Mädesüß (Filipendula ulmaria) – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Botanik und Beschreibung
Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria (L.) Maxim.) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie erreicht Wuchshöhen von 50 bis 150, bisweilen bis 200 Zentimetern und fällt in Feuchtgebieten schon von Weitem auf. Die Blätter sind unterbrochen gefiedert; ihre Fiederblättchen erinnern in der Form an Ulmenblätter – daher das Artepitheton ulmaria. Von Juni bis August erscheinen die cremefarbenen bis gelblich-weißen Blüten in lockeren, trichterrispigen Blütenständen. Sie verströmen einen intensiven, honig- bis mandelartigen Duft, der für die Pflanze charakteristisch ist. Zerreibt man die Blätter, entsteht ein Geruch nach Salicylaldehyd – ein erster Hinweis auf das Inhaltsstoffprofil.
Mädesüß wächst auf nährstoffreichen Feucht- und Nasswiesen, an Gräben, Bach- und Flussufern und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Der ältere botanische Name lautet Spiraea ulmaria L. – diese historische Gattungszuordnung ist für die Namensgeschichte des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure von zentraler Bedeutung und wird weiter unten ausführlich behandelt.
Arzneilich werden zwei unterschiedliche Drogen unterschieden, für die jeweils eine eigene europäische Pflanzenmonographie existiert:
- Mädesüßkraut (Filipendulae ulmariae herba, Spiraeae herba): die ganzen oder geschnittenen, getrockneten blühenden Sprossspitzen. Für diese Droge existiert eine Monographie im Europäischen Arzneibuch (Referenz 01/2008:1868).
- Mädesüßblüten (Filipendulae ulmariae flos, Spiraeae flos): die getrockneten Blüten. Für die Blütendroge existiert keine Monographie im Europäischen Arzneibuch – die Beschreibungen stützen sich hier auf die pharmazeutische Fachliteratur, insbesondere auf Wichtl (1994) und die Monographien der deutschen Kommission E (Blumenthal et al., 1998). Diesen Unterschied im Standardisierungsgrad sollte man kennen, wenn man Handelsware vergleicht.
Inhaltsstoffe
Das Inhaltsstoffprofil von Mädesüß ist in der Bewertungsdokumentation der Europäischen Arzneimittel-Agentur detailliert zusammengetragen. Die folgenden Angaben geben diese Quelle wieder.
- Salicylate und Salicylaldehyd: Das Europäische Arzneibuch fordert für Mädesüßkraut mindestens 1 ml/kg wasserdampfflüchtige Bestandteile. Die Salicylate sind der Hauptbestandteil dieses flüchtigen Anteils, vor allem Salicylaldehyd mit bis zu 70 Prozent. Nach der ESCOP-Monographie liefert die Wasserdampfdestillation der getrockneten Blüten eine kleine Menge ätherisches Öl (etwa 0,2 Prozent), das erst beim Trocknen und Lagern aus phenolischen Glykosiden entsteht. Die Gesamtmenge an Salicylaten – überwiegend in glykosidischer Bindung vorliegend – wird auf weniger als 0,5 Prozent geschätzt. Das ist eine wichtige Größenordnung: Mädesüß ist keine hochdosierte Salicylatquelle.
- Flavonoide: 3 bis 4 Prozent im blühenden Kraut, bis zu 6 Prozent in den frischen Blüten. Leitsubstanz ist das Spiraeosid (Quercetin-4'-glucosid), daneben Hyperosid sowie weitere Quercetin- und Kämpferol-Derivate, etwa Kämpferol-4'-glucosid.
- Gerbstoffe: vom hydrolysierbaren Typ, mit Gehalten von etwa 1 Prozent in ethanolischen bis 12 Prozent in wässrigen Auszügen. Vorherrschend ist die dimere Verbindung Rugosin D.
- Weitere Bestandteile: Cumarin in Spuren, Schleimstoffe, Kohlenhydrate und Ascorbinsäure.
Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der aromatische Duft der Pflanze auf einer chemischen Umwandlung beruht: Der Salicylaldehyd, dem Mädesüß seinen mandelartigen Geruch verdankt, entsteht erst während Trocknung und Lagerung durch enzymatische Spaltung der phenolischen Glykoside. Frisches und getrocknetes Mädesüß riechen daher unterschiedlich.
Volksmedizinische Anwendungsgebiete
Für Mädesüß hat der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur zwei Anwendungsgebiete festgelegt – beide ausschließlich in der Kategorie „traditional use", also gestützt auf langjährige Anwendungserfahrung und nicht auf klinische Wirksamkeitsstudien.
Unterstützend bei Erkältung
Die erste Indikation lautet im Originalwortlaut: „Traditional herbal medicinal product for the supportive treatment of common cold" – ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung von Erkältung. Die Anwendung soll bei den ersten Anzeichen beginnen. Halten die Beschwerden während der Anwendung länger als sieben Tage an, ist ärztlicher Rat einzuholen.
Linderung leichter Gelenkschmerzen
Die zweite Indikation lautet: „Traditional herbal medicinal product for the relief of minor articular pain" – zur Linderung leichter Gelenkschmerzen. Die Betonung liegt dabei auf „minor": Die Monographie stellt ausdrücklich klar, dass das Produkt nicht für die akute Arthritis bestimmt ist, weil dieses Krankheitsbild ärztlichen Rat erfordert. Für diese Indikation gilt außerdem eine Anwendungshöchstdauer von vier Wochen. Verwandte Themen finden Sie auf unseren Seiten zu Rheuma und Gelenksabnützung (Arthrose).
Der historische Wandel der Anwendung
Interessant ist, wie sich das Anwendungsbild über die Jahrhunderte verschoben hat. Nach der Zusammenstellung der europäischen Bewertungsdokumentation wurden Zubereitungen aus Kraut und Blüten traditionell bei entzündlichen Beschwerden sowie als harntreibendes Mittel verwendet. Ein Fachautor kommt darin zu dem Schluss, dass sich die Verwendung von Mädesüß über die Jahre von einem Diuretikum hin zu einem Antirheumatikum verschoben hat. Die deutschsprachige Volksheilkunde kennt beide Stränge und empfiehlt Mädesüß traditionell bei rheumatischen Beschwerden und Gicht zur Erhöhung der Harnmenge.
Regulatorische Einordnung in der EU
Für Mädesüß existiert keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe (Health Claim) nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Der Grund ist strukturell: Rund 1.500 gesundheitsbezogene Angaben zu pflanzlichen Stoffen („Botanicals") wurden von der Europäischen Kommission zwar zur Bewertung an die EFSA übermittelt, deren Bearbeitung ist jedoch seit 2012 ausgesetzt („on hold"). Eine Positivliste für Pflanzenstoffe wurde bis heute nicht verabschiedet. Sehr wohl existieren dagegen zwei EU-Pflanzenmonographien des HMPC – eine für die Blüten (EMA/HMPC/434894/2010, angenommen am 12. Juli 2011) und eine für das Kraut (EMA/HMPC/434881/2010, angenommen am 29. September 2011). Beide führen Mädesüß ausschließlich unter traditional use; die Spalte well-established use ist in beiden Dokumenten durchgehend leer. Mädesüß ist damit ausdrücklich keine wissenschaftlich anerkannte, sondern eine traditionell verwendete Arzneipflanze. Wir sagen das offen, weil eine korrekte Einordnung wertvoller ist als eine schöne Formulierung.
Anwendung und Dosierung
Die europäischen Monographien geben für Blüten und Kraut unterschiedliche Dosierungen an. Alle Angaben gelten für Erwachsene und ältere Menschen; die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.
Mädesüßblüten (Filipendulae ulmariae flos), beide Indikationen:
- Zerkleinerte Droge als Teeaufguss: Tagesdosis 2,5 bis 6 g, aufgeteilt auf 1 bis 3 Einzeldosen.
Mädesüßkraut (Filipendulae ulmariae herba), beide Indikationen:
- Zerkleinerte Droge als Teeaufguss: Einzeldosis 1,5 bis 6 g, Tagesdosis 2 bis 18 g.
- Pulverisierte Droge: Einzeldosis 250 bis 500 mg, Tagesdosis 250 bis 1.500 mg.
- Tinktur (1:5), nur für die Indikation „leichte Gelenkschmerzen": Einzeldosis 2 bis 4 ml, Tagesdosis 6 bis 12 ml.
Anwendungsdauer: Bei Erkältung soll die Anwendung bei den ersten Anzeichen beginnen; halten die Beschwerden länger als sieben Tage an, ist ärztlicher Rat einzuholen. Bei leichten Gelenkschmerzen darf die Anwendung vier Wochen nicht überschreiten. Die Art der Anwendung ist in allen Fällen die Einnahme. Für ethanolhaltige Auszüge ist die vorgeschriebene Ethanol-Kennzeichnung zu beachten.
Ein praktischer Hinweis zur Zubereitung: Da die aromagebenden Salicylate flüchtig sind, sollte der Aufguss abgedeckt ziehen – so bleiben die flüchtigen Bestandteile weitgehend im Getränk statt im Wasserdampf.
Geschichte und Überlieferungen
Die medizinische Verwendung von Mädesüß ist seit dem späten 16. und dem 17. Jahrhundert dokumentiert. Der eigentlich berühmte Teil der Pflanzengeschichte betrifft jedoch nicht die Kräuterbücher, sondern die Namensgebung eines der bekanntesten Arzneimittel der Welt.
Der Handelsname Aspirin geht auf die alte Gattungsbezeichnung von Mädesüß zurück. Die Zusammensetzung des Namens ist gut dokumentiert: Das „A" steht für die Acetyl-Gruppe, die dem Salicylsäure-Molekül chemisch angehängt wurde. Der Mittelteil „spir" leitet sich vom lateinischen Spiraea ab – jener Gattung, zu der Mädesüß damals gezählt wurde und die Salicylaldehyd enthält, eine Vorstufe der Salicylsäure. Im Deutschen war für Salicylsäure zeitweise die Bezeichnung „Spirsäure" gebräuchlich; entsprechend hieß die acetylierte Verbindung „Acetylspirsäure". Die Endung „-in" war zu jener Zeit eine gängige Endung für Arzneimittelnamen. Die Bayer-Gesellschaft ließ das Präparat am 6. März 1899 unter dem Handelsnamen Aspirin registrieren.
Dieser Zusammenhang wird häufig verkürzt wiedergegeben, deshalb hier die saubere Fassung: Aspirin wurde nicht aus Mädesüß hergestellt und Mädesüß enthält keine Acetylsalicylsäure. Die Verbindung ist eine namensgeschichtliche und chemiehistorische: Mädesüß war eine der Pflanzen, aus denen Salicylsäure-Vorstufen gewonnen und untersucht wurden, und die Pflanzengattung lieferte die Silbe für den Markennamen. Die klassische Salicin-Quelle der Pharmaziegeschichte ist demgegenüber die Weidenrinde.
Auch abseits der Pharmaziegeschichte hat Mädesüß eine lange Kulturgeschichte. Der intensive Honigduft machte die Pflanze zu einem beliebten Streukraut, mit dem Böden und Räume ausgelegt wurden, und zu einem Aromagebenden in vergorenen Getränken – der englische Name „meadowsweet" wird auf diese Verwendung in Met zurückgeführt. In der mitteleuropäischen Volksheilkunde stand Mädesüß neben anderen Wiesenkräutern wie der Schafgarbe, den Holunderblüten und den Lindenblüten fest im Repertoire der Erkältungstees.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Dies ist der wichtigste Abschnitt dieser Seite. Mädesüß enthält Salicylate – in geringer Menge, aber in einer Substanzklasse, für die klare Vorsichtsregeln gelten.
- Gegenanzeigen (beide Monographien): Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten sowie Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff. Wer auf Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate mit Unverträglichkeitsreaktionen reagiert, sollte Mädesüß meiden.
- Gleichzeitige Einnahme von Salicylaten und anderen NSAR: Die Monographien empfehlen die gleichzeitige Anwendung ohne ärztlichen Rat ausdrücklich nicht. Klinisch dokumentierte Wechselwirkungen liegen zwar nicht vor – die Monographien führen unter „Wechselwirkungen" ausdrücklich „keine berichtet" an –, theoretisch besteht jedoch ein Interaktionspotenzial mit anderen salicylathaltigen Präparaten und NSAR-Medikamenten.
- Gerinnungshemmende Medikamente: Wer Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmer einnimmt, sollte die Anwendung von Mädesüß vorab ärztlich abklären. Hintergrund: Salicylate greifen grundsätzlich in die Thrombozytenfunktion ein, und aus Mädesüßblüten wurde ein heparinähnlicher Komplex isoliert, der im Tierversuch nach intramuskulärer und intravenöser Gabe gerinnungshemmende und fibrinolytische Eigenschaften zeigte. Zur Einordnung: Diese Beobachtung stammt aus Tierversuchen mit Injektion, nicht aus der oralen Anwendung beim Menschen, und die Monographien leiten daraus keine formale Wechselwirkung ab. Die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt bleibt bei laufender Gerinnungstherapie dennoch der richtige Weg.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen; sie ist mangels ausreichender Daten nicht belegt. Zur sachlichen Einordnung des Hintergrunds: Bei der Gabe von Salicylaten – insbesondere Acetylsalicylsäure – an Kinder und Jugendliche im Rahmen fieberhafter Virusinfekte wie Windpocken oder Influenza ist das seltene, aber schwerwiegende Reye-Syndrom beschrieben, eine Enzephalopathie mit Leberbeteiligung. Seit 1980 wird deshalb von der Gabe von Salicylaten an Kinder mit Varizellen oder grippeähnlichen Erkrankungen abgeraten. Wichtig für eine ehrliche Darstellung: Ob sich dieser Zusammenhang auf salicylathaltige Pflanzendrogen mit ihren deutlich geringeren und glykosidisch gebundenen Salicylatmengen übertragen lässt, ist nicht belegt. Die europäischen Monographien begründen die Altersgrenze von 18 Jahren ausdrücklich mit der unzureichenden Datenlage, nicht mit einem bestätigten Reye-Risiko. Genau weil diese Frage offen ist, gilt die Altersgrenze.
- Asthma und Salicylatintoleranz: Menschen mit Asthma bronchiale und bekannter Salicylatintoleranz sollten Mädesüß meiden. In der Bewertungsdokumentation der Europäischen Arzneimittel-Agentur ist dokumentiert, dass ethanolische und wässrige Zubereitungen von Mädesüßblüten im Tierversuch den Bronchialtonus bei Katzen erhöhten und die bronchospastische Wirkung von Histamin beim Meerschweinchen verstärkten. Diese Befunde stammen aus dem Tierversuch, sind aber ein sachlicher Grund zur Zurückhaltung. Mehr dazu auf unserer Seite zu Asthma.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit ist nicht belegt; mangels ausreichender Daten wird die Anwendung nicht empfohlen. Daten zur Fertilität liegen nicht vor.
- Warnzeichen bei Erkältung: Übersteigt das Fieber 39 °C, hält es an oder geht es mit starken Kopfschmerzen einher, oder verschlimmern sich die Beschwerden während der Anwendung, ist ärztlicher Rat einzuholen.
- Akute Arthritis: Das Produkt ist dafür nicht bestimmt – dieses Krankheitsbild erfordert ärztlichen Rat.
- Nebenwirkungen und Überdosierung: In den Monographien sind keine Nebenwirkungen bekannt und kein Fall einer Überdosierung berichtet. Studien zur Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit wurden nicht durchgeführt.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Enthält Mädesüß wirklich Aspirin?
Nein. Mädesüß enthält keine Acetylsalicylsäure. Die Pflanze enthält Salicylate, überwiegend glykosidisch gebunden, in einer geschätzten Gesamtmenge von weniger als 0,5 Prozent, sowie Salicylaldehyd als Hauptbestandteil des flüchtigen Anteils. Die Verbindung zu Aspirin ist eine namensgeschichtliche: Das „A" steht für Acetyl, „spir" für die alte Gattungsbezeichnung Spiraea, zu der Mädesüß gezählt wurde; im Deutschen hieß Salicylsäure zeitweise „Spirsäure". Bayer registrierte den Namen am 6. März 1899.
Wer sollte Mädesüß nicht anwenden?
Nach den europäischen Pflanzenmonographien gilt eine Gegenanzeige bei Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten sowie gegenüber dem Wirkstoff selbst. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, ebenso nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Die gleichzeitige Einnahme von Salicylaten und anderen NSAR wird ohne ärztlichen Rat nicht empfohlen. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder an Asthma mit Salicylatintoleranz leidet, sollte vorab ärztlichen Rat einholen.
Wie lange darf Mädesüß angewendet werden?
Das hängt von der Indikation ab. Bei Erkältung soll die Anwendung bei den ersten Anzeichen beginnen; halten die Beschwerden länger als sieben Tage an, ist ärztlicher Rat einzuholen. Bei leichten Gelenkschmerzen darf die Anwendung vier Wochen nicht überschreiten. Bleiben die Beschwerden während der Anwendung bestehen, ist ebenfalls ärztlicher Rat einzuholen. Für akute Arthritis ist Mädesüß ausdrücklich nicht bestimmt.
Ist die Wirkung von Mädesüß wissenschaftlich anerkannt?
Nein. Beide europäischen Pflanzenmonographien – jene für die Blüten (EMA/HMPC/434894/2010) und jene für das Kraut (EMA/HMPC/434881/2010) – führen Mädesüß ausschließlich in der Kategorie „traditional use". Die Spalte „well-established use", also die wissenschaftlich anerkannte Anwendung, ist in beiden Dokumenten durchgehend leer. Die Einstufung beruht auf langjähriger Anwendungserfahrung, nicht auf klinischen Wirksamkeitsstudien. Ein zugelassener Health Claim nach der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 existiert für Mädesüß ebenfalls nicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- European Medicines Agency / HMPC (2011): Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., flos, EMA/HMPC/434894/2010, angenommen am 12. Juli 2011. PDF (englisch)
- European Medicines Agency / HMPC (2011): Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba, EMA/HMPC/434881/2010, angenommen am 29. September 2011. PDF (englisch)
- European Medicines Agency / HMPC (2011): Assessment report on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba and Filipendula ulmaria (L.) Maxim., flos, EMA/HMPC/434892/2010. PDF (englisch)
- European Medicines Agency: Übersichtsseiten zu den Drogen Filipendulae ulmariae flos und Filipendulae ulmariae herba
- European Medicines Agency / HMPC: European Union herbal monograph on Species pectorales – Mädesüßblüten als anerkannter Bestandteil von Brustteemischungen. PDF (englisch)
- Goldberg D. R.: Aspirin: Turn-of-the-Century Miracle Drug. Distillations Magazine, Science History Institute – zur Herkunft des Namens aus Acetyl, Spiraea und „Spirsäure" sowie zur Registrierung am 6. März 1899. sciencehistory.org
- Merck Manual, Professional Edition: Reye Syndrome – zum Zusammenhang zwischen Salicylatgabe bei Kindern mit Virusinfekten und dem Reye-Syndrom. merckmanuals.com
- Europäische Kommission: EU Register of nutrition and health claims – Stand der Bewertung von Botanicals. ec.europa.eu
- Wikipedia: Echtes Mädesüß

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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