Sonnentau (Drosera) – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung

Botanik und Beschreibung

Der Sonnentau (Drosera) ist eine Gattung fleischfressender Pflanzen aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae). In Mitteleuropa ist vor allem der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia L.) verbreitet, daneben der Mittlere Sonnentau (D. intermedia Hayne) und der Langblättrige Sonnentau (D. anglica). Die Gattung ist weltweit auf der Nordhalbkugel von Europa und Asien bis Nordamerika, Alaska und Grönland vertreten und reicht bis auf die Philippinen und nach Neuguinea.

Die Pflanze ist ausdauernd und erreicht mit dem Blütenstand bis zu 30 Zentimeter, bei nur schwach ausgebildetem Wurzelsystem. Ab Mai treibt sie aus einer Winterknospe aus und bildet eine bodennahe Rosette von zwei bis zehn Zentimetern Durchmesser. Die namensgebenden runden Blätter messen etwa 0,5 bis 1,8 Zentimeter im Durchmesser und tragen rund 200 haarfeine, rötliche Tentakel, an deren Spitzen klebrige Sekrettröpfchen sitzen – im Gegenlicht wirken sie wie Tautropfen, daher der deutsche Name. Von Juni bis September erscheinen bis zu 15 kleine weiße Blüten an unverzweigten Stielen von bis zu 25 Zentimetern Länge. Aus ihnen entwickeln sich zahlreiche gelbe, längliche Samen mit netzartig strukturierter Oberfläche.

Sonnentau wächst in voller Sonne auf nährstoffarmen, sauren Nassstandorten mit pH-Werten zwischen 3 und 7 – typischerweise in Hoch- und Zwischenmooren. Genau dieser nährstoffarme Standort erklärt die Karnivorie: Weil dem Boden vor allem Stickstoff und Phosphor fehlen, deckt die Pflanze diesen Bedarf über Beutetiere. Kleine Insekten wie Mücken und Fliegen bleiben am zuckerhaltigen Sekret der Drüsenhaare kleben. Etwa eine Stunde später bewegen sich die gereizten Tentakel durch eine Wachstumsbewegung zur Blattmitte und umschließen die Beute. Anschließend werden eiweißabbauende Enzyme abgesondert; die Verdauung dauert acht bis zwölf Stunden, übrig bleibt nur das unverdauliche Chitin-Außenskelett.

Arzneilich verwendet wird als Sonnentaukraut (Droserae herba) traditionell das getrocknete oberirdische Kraut von Drosera rotundifolia. Als Sammelzeit gilt der Beginn der Blütezeit, also Juli bis August – so führt es unter anderem das Homöopathische Arzneibuch. Welche Arten heute tatsächlich in der Handelsware stecken und warum, ist eine eigene Geschichte, die wir weiter unten offen darstellen.

Inhaltsstoffe

Charakteristisch für Sonnentau sind die Naphthochinone – eine Gruppe stark biologisch aktiver Pflanzenstoffe, die in der Gattung Drosera in artspezifischen Mustern vorliegen.

  • Plumbagin (2-Methyljuglon): das bekannteste Naphthochinon der Gattung. Eine umfassende chemotaxonomische Untersuchung der Droseraceae aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Plumbagin sowohl in den monotypischen Gattungen Dionaea (Venusfliegenfalle) und Aldrovanda als auch in der ursprünglichsten Drosera-Linie (D. regia) vorkommt. Innerhalb der Gattung überwiegt Plumbagin vor allem in der Sektion Ergaleium.
  • Ramentaceon (7-Methyljuglon): das isomere Gegenstück zu Plumbagin. In der Sektion Drosera, zu der auch die heimischen Arten zählen, ist überwiegend Ramentaceon vertreten. Bemerkenswert: Einige Drosera-Arten enthalten überhaupt keine nachweisbaren Naphthochinone – ein sekundärer Verlust dieser Stoffgruppe im Lauf der Evolution.
  • Artspezifische Verteilung: Eine Untersuchung an Pflanzen aus einer Torfmoos-Kulturfläche in Nordwestdeutschland bestätigte, dass 7-Methyljuglon charakteristisch für D. rotundifolia und Plumbagin charakteristisch für D. intermedia ist. Alle untersuchten Wirkstoffe lagen in pharmakologisch brauchbaren Konzentrationen vor. Ältere und blühende Pflanzen wiesen höhere Gehalte auf; zwischen Vormittag und Nachmittag geernteten Pflanzen bestand hingegen kein Unterschied.
  • Droseron als weiteres Naphthochinon.
  • Flavonoide: Quercetin, Myricetin und Kämpferol.
  • Ellagsäure-Derivate, Schleimstoffe, eiweißabbauende Enzyme und ätherische Öle.

Zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesen Stoffen: Eine Übersichtsarbeit zu 7-Methyljuglon fasst zusammen, dass sich Untersuchungen mit antibakteriellen, antifungalen, antitubercularen, entzündungshemmenden, antiviralen und zytotoxischen Eigenschaften dieser Verbindung befasst haben. Diese Arbeiten sind ganz überwiegend Laboruntersuchungen an Zellkulturen und Mikroorganismen; die Übersichtsarbeit weist zudem darauf hin, dass 7-Methyljuglon vorrangig aus den Gattungen Diospyros und Euclea isoliert wurde und nicht primär aus Drosera. Aus solchen In-vitro-Befunden lässt sich keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen ableiten.

Volksmedizinische Anwendungsgebiete

Reizhusten und Krampfhusten

In der Phytotherapie wird Sonnentaukraut traditionell bei Krampf-, Keuch- und Reizhusten sowie bei Schleimhautentzündungen der Atmungsorgane eingesetzt. Zugeschrieben werden der Droge in der Fachliteratur auswurffördernde, krampflösende, hustenreizdämpfende und antimikrobielle Eigenschaften. Diese Zuschreibungen stammen aus der phytotherapeutischen Literatur und der überlieferten Anwendung; sie sind ausdrücklich keine belegten Heilwirkungen. Zur Größenordnung der Verbreitung: Allein in Europa existieren rund 200 bis 300 registrierte Arzneimittel, die Drosera als Bestandteil enthalten. Verwandte Atemwegsdrogen aus unserem Lexikon sind Efeu, Thymian und Spitzwegerich.

Naturschutz und Herkunft der Handelsware – bitte genau lesen

Dieser Punkt gehört zu den wichtigsten dieser Seite, und er wird in populären Darstellungen oft übergangen. Alle in Deutschland vorkommenden Sonnentau-Arten sind gesetzlich geschützt. Die Bundesartenschutzverordnung führt in ihrer Anlage 1 die gesamte Gattung als „Drosera spp. – Sonnentaue" unter den besonders geschützten Arten. Ein Sammeln in der Natur ist damit untersagt. Auch in Österreich, der Schweiz und Slowenien gilt die Art als gefährdet; die Bestände leiden vor allem unter der Entwässerung und dem Abbau von Mooren.

Wie passt das mit einer Droge zusammen, die in Hunderten Arzneimitteln steckt? Die Antwort ist historisch: Die stark gestiegene Nachfrage nach D. rotundifolia und D. intermedia in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte zusammen mit der Zerstörung der Lebensräume zu einer Übernutzung der Wildbestände. Weil die Pflanzen zunehmend selten wurden, wurden sie in der Arzneimittelherstellung durch asiatische und afrikanische Drosera-Arten ersetzt – etwa D. burmanii, D. peltata und D. madagascariensis –, die in europäischen Ländern für pharmazeutische Zwecke offiziell zugelassen sind.

Die heutige Haupthandelsquelle ist Drosera madagascariensis. Diese Art enthält allerdings deutlich niedrigere Konzentrationen der wertgebenden Inhaltsstoffe – 1,4-Naphthochinone, Flavonoide und Ellagsäure-Derivate – als D. rotundifolia. Das bedeutet: Für dieselbe Wirkstoffmenge werden größere Pflanzenmengen benötigt, was wiederum die dortigen Bestände unter Druck setzt. Zusätzlich stammt europäisches Material teilweise aus Finnland, wo die Sammlung streng reguliert ist. Der jährliche Bedarf der europäischen pharmazeutischen Industrie an luftgetrockneter Drosera-Biomasse wird auf 6 bis 20 Tonnen beziffert, davon 1 bis 3 Tonnen D. rotundifolia.

Als Ausweg wird seit Jahren an Vermehrung und Anbau gearbeitet, überwiegend über In-vitro-Kultur – ein aufwendiges und kostspieliges Verfahren. Einen praktischen Lösungsansatz bieten Torfmoos-Kulturflächen (Sphagnum farming): Auf diesen künstlich angelegten, wiedervernässten Flächen wächst Sonnentau unter naturnahen Bedingungen. Die eingangs erwähnte Untersuchung zeigte, dass die Wirkstoffgehalte solcher kultivierter Pflanzen sich nicht von jenen spontan gewachsener Pflanzen unterscheiden – solche Flächen sind damit als Rohstoffquelle für industrielle Zwecke geeignet.

Praktische Konsequenz für Sie: Sonnentau ist keine Pflanze zum Selbersammeln. Wer sie verwenden möchte, greift zu geprüften Fertigarzneimitteln oder Drogenware aus dokumentiertem Anbau beziehungsweise legaler, regulierter Sammlung.

Regulatorische Einordnung in der EU

Hier müssen wir eine verbreitete Annahme korrigieren. Für Sonnentau (Droserae herba) existiert keine EU-Pflanzenmonographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur. Wir haben die Datenbank der Agentur gezielt darauf geprüft: Weder unter Droserae herba noch unter Drosera rotundifolia ist ein Eintrag hinterlegt. Auch in der Sammelmonographie für Brustteemischungen („Species pectorales"), die Wollblumen, Eibisch, Spitzwegerich, Thymian, Süßholz und weitere Atemwegsdrogen aufführt, ist Drosera nicht enthalten. Es gibt damit weder eine europäisch harmonisierte Indikation noch eine harmonisierte Dosierung oder Sicherheitsbewertung – anders als etwa bei Efeu, der als einzige der klassischen Hustendrogen sogar in der Kategorie „well-established use" geführt wird.

Ebenso existiert keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe (Health Claim) nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Rund 1.500 Angaben zu pflanzlichen Stoffen („Botanicals") wurden zwar zur Bewertung an die EFSA übermittelt, deren Bearbeitung ist jedoch seit 2012 ausgesetzt („on hold"); eine Positivliste für Pflanzenstoffe gibt es bis heute nicht. Die Anwendung von Sonnentau ist somit ausschließlich traditionell begründet. Wo eine solche Grundlage fehlt, sagen wir das lieber offen, als eine Anerkennung zu behaupten, die es nicht gibt.

Anwendung und Dosierung

Weil keine EU-Monographie vorliegt, gibt es auch keine europäisch harmonisierte Dosierungsangabe. Als Orientierung dient die Monographie der deutschen Kommission E, die für Sonnentaukraut eine Tagesdosis von 3 g nennt und dabei nur minimale unerwünschte Wirkungen anführt.

  • Fertigarzneimittel: In der Praxis wird Sonnentau fast ausschließlich in Fertigpräparaten verarbeitet – als Tinktur, Fluidextrakt, Sirup oder in Kombinationspräparaten für die Atemwege. Für diese gilt ausschließlich die Dosierungsanweisung des jeweiligen Herstellers beziehungsweise der Packungsbeilage.
  • Teezubereitung: Sonnentau ist keine typische Teedroge; die Wirkstoffe werden üblicherweise alkoholisch extrahiert. Von improvisierten Eigenzubereitungen ist abzuraten.
  • Selbstsammlung: in Deutschland gesetzlich untersagt (siehe oben). Auch dort, wo kein ausdrückliches Verbot besteht, ist die Entnahme aus dem Moor ökologisch nicht vertretbar.

Ein Wort zur Einordnung der Dosis: Naphthochinone sind hochaktive Substanzen, die schon in kleinen Mengen biologische Effekte zeigen. Genau deshalb ist die Einhaltung der Herstellerangaben hier keine Formalität, sondern eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.

Geschichte und Hintergrund

Der Sonnentau hat in der Wissenschaftsgeschichte einen prominenten Platz. Charles Darwin widmete ihm einen erheblichen Teil seines 1875 erschienenen Werks Insectivorous Plants und erbrachte damit erstmals den wissenschaftlichen Nachweis, dass Pflanzen tierische Beute fangen und verdauen können. Das war für die damalige botanische Lehrmeinung eine Zumutung: Dass eine Pflanze aktiv jagt, widersprach dem gängigen Bild vom passiven Pflanzenreich grundlegend. Darwin führte seine Versuche in großer Zahl gerade am Rundblättrigen Sonnentau durch.

Auch im Naturschutz hat die Pflanze Symbolkraft: 1992 wurde der Rundblättrige Sonnentau in Deutschland zur „Blume des Jahres" gewählt – eine Auszeichnung, die traditionell auf bedrohte Lebensräume aufmerksam macht, in diesem Fall auf die Moore.

Volksmedizinisch ist Sonnentau in Mitteleuropa seit Jahrhunderten als Hustenmittel überliefert. Die Kombination aus auffälliger Gestalt, seltenem Standort und der ungewöhnlichen Lebensweise dürfte dazu beigetragen haben, dass der Pflanze früh besondere Kräfte zugeschrieben wurden. Die moderne Phytotherapie hat diese Tradition in Form standardisierter Fertigarzneimittel fortgeführt – zugleich hat die industrielle Nachfrage die Wildbestände so stark unter Druck gesetzt, dass die heimischen Arten heute unter Schutz stehen. Der Sonnentau ist damit ein Lehrstück dafür, wie eng Heilpflanzennutzung und Artenschutz zusammenhängen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Hier ist Transparenz besonders wichtig: Weil keine EU-Pflanzenmonographie vorliegt, existiert kein europäisch harmonisierter Sicherheitstext für Sonnentau – anders als etwa bei Königskerze, Mädesüß oder Efeu. Die folgenden Punkte sind daher als allgemeine Vorsichtsregeln zu verstehen und ersetzen nicht die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

  • Maßgeblich ist die Packungsbeilage. Bei Fertigarzneimitteln gelten ausschließlich die dort angegebenen Gegenanzeigen, Warnhinweise und Dosierungen. Diese sind im Zulassungs- beziehungsweise Registrierungsverfahren geprüft worden.
  • Überempfindlichkeit: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sonnentau oder anderen Bestandteilen des Präparats ist die Anwendung nicht angezeigt.
  • Naphthochinone sind biologisch hochaktiv. Plumbagin und verwandte Verbindungen zeigen im Labor deutliche Effekte auf Zellen und Mikroorganismen. Die angegebenen Dosierungen sollten deshalb nicht eigenmächtig überschritten werden.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Es liegen keine ausreichenden Daten vor. Die Anwendung sollte deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
  • Kinder: Für die Anwendung bei Kindern gibt es keine harmonisierte Bewertung. Präparate für Kinder sollten ausschließlich nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung und gemäß Packungsbeilage eingesetzt werden.
  • Wechselwirkungen: Systematisch untersuchte Wechselwirkungen sind nicht dokumentiert. Bei bestehender Dauermedikation empfiehlt sich dennoch die Rücksprache in der Apotheke.
  • Wann zum Arzt: Husten, der länger als etwa eine Woche anhält oder sich verschlimmert, sowie Husten mit Fieber, Atemnot, eitrigem oder blutigem Auswurf gehört ärztlich abgeklärt und nicht in die Selbstbehandlung. Näheres auf unseren Seiten zu Bronchien, Bronchitis und Atemwege.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Darf man Sonnentau selbst sammeln?

Nein. Die Bundesartenschutzverordnung führt in Anlage 1 die gesamte Gattung als „Drosera spp. – Sonnentaue" unter den besonders geschützten Arten; das Sammeln in der Natur ist damit in Deutschland untersagt. Auch in Österreich, der Schweiz und Slowenien gilt die Art als gefährdet, vor allem durch Entwässerung und Torfabbau. Wer Sonnentau verwenden möchte, greift zu geprüften Fertigarzneimitteln oder zu Drogenware aus dokumentiertem Anbau beziehungsweise legaler, regulierter Sammlung.

Woher stammt die Handelsware, wenn die heimischen Arten geschützt sind?

Die Übernutzung der Wildbestände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte dazu, dass die heimischen Arten in der Arzneimittelherstellung durch nicht heimische ersetzt wurden, die in europäischen Ländern offiziell zugelassen sind – etwa Drosera burmanii, D. peltata und vor allem D. madagascariensis, die heute die Haupthandelsquelle darstellt. Diese enthält allerdings deutlich weniger Naphthochinone, Flavonoide und Ellagsäure-Derivate als D. rotundifolia. Zusätzlich stammt Material aus streng regulierter Sammlung in Finnland sowie zunehmend aus Kulturflächen.

Welche Inhaltsstoffe sind für Sonnentau charakteristisch?

Charakteristisch sind die Naphthochinone: Plumbagin (2-Methyljuglon) und Ramentaceon (7-Methyljuglon), daneben Droseron. Die Verteilung ist artspezifisch – 7-Methyljuglon ist typisch für Drosera rotundifolia, Plumbagin für D. intermedia. Hinzu kommen Flavonoide wie Quercetin, Myricetin und Kämpferol, Ellagsäure-Derivate, Schleimstoffe, eiweißabbauende Enzyme und ätherische Öle. Ältere und blühende Pflanzen weisen höhere Wirkstoffgehalte auf.

Gibt es eine EU-Monographie für Sonnentau?

Nein. Für Droserae herba existiert keine EU-Pflanzenmonographie des HMPC-Ausschusses der Europäischen Arzneimittel-Agentur; auch in der Sammelmonographie für Brustteemischungen („Species pectorales") ist Drosera nicht enthalten. Es gibt damit weder eine europäisch harmonisierte Indikation noch eine harmonisierte Dosierung oder Sicherheitsbewertung. Ebenso wenig existiert ein zugelassener Health Claim nach der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Als Orientierung zur Dosierung dient die Monographie der deutschen Kommission E mit 3 g Tagesdosis; maßgeblich ist bei Fertigarzneimitteln stets die Packungsbeilage.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Baranyai B., Bäcker C., Reich C., Lindequist U. (2016): The production of 7-methyljuglone, plumbagin and quercetin in wild and cultivated Drosera rotundifolia and Drosera intermedia. Mires and Peat, Volume 18, Article 19, 1–8. DOI: 10.19189/MaP.2016.OMB.228. Volltext (englisch)
  2. Schlauer J., Fleischmann A., Hartmeyer S. R. H., Hartmeyer I., Rischer H. (2024): Distribution of Acetogenic Naphthoquinones in Droseraceae and Their Chemotaxonomic Utility. Biology (Basel) 13(2):97. DOI: 10.3390/biology13020097. PMC-Volltext
  3. Mbaveng A. T., Kuete V. (2014): Review of the chemistry and pharmacology of 7-Methyljugulone. African Health Sciences 14(1):201–205. DOI: 10.4314/ahs.v14i1.31. PMC-Volltext
  4. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR): Arzneipflanzen – Sonnentau. Botanik, Inhaltsstoffe, Schutzstatus und Herkunft der Handelsware. pflanzen.fnr.de
  5. Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Anlage 1 – Eintrag „Drosera spp., Sonnentaue" als besonders geschützte Art. gesetze-im-internet.de
  6. European Medicines Agency: European Union monographs and list entries – Recherchequelle; für Droserae herba ist dort kein Eintrag hinterlegt. ema.europa.eu
  7. Europäische Kommission: EU Register of nutrition and health claims – Stand der Bewertung von Botanicals. ec.europa.eu
  8. Wikipedia: Rundblättriger Sonnentau – unter anderem zu Karnivorie-Mechanismus, Verbreitung, Darwin (1875) und „Blume des Jahres 1992"

Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

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