Kakaobohne: Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Botanik und Beschreibung
Die Kakaobohne ist der Samen des Kakaobaums (Theobroma cacao L.) – wortwörtlich „Götterspeise“ (griech. theos = Gott, broma = Speise). Der Kakaobaum gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und stammt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald Mittel- und Südamerikas. Heute wird Kakao in tropischen Regionen weltweit (Côte d'Ivoire, Ghana, Indonesien) angebaut. Die Fermentierung der Kakaobohnen nach der Ernte ist entscheidend für die Aromaentwicklung.
Inhaltsstoffe
- Flavonoide/Flavanole: Epicatechin und Catechin – hoher Polyphenol-Gehalt in Rohkakao und dunkler Schokolade
- Theobromin: Methylxanthin, mild stimulierend; Hauptalkalkoid der Kakaobohne
- Koffein: In geringer Menge (~0,1–0,5 %)
- Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan
- Anandamid und PEA (Phenylethylamin): Endogene psychoaktive Substanzen in Spuren
- Fettsäuren: Stearin-, Palmitinsäure (Sättigte) + Ölsäure (einfach ungesättigt) in Kakaobutter
Volksmedizinische Anwendungsgebiete
- Herz-Kreislauf-Unterstützung: Kakaoflavanole wurden in Studien auf ihre Wirkung auf den Blutfluss untersucht. Kakaoflavanole tragen zur normalen Blutdrükckregu¬ierung bei – EFSA-zugelassener Health Claim bei 200 mg Kakaoflavanolen täglich (aus mindestens 2,5 g Rohkakaopulver oder 10 g dunkler Schokolade).
- Stimmung und Wohlbefinden: Kakaobohne volksmedizinisch als stimmungsaufhellendes Lebensmittel genutzt. Theobromin und PEA volksmedizinisch mit positiver Stimmungswirkung assoziiert.
- Tonikum: In der aztekischen Volksmedizin als Kräftigungsgetränk „xocolatl“ überliefert.
Anwendung und Dosierung
- Rohkakao-Pulver: 2–3 Teelöffel (ca. 6–8 g) täglich, in Smoothies, Milch oder Joghurt
- Dunkle Schokolade (70 %+): 20–30 g täglich als natürliche Kakaoflavanolquelle
- Kakaonibs: Rohe, zerbrochene Kakaobohnen – als Snack oder im Müsli
- Standardisierter Kakaoextrakt: Gemäß Herstellerangaben
Geschichte und Überlieferungen
Die Azteken und Maya nutzten Kakao als Kultgetränk und Währung seit über 3.000 Jahren. Das Wort „Cacao“ stammt aus dem Maya-Wort „kakaw“. Der spanische Konquistador Hernán Cortés brachte Kakao im 16. Jahrhundert nach Europa, wo er zunächst als Arznei- und Luxusmittel galt.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
- Migräne: Kakao kann bei einigen Personen Migräneanfälle triggern
- Theobromin: Für Hunde und Katzen toxisch – nicht für Haustiere geeignet
- Koffeinempfindlichkeit: Kakaokoffein beachten
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Was sind Kakaoflavanole?
Kakaoflavanole (insbesondere Epicatechin und Catechin) sind Pflanzenstoffe aus der Klasse der Flavonoide. Sie kommen natürlich in der Kakaobohne vor und sind für den größten Teil der gesundheitlichen Eigenschaften von Kakao verantwortlich.
Was ist der Unterschied zwischen Kakao und Schokolade?
Rohkakao ist die Kakaobohne in getrocknetem und fermentiertem Zustand. Schokolade ist ein verarbeitetes Produkt aus Kakaobohnen mit Zuckerzätz, bei dem je nach Sorte unterschiedlich viele Flavanoide erhalten bleiben. Dunkle Schokolade (≥70 % Kakaogehalt) hat den höchsten Flavanolgehalt.
Quellenangaben
- EFSA (2012): Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to cocoa flavanols. EFSA Journal 10(7):2809. DOI: 10.2903/j.efsa.2012.2809
- Wikipedia: Kakaobohne
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.