werden. Bewegungsformen, die den Ellenbogen nicht reizen, sind meist weiter möglich – im Zweifel gibt eine fachliche Beratung Orientierung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Epicondylitis
- Wikipedia (EN): Tennis elbow
- NHS: Tennis elbow

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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