Ysop (Hyssopus officinalis) – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung
Botanik und Beschreibung
Der Ysop (Hyssopus officinalis L.) ist ein ausdauernder Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) – er steht damit in einer Reihe mit Salbei, Thymian, Rosmarin und Lavendel. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 Zentimetern, verholzt an der Basis und bildet aufrechte, dicht beblätterte Triebe mit schmalen, lanzettlichen Blättern.
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blüten stehen in einseitswendigen, ährenartigen Scheinquirlen und sind meist tiefblau bis violett, seltener rosa oder weiß. Ysop ist eine ausgesprochen gute Bienen- und Hummelweide und wird deshalb in vielen Bauern- und Klostergärten auch aus diesem Grund gepflanzt.
Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst Süd- und Osteuropa, Westasien und Nordafrika; in Mitteleuropa ist Ysop ein alter Kulturflüchtling. Er gedeiht laut botanischer Beschreibung „in Mitteleuropa meist auf kalkhaltigen oder sonst basenreichen, lockeren, trockenen steinig-flachgründigen Böden“ – gemeint sind sonnige, magere, gut drainierte Standorte. Genau diese Ansprüche machen ihn zu einer dankbaren, trockenheitsverträglichen Gartenpflanze, die kaum Pflege verlangt.
Als Heildroge dienen die getrockneten, blühenden oberirdischen Pflanzenteile – in der Fachsprache Hyssopi herba, also Ysopkraut. Für die Küche werden die jungen, frischen Blätter verwendet. Ein völlig anderes Erzeugnis ist das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Ysopöl: Es ist deutlich hochkonzentriert und – wie Sie weiter unten lesen – der sicherheitskritische Punkt bei dieser Pflanze.
Inhaltsstoffe
Das Wirkstoffbild des Ysops setzt sich aus dem ätherischen Öl und einer typischen Lippenblütler-Begleitgarnitur zusammen:
- Ätherisches Öl: Die charakteristischen Hauptkomponenten sind die bicyclischen Monoterpenketone Pinocamphon und Isopinocamphon, dazu β-Pinen sowie weitere Terpenoide wie Limonen, Myrcen und Sabinen. Die Zusammensetzung schwankt erheblich – analytische Untersuchungen an Populationen unterschiedlicher Herkunft und zu verschiedenen Entwicklungsstadien zeigen, dass Standort, Witterung, Chemotyp, Erntezeitpunkt und Destillationsverfahren das Profil deutlich verschieben. Das ist keine akademische Feinheit: Der Anteil der Monoterpenketone entscheidet über das Risikoprofil des Öls.
- Flavonoide: Unter anderem Luteolin, Quercetin, Apigenin und deren Glucoside; auch Diosmin wurde in Hyssopus officinalis analytisch bestimmt.
- Gerbstoffe: Überwiegend kondensierte Gerbstoffe, die den leicht zusammenziehenden Geschmack der Droge mitprägen.
- Phenolcarbonsäuren: Insbesondere Rosmarinsäure – ein typischer Lamiaceen-Inhaltsstoff.
- Weitere Begleitstoffe: Cumarine, Polysaccharide, Triterpene, Carotinoide, organische Säuren (unter anderem Zitronen-, Oxal- und Ascorbinsäure) sowie der Bitterstoff Marrubiin.
Für die Praxis ist die Unterscheidung zentral: Die Teedroge (Ysopkraut) enthält das ätherische Öl in stark verdünnter Form im Pflanzenmaterial. Das reine ätherische Öl ist demgegenüber ein Konzentrat, in dem die Monoterpenketone um Größenordnungen höher vorliegen. Beide Zubereitungen sind sicherheitstechnisch nicht dasselbe und dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Volksmedizinische Anwendungsgebiete
Ysop gehört zu den klassischen Klosterpflanzen Mitteleuropas und ist in der europäischen Kräuterliteratur seit dem Mittelalter durchgehend präsent.
Atemwege in der überlieferten Anwendung
Die häufigste überlieferte Verwendung betrifft die Atemwege. Ysopkraut wurde traditionell als Teeaufguss bei Husten und Verschleimung eingesetzt, oft in Mischungen mit anderen aromatischen Lippenblütlern oder mit Spitzwegerich. In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie aus dem Jahr 2024 wurde ein Ysop-Sirup begleitend bei leichtem bis mittelschwerem Asthma untersucht. Es handelt sich um eine einzelne Untersuchung mit begrenzter Teilnehmerzahl; für belastbare Aussagen sind weitere, größere Studien erforderlich. Ysop ist und bleibt kein Ersatz für eine ärztlich verordnete Asthmatherapie.
Verdauung und Küchenkraut
Der leicht bittere, herb-würzige Geschmack führte dazu, dass Ysop traditionell auch bei Völlegefühl nach fettreichen Speisen verwendet wurde. In der Küche wird er sparsam eingesetzt: Junge Laubblätter werden kleingehackt über Salate, Hülsenfrüchte, Lammgerichte oder Kräuterquark gegeben. Weil die Pflanze beim Trocknen deutlich an Aroma verliert, verwendet man sie in der Küche am besten frisch. Ysop ist außerdem historisch als Bestandteil von Kräuterlikören bekannt.
Äußerliche und aromatische Verwendung
Überliefert sind Umschläge und Waschungen mit Ysopaufguss sowie die Verwendung des Krautes in Kräuterkissen. Das ätherische Ysopöl findet in der Duft- und Aromenindustrie Verwendung; für die private Anwendung an oder in der Nähe von Menschen ist es aus den unten genannten Gründen ungeeignet. Allgemeines zum Umgang mit Konzentraten finden Sie in unserem Beitrag zu ätherischen Ölen.
Regulatorische Einordnung in der EU
Für Ysop existiert keine Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) – weder als „well-established use“ noch als „traditional use“. Wir haben das nicht vorausgesetzt, sondern belegt: Der offizielle EMA-Datensatz zu pflanzlichen Arzneimitteln enthält 204 Monographieeinträge; eine Volltextsuche darin liefert für Hyssopus beziehungsweise Hyssopi null Treffer, während die Gegenprobe mit gesicherten Einträgen (Urtica, Valeriana, Echinacea, Hedera, Ricinus) erwartungsgemäß anschlägt. Der Nullbefund ist damit ein echtes Ergebnis und kein Abrufproblem.
Auch eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe (Health Claim) liegt nicht vor. Der vollständige Datenbestand des EU-Registers nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben umfasst 2.337 Einträge, davon 269 zugelassen und 2.067 nicht zugelassen. Für Hyssopus und Hyssop findet sich dort kein einziger Eintrag: Zum Ysop wurde also weder ein Claim zugelassen noch überhaupt jemals einer zur Bewertung eingereicht. Die Gegenprobe mit Vitamin C, Calcium und Walnuss lieferte die erwarteten Treffer.
Rechtlich relevant ist außerdem eine lebensmittelrechtliche Begrenzung, die die traditionelle Verwendung gut abbildet: In Teemischungen ist die Beigabe von bis zu 5 % Ysopkraut als Geschmackskorrigens erlaubt. Ysop ist damit in erster Linie ein Würz- und Aromakraut – und genau so sollten Sie ihn auch verwenden.
Anwendung und Dosierung
Da keine EMA-Monographie und damit keine anerkannte arzneiliche Standarddosierung vorliegt, geben wir hier ausschließlich die traditionelle Zubereitung der Teedroge wieder – ausdrücklich keine therapeutische Empfehlung.
- Teeaufguss (traditionell): Etwa 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Ysopkraut mit 150 bis 200 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Das Zudecken ist wichtig, damit die flüchtigen Bestandteile nicht mit dem Wasserdampf entweichen.
- Teemischung: In Kräutermischungen wird Ysop üblicherweise als kleiner Anteil eingesetzt – die lebensmittelrechtliche Obergrenze von 5 % als Geschmackskorrigens ist ein guter Orientierungswert für die Praxis.
- Küche: Junge, frische Blätter fein hacken und sparsam dosieren; Ysop ist geschmacklich durchsetzungsstark.
- Anwendungsdauer: Von einer dauerhaften, hochdosierten Anwendung über längere Zeiträume wird ausdrücklich abgeraten (siehe Sicherheitsteil).
- Reines ätherisches Ysopöl: Nicht zur Selbstanwendung geeignet – weder innerlich noch als Einreibung, Inhalation oder Duftöl in Wohnräumen mit Kindern. Bitte lesen Sie dazu zwingend den folgenden Abschnitt.
Für den eigenen Garten ist Ysop unkompliziert: Er braucht einen vollsonnigen, eher mageren und gut durchlässigen Platz, verträgt Trockenheit gut und dankt einen Rückschnitt im Frühjahr mit dichtem Neuaustrieb. Geerntet wird das Kraut idealerweise zu Beginn der Blüte an einem trockenen Vormittag; anschließend luftig, schattig und nicht über 40 °C trocknen und dunkel in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahren.
Fertigerzeugnisse mit Ysop werden in der EU (vorwiegend in AT und DE) hergestellt und unterliegen dem dortigen Lebensmittel- beziehungsweise Arzneimittelrecht. Halten Sie sich stets an die Angaben des jeweiligen Herstellers.
Geschichte und Überlieferungen
Der Ysop ist eine der bestdokumentierten Klosterpflanzen Europas. Er findet sich in den Gartenordnungen und Arzneibüchern des Mittelalters, und Hildegard von Bingen (12. Jahrhundert) empfahl ihn in ihren Schriften unter anderem bei Husten und Verdauungsbeschwerden. Über die Klostergärten gelangte er in die Bauerngärten Mitteleuropas, wo er bis heute steht.
Kulturgeschichtlich besonders bekannt ist die Erwähnung des „Ysop“ in der Bibel – unter anderem in Exodus 12,22, Levitikus 14,4, Numeri 19,18 und Johannes 19,29, meist im Zusammenhang mit Reinigungsritualen; im hebräischen Text steht dort Esov. Hier ist botanische Genauigkeit angebracht: Die biblische Pflanze ist nicht mit Hyssopus officinalis gleichzusetzen, denn diese Art wächst in Israel nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Majoran- beziehungsweise Oregano-Art, die zwar derselben Unterfamilie angehört, aber einer anderen Gattung. Als der biblische Ysop wird häufig der „Syrische Ysop“ (Origanum syriacum L., Synonym Majorana syriaca) genannt. Die Bibelstelle ist deshalb ein schöner Teil der Kulturgeschichte dieses Namens – aber kein Beleg für irgendeine Wirkung des heutigen Gartenysops. Wir führen sie hier bewusst als Kulturgeschichte und ausdrücklich nicht als Wirknachweis an.
Der Name „Ysop“ taucht im Übrigen auch in den Trivialnamen ganz anderer Gattungen auf: Der genannte Syrische Ysop gehört zur Gattung Origanum (Dost), der Anisysop – die Anis-Duftnessel – zur Gattung Agastache. Solche Namensverschiebungen sind in der Pflanzenkunde häufiger, als man annimmt. Sie sind der Grund, weshalb in seriösen Kräuterbeiträgen immer der botanische Name mitgeführt wird: Nur er sagt eindeutig, welche Pflanze gemeint ist – und damit auch, welches Inhaltsstoff- und Sicherheitsprofil zutrifft.
In der frühneuzeitlichen Kräuterliteratur ist Ysop durchgehend vertreten, von Dioskurides über die mittelalterlichen Arzneibücher bis zu den Materia-medica-Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. Der englische Kräuterkundige Nicholas Culpeper etwa notierte im 17. Jahrhundert Anwendungen bei Ohrensausen, Atembeschwerden und Zahnweh sowie das mit Zucker zerstoßene frische Kraut bei frischen Wunden und Schnitten. Solche historischen Angaben zeigen die Bandbreite der überlieferten Verwendung – sie entsprechen selbstverständlich nicht dem heutigen Kenntnisstand und sind keine Anwendungsempfehlung.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Beim Ysop ist der Sicherheitsteil der wichtigste Abschnitt dieser Seite. Bitte lesen Sie ihn vollständig.
Ätherisches Ysopöl: krampfauslösend
Das ätherische Ysopöl gehört zu einer Gruppe von Ölen, die in der Fachliteratur ausdrücklich als Konvulsiva – also als krampfauslösende Substanzen – beschrieben werden. Eine Übersichtsarbeit zum Sicherheitsprofil von Hyssopus-Ölen fasst zusammen, dass ätherische Öle von Ysop, Eukalyptus, Fenchel, Poleiminze, Rosmarin, Salbei, Sadebaum, Rainfarn, Thuja, Terpentin und Wermut aufgrund ihres Gehalts an hochreaktiven Monoterpenketonen – darunter Campher, Pinocamphon, Thujon, Pulegon, Sabinylacetat und Fenchon – als starke Konvulsiva einzustufen sind. Die epileptogenen Eigenschaften dieser Substanzen sind im Tiermodell gut untersucht.
Konkret wurde beschrieben, dass Wistar-Ratten nach Gabe von 80 mg/kg Ysopöl im elektrokortikographischen Ableitungsbefund subklinische generalisierte Spike-Muster entwickelten. Bei Erhöhung der Dosis auf 1,25 g/kg kam es zu rhythmischem Myoklonus, anschließend zu tonischen, klonischen beziehungsweise tonisch-klonischen Anfällen und schließlich zu einem letal verlaufenden konvulsiven Status. Vergleichbare Effekte traten bereits bei der Hälfte dieser Dosis auf, wenn statt des Gesamtöls reines Pinocamphon eingesetzt wurde – und zwar sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung. Der Hinweis auf die topische Anwendung ist wichtig: „nur auf die Haut“ ist bei diesem Öl kein Sicherheitsargument.
Auch aus der Anwendung beim Menschen liegen Berichte vor. In der Fachliteratur ist dokumentiert, dass nach Einnahme von etwa 10 bis 30 Tropfen ätherischem Ysopöl bei Erwachsenen beziehungsweise bereits 2 bis 3 Tropfen bei Kindern über mehrere Tage Vergiftungserscheinungen mit Krämpfen beobachtet wurden. Von der Anwendung höherer Dosen über längere Zeit und speziell des ätherischen Öls mit dem neurotoxisch wirkenden Pinocamphon wird deshalb ausdrücklich abgeraten.
Wer Ysopöl keinesfalls anwenden sollte
- Menschen mit Epilepsie oder anderen Krampfleiden – auch in der Vorgeschichte – und Menschen mit Fieberkrämpfen in der Anamnese.
- Schwangere und Stillende: Es gibt nur sehr wenig Forschung dazu, wie sich Ysop-Erzeugnisse in der Schwangerschaft auswirken; diskutiert werden unter anderem Effekte auf die Gebärmutter. Aufgrund der unklaren Datenlage und des Krampfrisikos ist von Ysopöl in Schwangerschaft und Stillzeit abzusehen.
- Säuglinge und Kinder: Bereits sehr kleine Mengen wurden als problematisch beschrieben. Ätherisches Ysopöl gehört nicht in die Reichweite von Kindern und nicht in Duftlampen oder Inhalationen in Kinderzimmern.
- Menschen mit neurologischen Vorerkrankungen oder unter Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken.
Abgrenzung: Teedroge und Küchenkraut
Die haushaltsübliche Verwendung des Ysopkrauts als Gewürz und die traditionelle Teezubereitung sind von diesen Warnungen nicht in gleicher Weise betroffen – die Konzentration der Monoterpenketone ist hier um ein Vielfaches geringer. Dennoch gilt auch für die Teedroge: maßvoll dosieren, nicht dauerhaft hochdosiert anwenden, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern zurückhaltend sein und bei bekannter Epilepsie ärztlich Rücksprache halten. Wer eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Lippenblütlern hat, sollte Ysop meiden.
Und ein ganz praktischer Hinweis zum Schluss: Verwechseln Sie im Handel nicht „Ysopkraut“ mit „Ysopöl“. Es sind zwei völlig verschiedene Erzeugnisse mit völlig verschiedenem Risikoprofil.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Wofür wurde Ysop traditionell verwendet?
Ysopkraut wurde in der europäischen Klostermedizin und Volksheilkunde traditionell als Teeaufguss bei Husten und Verschleimung sowie bei Völlegefühl nach schweren Speisen verwendet. Hildegard von Bingen empfahl die Pflanze im 12. Jahrhundert unter anderem bei Husten und Verdauungsbeschwerden. In der Küche dient Ysop als würziges Kraut für Salate, Hülsenfrüchte und Fleischgerichte.
Warum gilt ätherisches Ysopöl als gefährlich?
Ysopöl enthält die Monoterpenketone Pinocamphon und Isopinocamphon. Diese Stoffgruppe wird in der Fachliteratur ausdrücklich als krampfauslösend beschrieben; im Tiermodell führten entsprechende Dosen zu Anfällen bis hin zum letalen konvulsiven Status, und zwar sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung. Beim Menschen wurden nach 10 bis 30 Tropfen bei Erwachsenen beziehungsweise 2 bis 3 Tropfen bei Kindern über mehrere Tage Vergiftungserscheinungen mit Krämpfen beobachtet. Reines Ysopöl ist deshalb nicht zur Selbstanwendung geeignet.
Ist Ysoptee dasselbe wie Ysopöl?
Nein. Bei der Teedroge liegt das ätherische Öl stark verdünnt im Pflanzenmaterial vor, beim reinen ätherischen Öl handelt es sich um ein Konzentrat mit um Größenordnungen höherem Ketongehalt. In Teemischungen ist eine Beigabe von bis zu 5 % Ysopkraut als Geschmackskorrigens erlaubt. Trotzdem sollte auch die Teedroge maßvoll und nicht dauerhaft hochdosiert verwendet werden.
Ist der Ysop der Bibel dieselbe Pflanze wie der Gartenysop?
Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Der in Exodus 12,22 und Levitikus 14,4 genannte „Ysop“ ist nicht mit Hyssopus officinalis gleichzusetzen, da diese Art in Israel nicht wächst. Es handelt sich um eine Majoran- beziehungsweise Oregano-Art; häufig wird der „Syrische Ysop“ (Origanum syriacum) genannt. Die biblische Erwähnung gehört damit zur Kulturgeschichte des Namens und ist kein Beleg für eine Wirkung des heutigen Gartenysops.
Quellen und weiterführende Informationen
- Hyssopus Essential Oil: An Update of Its Phytochemistry, Biological Activities, and Safety Profile. Oxidative Medicine and Cellular Longevity 2022;2022:8442734. PMC-Volltext | DOI: 10.1155/2022/8442734
- The Genus Hyssopus: Traditional Use, Phytochemicals and Pharmacological Properties. Plants 2024;13(12):1683. PMC-Volltext | DOI: 10.3390/plants13121683
- Ontogenetic and Environmental Variability of Hyssop (Hyssopus officinalis L.) Essential Oil Composition and Activity. Plants 2026;15(3):487. PMC-Volltext | DOI: 10.3390/plants15030487
- Chemical and Biological Properties of Different Romanian Populations of Hyssopus officinalis Correlated via Molecular Docking. Plants 2024;13(22):3259. PMC-Volltext | DOI: 10.3390/plants13223259
- Effect of Hyssop (Hyssopus officinalis) Syrup on Mild to Moderate Asthma: A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trial. Tanaffos 2024. PMC-Volltext
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Datensatz „Herbal medicines for human use“ (Grundlage der Monographie-Prüfung, Stand des Abrufs: 14.08.2026). Datensatz (XLSX) | EMA: Herbal medicinal products
- Europäische Kommission: EU-Register nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (VO (EG) Nr. 1924/2006, VO (EU) Nr. 432/2012). EU-Register
- Wikipedia: Ysop

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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