PMS – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung

Ursachen und Symptome

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet eine Vielzahl körperlicher und seelischer Beschwerden, die regelmäßig in den Tagen vor der Menstruation auftreten und mit dem Einsetzen der Regelblutung wieder abklingen. Die Beschwerden treten in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) nach dem Eisprung auf. Schätzungen zufolge kennen bis zu 90 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter zumindest leichte prämenstruelle Beschwerden; ein Teil der Betroffenen leidet stärker, und eine kleine Gruppe entwickelt die besonders ausgeprägte Form, die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

Zu den körperlichen Symptomen zählen Spannungsgefühle in der Brust, Wassereinlagerungen und ein aufgeblähter Bauch, Kopf- und Rückenschmerzen, Unterleibsziehen, Heißhunger und Müdigkeit. Auf seelischer Ebene werden Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, innere Unruhe, Angespanntheit und Schlafstörungen beschrieben. Art und Stärke der Beschwerden sind sehr individuell und können von Zyklus zu Zyklus schwanken.

Als Ursache werden die natürlichen hormonellen Schwankungen im Zyklus angesehen, insbesondere das Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte. Zusätzlich spielen Botenstoffe im Gehirn wie Serotonin sowie individuelle Empfindlichkeit, Stress, Schlafmangel und Lebensstil eine Rolle. PMS ist keine Einbildung, sondern ein anerkanntes, gut beschreibbares Beschwerdebild.

Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln

In der Naturheilkunde werden traditionell mehrere Pflanzen und Nährstoffe geschätzt, die das Wohlbefinden rund um den Zyklus begleiten können. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, können den Alltag aber sanft unterstützen:

  • Mönchspfeffer: Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) wird traditionell bei prämenstruellen Beschwerden und zur Begleitung des weiblichen Zyklus geschätzt.
  • Frauenmantel: Frauenmantel gilt in der Frauenheilkunde als klassisches Frauenkraut und wird traditionell begleitend bei Zyklusbeschwerden als Tee verwendet.
  • Magnesium: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zur normalen Funktion des Nervensystems bei und ist an einer normalen psychischen Funktion sowie der Verringerung von Müdigkeit beteiligt.
  • Nachtkerzenöl: Nachtkerzenöl liefert Gamma-Linolensäure und wird traditionell zur Begleitung von Haut und hormonellem Wohlbefinden geschätzt.
  • Melisse: Melisse wird traditionell zur Beruhigung, bei innerer Unruhe und Reizbarkeit geschätzt und gerne als abendlicher Tee getrunken.

Anwendung im Alltag

Viele Frauen erleben, dass ein ausgewogener Lebensstil die prämenstruellen Tage spürbar erleichtert. Regelmäßige, moderate Bewegung wie Spaziergänge, Yoga, Schwimmen oder Radfahren wirkt ausgleichend. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, Vollkornprodukten und magnesiumreichen Lebensmitteln, wenig Salz, Zucker, Alkohol und Koffein kann Wassereinlagerungen und Heißhunger entgegenwirken. Ausreichend Schlaf, Entspannungstechniken, Atemübungen und eine Wärmflasche bei Unterleibsziehen tun gut. Ein Zyklus- oder Beschwerdetagebuch hilft, den eigenen Rhythmus besser zu verstehen und belastende Tage vorausschauend zu planen. Warme Kräutertees können die Routine angenehm begleiten.

Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Beschwerden sehr stark sind, den Alltag, den Beruf oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen oder mit ausgeprägter Niedergeschlagenheit, Angst oder sogar Hoffnungslosigkeit einhergehen – hier kann eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) vorliegen, die gut behandelbar ist. Auch bei sehr schmerzhaften Regelblutungen, unregelmäßigem Zyklus, Zwischenblutungen oder wenn die Beschwerden neu und ungewohnt auftreten, ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll. Bei seelischer Belastung ist es ein Zeichen von Stärke, sich Unterstützung zu holen.

Gegenanzeigen und Hinweise

Naturmittel sind nicht für jede Person geeignet. Mönchspfeffer sollte nicht in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei hormonabhängigen Erkrankungen angewendet werden und kann mit hormonell wirksamen Medikamenten wechselwirken – lassen Sie sich ärztlich oder in der Apotheke beraten. Wer die Antibabypille oder andere Hormonpräparate einnimmt oder in ärztlicher Behandlung ist, sollte pflanzliche Mittel vorab abstimmen. Magnesium kann in höherer Dosierung abführend wirken. Achten Sie auf Ihre individuelle Verträglichkeit.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Was ist PMS?

PMS ist eine Kombination körperlicher und seelischer Beschwerden, die regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte vor der Menstruation auftreten und mit der Regelblutung wieder abklingen.

Welche Beschwerden sind typisch?

Häufig sind Brustspannen, Wassereinlagerungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Heißhunger und Müdigkeit sowie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, innere Unruhe und Schlafstörungen.

Was kann ich selbst tun?

Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und Zucker, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken können die prämenstruellen Tage erleichtern. Ein Zyklustagebuch hilft, den eigenen Rhythmus zu verstehen.

Wann sollte ich ärztlichen Rat suchen?

Wenn die Beschwerden sehr stark sind, den Alltag deutlich beeinträchtigen oder mit ausgeprägter Niedergeschlagenheit einhergehen, sollten Sie ärztlichen bzw. gynäkologischen Rat einholen, da eine behandelbare PMDS vorliegen kann.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Prämenstruelles Syndrom
  2. Wikipedia (EN): Premenstrual syndrome
  3. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Vitex agnus-castus L., fructus (Mönchspfeffer)
  4. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Oenothera biennis L., oleum (Nachtkerzenöl)
  5. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Melissa officinalis L., folium (Melisse)

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.