Nierensteine – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung
Ursachen und Symptome
Nierensteine (medizinisch Nephrolithiasis) sind feste Ablagerungen, die entstehen, wenn bestimmte im Harn gelöste Stoffe – am häufigsten Calciumoxalat, seltener Harnsäure, Struvit oder Cystin – ihre Löslichkeitsgrenze überschreiten und auskristallisieren. Aus winzigen Kristallen können mit der Zeit größere Steine werden, die im Nierenbecken liegen bleiben oder in den Harnleiter wandern. Steine unter etwa fünf Millimetern gehen häufig von selbst ab, größere können den Harnabfluss behindern.
Zu den typischen Ursachen und Risikofaktoren zählen eine zu geringe Trinkmenge, eine sehr salz-, eiweiß- oder oxalatreiche Ernährung, Übergewicht, bestimmte Stoffwechselstörungen (etwa ein erhöhter Harnsäurespiegel oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüse), wiederkehrende Harnwegsinfekte sowie eine familiäre Veranlagung. Auch ein warmes Klima und starkes Schwitzen, das den Harn konzentriert, begünstigen die Steinbildung.
Kleine Steine bleiben oft lange unbemerkt. Wandert ein Stein jedoch in den Harnleiter, kann er heftige, wellenförmige Schmerzen im Bereich von Flanke, Rücken oder Unterbauch auslösen – die sogenannte Nierenkolik. Weitere mögliche Symptome sind Blut im Urin, häufiger Harndrang, Übelkeit, Erbrechen und – bei einer begleitenden Infektion – Fieber. Solche Beschwerden gehören immer rasch ärztlich abgeklärt.
Wichtiger Hinweis: ärztliche Abklärung ist zwingend
Nierensteine gehören in ärztliche Hand. Eine Nierenkolik, Blut im Urin, Fieber oder ausbleibender Harnabfluss sind Alarmzeichen, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern. Nur ärztlich lässt sich klären, wie groß der Stein ist, aus welchem Material er besteht und ob er von selbst abgehen kann oder entfernt werden muss. Naturheilkundliche Maßnahmen können eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Eine sogenannte Durchspülungstherapie mit harntreibenden Kräutern kommt ausschließlich bei kleinen Steinen und nur nach ärztlicher Rücksprache infrage – und ausdrücklich nicht bei Wassereinlagerungen (Ödemen), eingeschränkter Nieren- oder Herzfunktion. Trinken Sie zudem nur so viel, wie ärztlich empfohlen wird.
Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln
Ergänzend zur ärztlichen Behandlung werden in der Naturheilkunde traditionell einige harntreibende Pflanzen zur Durchspülung der Harnwege geschätzt. Sie dienen der begleitenden Anwendung und sind kein Mittel gegen Nierensteine – der Einsatz sollte immer mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgestimmt sein:
- Goldrute: Die Goldrute wird traditionell zur Durchspülung der ableitenden Harnwege verwendet; die EMA führt sie als traditionelles pflanzliches Mittel bei leichten Beschwerden im Bereich der Harnwege.
- Birkenblätter: Birkenblätter werden traditionell genutzt, um die Harnmenge zu steigern und so die Harnwege durchzuspülen (traditionelle Anwendung laut EMA-Monographie).
- Brennnessel: Brennnesselkraut wird in der Volksheilkunde traditionell als mild harntreibende Pflanze zur Durchspülung geschätzt.
- Zinnkraut (Ackerschachtelhalm): Ackerschachtelhalm wird traditionell als harntreibendes Kraut zur Durchspülung der Harnwege verwendet.
- Löwenzahn: Löwenzahn wird in der Naturheilkunde traditionell zur Anregung von Verdauung und Harnfluss geschätzt.
Anwendung im Alltag
Die wichtigste alltägliche Maßnahme ist – sofern ärztlich nichts anderes empfohlen wurde – eine ausreichende Trinkmenge über den Tag verteilt, damit der Harn verdünnt bleibt und Kristalle schlechter zusammenlagern. Wasser und ungesüßte Kräutertees sind dafür ideal. Ernährungsseitig helfen vielen Betroffenen ein maßvoller Salzkonsum, nicht übermäßig viel tierisches Eiweiß sowie – je nach Steinart – ein bewusster Umgang mit stark oxalathaltigen Lebensmitteln wie Rhabarber, Spinat oder Mangold. Eine ausgewogene, gemüsebetonte Kost und regelmäßige Bewegung unterstützen den Stoffwechsel. Welche Ernährungsform sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Steinzusammensetzung ab und sollte ärztlich besprochen werden.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei starken, kolikartigen Schmerzen in Flanke, Rücken oder Unterbauch, bei Blut im Urin, bei Fieber oder Schüttelfrost, bei anhaltender Übelkeit und Erbrechen sowie wenn der Harn kaum noch abfließt. Fieber in Verbindung mit Harnwegsbeschwerden kann auf eine ernste Infektion hindeuten und ist ein Notfall. Auch wiederkehrende Steine gehören abgeklärt, um die Ursache zu finden und einer Neubildung vorzubeugen.
Gegenanzeigen und Hinweise
Harntreibende Kräuter und eine gesteigerte Trinkmenge sind nicht für jeden geeignet: Bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Nieren- oder Herzfunktion ist eine Durchspülung ausdrücklich zu vermeiden. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollten solche Kräuter nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Wer entwässernde oder andere Medikamente einnimmt, klärt mögliche Wechselwirkungen vorab ab. Bei Korbblütler-Allergie (etwa gegenüber Goldrute oder Löwenzahn) ist Vorsicht geboten. Diese Naturmittel sind zur begleitenden Anwendung gedacht und ersetzen keine ärztliche Behandlung.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Kann man Nierensteine mit Kräutertee auflösen?
Nein. Kräutertees können Steine nicht auflösen. Harntreibende Kräuter werden traditionell nur zur begleitenden Durchspülung eingesetzt und ausschließlich bei kleinen Steinen nach ärztlicher Rücksprache. Ob und wie ein Stein behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wie viel sollte ich bei Nierensteinen trinken?
Eine ausreichende Trinkmenge hält den Harn verdünnt und wird häufig empfohlen. Die passende Menge hängt jedoch von Nieren- und Herzfunktion ab und sollte ärztlich festgelegt werden – bei bestimmten Erkrankungen ist zu viel Flüssigkeit sogar schädlich.
Welche Ernährung beugt Nierensteinen vor?
Hilfreich sind meist ausreichend Flüssigkeit, ein maßvoller Salz- und Eiweißkonsum sowie eine gemüsebetonte Kost. Je nach Steinart können zusätzliche Empfehlungen sinnvoll sein, etwa der bewusste Umgang mit oxalatreichen Lebensmitteln – das sollte individuell ärztlich abgestimmt werden.
Wann muss ich mit Nierensteinen sofort zum Arzt?
Bei heftigen kolikartigen Schmerzen, Blut im Urin, Fieber, Schüttelfrost, anhaltendem Erbrechen oder ausbleibendem Harnabfluss ist sofortige ärztliche Hilfe nötig – Fieber mit Harnwegsbeschwerden ist ein Notfall.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wikipedia: Nierenstein
- Wikipedia (EN): Kidney stone disease
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Solidago virgaurea (Goldrutenkraut)
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Betulae folium (Birkenblätter)
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
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