Gallensteine – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung

Ursachen und Symptome

Als Gallensteine bezeichnet man feste Ablagerungen, die sich in der Gallenblase oder den Gallenwegen bilden. Sie entstehen, wenn das Gleichgewicht der Gallenflüssigkeit gestört ist – am häufigsten durch einen zu hohen Cholesterinanteil. Gallensteine sind sehr verbreitet, bleiben aber bei vielen Menschen ein Leben lang unbemerkt.

Zu den Risikofaktoren zählen weibliches Geschlecht, höheres Lebensalter, Übergewicht, eine fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, Schwangerschaften, eine familiäre Veranlagung sowie sehr schnelle Gewichtsabnahme. Bekannt ist die Merkregel der „sechs F" (female, fat, fertile, forty, fair, family), die typische Risikomerkmale zusammenfasst.

Symptomatisch werden Gallensteine vor allem, wenn sie einen Gallengang verlegen. Dann kann es zu einer Gallenkolik kommen – heftigen, krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, die in Rücken oder rechte Schulter ausstrahlen, oft nach fettreichen Mahlzeiten und begleitet von Übelkeit. Wichtig: Bei Gallensteinen ist eine ärztliche Abklärung zwingend. Von einer eigenmächtigen „Gallensteinkur" ist abzuraten, da galletreibende Mittel eine Kolik auslösen können.

Natürliche Unterstützung mit Naturheilmitteln

Die folgenden Pflanzen werden in der Naturheilkunde traditionell mit Verdauung, Leber und Gallefluss in Verbindung gebracht. Bei bereits vorhandenen Gallensteinen sind galletreibende Mittel jedoch nicht ohne ärztliche Rücksprache anzuwenden, da sie Koliken auslösen können. Die folgende Übersicht dient ausschließlich der Information:

  • Artischocke: Die Artischocke enthält Bitterstoffe und wird traditionell zur Anregung von Verdauung und Gallefluss geschätzt – bei vorhandenen Gallensteinen jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Löwenzahn: Löwenzahn zählt zu den klassischen Bitterpflanzen und wird volkstümlich zur Verdauungsanregung verwendet; bei Gallenwegsverschluss ist er nicht geeignet.
  • Mariendistel: Die Mariendistel wird traditionell mit der Leber in Verbindung gebracht und ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen zu ihrem Wirkstoff Silymarin.
  • Kurkuma: Kurkuma wird in der traditionellen Anwendung mit Verdauung und Gallefluss verbunden; bei Gallensteinen ist wegen der galletreibenden Eigenschaft Vorsicht und ärztliche Rücksprache geboten.
  • Pfefferminze: Pfefferminze wird in der Erfahrungsheilkunde bei Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden geschätzt und als milder Tee getrunken.

Anwendung im Alltag

Vorbeugend gilt eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten als günstig, ebenso regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht. Sehr fettreiche Mahlzeiten können bei bestehenden Steinen Beschwerden auslösen und werden von vielen Betroffenen gemieden. Achten Sie auf ausreichendes Trinken und vermeiden Sie extreme Crash-Diäten, da sehr schnelle Gewichtsabnahme die Steinbildung fördern kann. Wichtig: Alle Maßnahmen bei nachgewiesenen Gallensteinen sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgestimmt werden.

Viele Betroffene vertragen mehrere kleine, fettärmere Mahlzeiten besser als wenige üppige. Es kann hilfreich sein, zu beobachten, welche Speisen bei Ihnen Beschwerden auslösen, und diese Beobachtungen mit Ihrem Behandlungsteam zu besprechen, statt eigenständig mit Kuren zu experimentieren. Regelmäßige Bewegung und ein langsam erreichtes, stabiles Körpergewicht gelten als günstig. Bei stummen, also beschwerdefreien Gallensteinen ist häufig keine Behandlung nötig – wie vorgegangen wird, entscheidet die ärztliche Untersuchung im Einzelfall.

Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Bei Gallensteinen ist eine ärztliche Abklärung zwingend. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei starken, krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, bei Fieber und Schüttelfrost, bei Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin oder hellem Stuhl sowie bei anhaltendem Erbrechen. Diese Zeichen können auf eine Gallenkolik, eine Entzündung der Gallenblase oder einen Verschluss der Gallenwege hindeuten und erfordern rasche medizinische Behandlung.

Gegenanzeigen und Hinweise

Von einer eigenmächtigen „Gallensteinkur" oder „Leberreinigung" ist dringend abzuraten. Galletreibende Pflanzen wie Artischocke, Löwenzahn und Kurkuma dürfen bei Gallensteinen, Gallenwegsverschluss oder Gallenblasenentzündung nicht ohne ärztliche Rücksprache verwendet werden, da sie Koliken auslösen können. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern sowie bei Medikamenteneinnahme sind pflanzliche Mittel nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sinnvoll. Auch hochdosierte Extrakte oder fettlösliche Zubereitungen sollten nicht in Eigenregie über längere Zeit eingenommen werden. Im Zweifel gilt: erst ärztlich abklären, dann über eine begleitende Anwendung entscheiden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Kann man Gallensteine natürlich auflösen?

Für pflanzliche „Gallensteinkuren" gibt es keinen verlässlichen Beleg, und sie können sogar gefährlich sein. Ob und wie Gallensteine behandelt werden, entscheidet die Ärztin oder der Arzt – von Selbstversuchen ist abzuraten.

Warum sind galletreibende Mittel bei Gallensteinen riskant?

Galletreibende Pflanzen regen den Gallenfluss an. Bei vorhandenen Steinen kann dies dazu führen, dass ein Stein in einen Gallengang wandert und ihn verlegt – das kann eine schmerzhafte Kolik oder Entzündung auslösen. Deshalb ist ärztliche Rücksprache zwingend.

Welche Ernährung ist bei Neigung zu Gallensteinen sinnvoll?

Empfohlen werden eine ballaststoffreiche, ausgewogene Kost, hochwertige Fette in Maßen, ausreichend Flüssigkeit und ein gesundes Gewicht. Sehr fettreiche Mahlzeiten und Crash-Diäten sollten gemieden werden. Die Beratung übernimmt am besten Ihr Behandlungsteam.

Wann muss ich sofort zum Arzt?

Bei starken Oberbauchschmerzen, Fieber mit Schüttelfrost, Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin oder hellem Stuhl sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen, da eine Entzündung oder ein Gallengangsverschluss vorliegen kann.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Gallenstein
  2. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Cynarae folium (Artischockenblätter)
  3. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Taraxaci officinalis radix (Löwenzahnwurzel)
  4. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Silybi mariani fructus (Mariendistelfrüchte)
  5. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Herbal monograph: Menthae piperitae folium (Pfefferminzblätter)

Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.


Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

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