Irgendwann zwischen Anfang vierzig und Mitte fünfzig beginnt bei jeder Frau eine Phase der hormonellen Umstellung. Manche merken davon kaum etwas, andere erleben über Jahre spürbare Veränderungen. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Übergang. Wer die Anzeichen kennt und weiß, was in dieser Zeit im Körper passiert, kann ihr gelassener begegnen.
Was in den Wechseljahren passiert
In den Wechseljahren (Klimakterium) lässt die Hormonproduktion der Eierstöcke allmählich nach. Zunächst sinkt meist das Progesteron, später auch das Östrogen. Die Menopause bezeichnet dabei genau einen Zeitpunkt: die letzte Regelblutung, die im Rückblick nach zwölf Monaten ohne Blutung festgestellt wird. Im deutschsprachigen Raum liegt sie im Durchschnitt um das 51. Lebensjahr. Die Jahre davor nennt man Perimenopause, die Zeit danach Postmenopause. Eine ausführliche Darstellung finden Sie im Lexikonbeitrag zu den Wechseljahren.
Erste Anzeichen der Wechseljahre
- Veränderter Zyklus: Die Abstände zwischen den Blutungen werden kürzer oder länger, die Blutungen stärker oder schwächer.
- Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen: plötzliche Wärmewellen, oft mit Rötung von Gesicht und Hals.
- Schlafprobleme: Ein- und Durchschlafprobleme, häufig im Zusammenhang mit nächtlichem Schwitzen.
- Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit oder innere Unruhe.
- Weitere Veränderungen: trockenere Haut und Schleimhäute, Gelenkbeschwerden, verringerte Konzentration.
Viele dieser Anzeichen können auch andere Ursachen haben — etwa eine Schilddrüsenfehlfunktion. Ärztlicher Rat ist deshalb sinnvoll, vor allem bei sehr starken oder ungewöhnlichen Blutungen sowie bei Blutungen nach der Menopause.
Hitzewallungen: was im Alltag hilft
Viele Frauen empfinden einfache Maßnahmen als hilfreich: Kleidung im Zwiebelprinzip, ein kühles Schlafzimmer, atmungsaktive Bettwäsche, regelmäßige Bewegung und weniger Auslöser wie scharfe Speisen, Alkohol und sehr heiße Getränke. Weitere Anregungen finden Sie im Lexikonbeitrag zu Hitzewallungen. Rund um den Schlaf hilft ein fester Abendrhythmus — mehr dazu im Beitrag zum Ein- und Durchschlafen.
Pflanzen mit Tradition in den Wechseljahren
In der traditionellen Pflanzenkunde gibt es eine Reihe von Pflanzen, die seit Langem mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden:
- Frauenmantel — der Name sagt es bereits: eine klassische „Frauenpflanze" der Volksheilkunde, meist als Tee verwendet.
- Salbei — traditionell als Tee, vor allem im Zusammenhang mit starkem Schwitzen.
- Rotklee — enthält sogenannte Isoflavone, pflanzliche Inhaltsstoffe, die in der Forschung zu den Wechseljahren untersucht werden.
- Traubensilberkerze — die Wurzel wird in pflanzlichen Arzneimitteln verwendet. Da sehr selten Leberreaktionen beschrieben wurden, sollte die Anwendung mit ärztlichem oder pharmazeutischem Rat erfolgen.
Gerade bei hormonell wirksamen Pflanzenstoffen und bei einer Vorgeschichte mit hormonabhängigen Erkrankungen ist eine Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt wichtig.
Nährstoffe in dieser Lebensphase
Mit sinkendem Östrogenspiegel rücken die Knochen stärker in den Blick, denn das Risiko für Osteoporose steigt nach der Menopause. Calcium und Vitamin D werden für die Erhaltung normaler Knochen benötigt. Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Eine ausgewogene Ernährung mit Milchprodukten oder calciumreichem Mineralwasser, grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorn sowie regelmäßige Bewegung bilden die Grundlage.
Und die Männer?
Auch bei Männern verändert sich der Hormonhaushalt mit dem Alter — allerdings langsamer und weniger einschneidend. Was es mit den sogenannten Wechseljahren beim Mann auf sich hat, erklärt unser Lexikonbeitrag.
Häufige Fragen
Wann beginnen die Wechseljahre?
Meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, oft mit ersten Zyklusveränderungen schon einige Jahre vor der letzten Regelblutung.
Wie lange dauern die Wechseljahre?
Die gesamte Übergangszeit erstreckt sich häufig über mehrere Jahre. Hitzewallungen können einige Jahre lang auftreten, werden mit der Zeit aber meist seltener.
Ist Frauenmanteltee in den Wechseljahren geeignet?
Frauenmantel wird in der Volksheilkunde traditionell als Tee in dieser Lebensphase verwendet. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt er keine ärztliche Abklärung.
Fazit
Die Wechseljahre sind eine Zeit des Wandels, die jede Frau anders erlebt. Wer die Anzeichen kennt, auf Schlaf, Bewegung und eine knochenfreundliche Ernährung achtet und sich bei stärkeren Beschwerden ärztlich beraten lässt, kann diese Lebensphase gut und selbstbestimmt gestalten.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.
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