Wechseljahre beim Mann (Andropause) – natürliche Unterstützung

Ursachen und Symptome

Die Wechseljahre beim Mann – fachlich Klimakterium virile oder Andropause genannt – bezeichnen eine Lebensphase, in der der Testosteronspiegel langsam abnimmt. Anders als bei der Frau, deren Hormonproduktion in den Wechseljahren vergleichsweise rasch umstellt, verläuft der Rückgang beim Mann meist schleichend über viele Jahre, oft ab etwa dem 40. bis 50. Lebensjahr. Männliche Geschlechtshormone bleiben dabei zeitlebens dominant, und nicht jeder Mann bemerkt überhaupt Beschwerden.

Mögliche Anzeichen sind nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, eine Abnahme von Libido und Erektionsfähigkeit, Muskelabbau sowie eine Zunahme von Bauchfett. Diese Symptome sind unspezifisch und können ebenso durch Stress, Schlafmangel, Übergewicht, Bewegungsmangel oder andere Erkrankungen bedingt sein – deshalb lassen sie sich nicht allein einem Hormonmangel zuordnen.

Ob tatsächlich ein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel vorliegt, lässt sich nur ärztlich durch Blutuntersuchungen und eine Gesamtbeurteilung klären. Wichtig zu wissen: Eine Testosteronersatztherapie wird nicht generell empfohlen, da Nutzen und Risiken sorgfältig abzuwägen sind. Umso mehr lohnt sich ein Blick auf Lebensstil und allgemeine Gesundheit.

Wichtiger Hinweis: ärztliche Abklärung

Anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Da die Anzeichen unspezifisch sind, ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um andere Ursachen wie Schilddrüsenstörungen, Diabetes, Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszuschließen und um zu klären, ob ein Testosteronmangel vorliegt. Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel können einen gesunden Lebensstil ergänzen, sind aber kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und keine Hormontherapie. Nehmen Sie insbesondere keine testosteronsteigernden Präparate ohne ärztliche Begleitung ein.

Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln

In Ernährung und Naturheilkunde werden traditionell einige Pflanzen und Nährstoffe geschätzt, die Vitalität und allgemeines Wohlbefinden begleiten. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung und sind kein Mittel gegen einen Hormonmangel:

  • Zink: Zink trägt zu einem normalen Testosteronspiegel im Blut bei (zugelassener EFSA-Health-Claim, endproduktgebunden).
  • Ginseng: Ginseng wird in der traditionellen Medizin seit Langem als kräftigende Pflanze zur Unterstützung von Energie und Wohlbefinden geschätzt.
  • Maca: Die Andenpflanze Maca wird traditionell als kräftigendes Superfood für Vitalität und Ausdauer geschätzt.
  • Tribulus terrestris: Tribulus wird in der Volksheilkunde traditionell im Zusammenhang mit Vitalität und Libido genannt.
  • Brennnessel(-wurzel): Die Brennnesselwurzel wird traditionell mit Bezug auf die männliche Blasen- und Prostatagesundheit geschätzt.

Anwendung im Alltag

Den größten Einfluss haben in dieser Lebensphase Lebensstil und Alltagsgewohnheiten. Regelmäßige Bewegung, insbesondere Kraft- und Ausdauertraining, unterstützt Muskulatur, Stimmung und Stoffwechsel. Eine ausgewogene, gemüse- und eiweißbetonte Ernährung mit ausreichend Zink (etwa aus Kürbiskernen, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen) sowie ein gesundes Körpergewicht wirken sich günstig aus. Guter, ausreichender Schlaf ist für den Hormonhaushalt bedeutsam. Ein bewusster Umgang mit Stress, Entspannungsphasen sowie ein maßvoller Umgang mit Alkohol und der Verzicht auf Rauchen runden die Selbstfürsorge ab. Auch soziale Kontakte und Aufgaben, die Freude machen, tragen zum Wohlbefinden bei.

Viele Beschwerden dieser Lebensphase – von Müdigkeit über Antriebsmangel bis zu Stimmungstiefs – lassen sich bereits durch solche Lebensstiländerungen spürbar bessern, ohne dass gleich ein Hormonmangel dahinterstecken muss. Gehen Sie kleine Schritte an: mehr Bewegung im Alltag, regelmäßige Mahlzeiten, feste Schlafenszeiten. Sinnvoll ist es außerdem, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, da sich in dieser Lebensphase auch Blutdruck, Blutzucker und Prostata verändern können. So wird aus einer diffusen Sorge ein Thema, das sich aktiv und gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt gestalten lässt.

Wann ärztliche Abklärung besonders wichtig ist

Suchen Sie ärztlichen Rat bei anhaltender Müdigkeit und Antriebslosigkeit, deutlichem Libidoverlust oder Erektionsproblemen, depressiver Verstimmung, ungewolltem Gewichts- oder Muskelverlust sowie bei Schlafstörungen, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Erektionsstörungen können ein früher Hinweis auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein und sollten deshalb ernst genommen werden. Auch Beschwerden beim Wasserlassen gehören urologisch abgeklärt.

Gegenanzeigen und Hinweise

Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht überdosiert werden – zu viel Zink etwa kann auf Dauer schaden; halten Sie sich an die empfohlenen Mengen. Pflanzen wie Ginseng oder Tribulus können mit Medikamenten wechselwirken und gehören bei Vorerkrankungen sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern, Blutdruck- oder Diabetesmedikamenten in ärztliche Absprache. Präparate mit dem Versprechen einer Testosteronsteigerung sollten Sie kritisch betrachten und nicht ohne ärztliche Begleitung verwenden. Diese Naturmittel sind zur begleitenden Unterstützung eines gesunden Lebensstils gedacht und ersetzen keine ärztliche Behandlung.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Gibt es die Wechseljahre beim Mann wirklich?

Der Testosteronspiegel nimmt bei Männern mit dem Alter langsam ab, weshalb man von Andropause oder Klimakterium virile spricht. Anders als bei der Frau verläuft dieser Prozess schleichend, und nicht jeder Mann hat spürbare Beschwerden. Ob ein behandlungsbedürftiger Mangel vorliegt, klärt die ärztliche Untersuchung.

Kann man den Testosteronspiegel natürlich beeinflussen?

Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, ausgewogener Ernährung, gutem Schlaf, gesundem Gewicht und wenig Stress unterstützt den Hormonhaushalt. Zink trägt laut zugelassenem EFSA-Health-Claim zu einem normalen Testosteronspiegel im Blut bei. Eine gezielte Hormontherapie ist jedoch immer ärztlich zu entscheiden.

Helfen pflanzliche Mittel bei Andropause-Beschwerden?

Pflanzen wie Ginseng oder Maca werden traditionell zur Unterstützung von Vitalität und Wohlbefinden geschätzt, sind aber kein Mittel gegen einen Hormonmangel und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Anhaltende Beschwerden sollten abgeklärt werden.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Bei anhaltender Müdigkeit, Libidoverlust, Erektionsproblemen, depressiver Verstimmung, ungewolltem Muskel- oder Gewichtsverlust sowie Beschwerden beim Wasserlassen ist eine ärztliche Abklärung ratsam – auch um andere Ursachen auszuschließen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Klimakterium virile
  2. Wikipedia (EN): Late-onset hypogonadism
  3. Wikipedia: Testosteron

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.