Bittersalz (Epsomsalz, Magnesiumsulfat) – Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung

Herkunft und Gewinnung

Bittersalz ist der traditionelle deutsche Name für Magnesiumsulfat-Heptahydrat mit der chemischen Formel MgSO4 · 7 H2O. Im englischen Sprachraum – und inzwischen auch auf vielen deutschsprachigen Verpackungen – heißt dieselbe Substanz Epsomsalz oder Epsom salt. Der Name geht auf die englische Kleinstadt Epsom in der Grafschaft Surrey zurück, südwestlich von London. Dort trat im 17. Jahrhundert eine stark mineralhaltige Quelle zutage, deren auffallend bitter schmeckendes Wasser beim Eindampfen ein weißes, kristallines Salz zurückließ. Genau dieser bittere Geschmack ist auch der Ursprung der deutschen Bezeichnung.

Als natürlich vorkommendes Mineral trägt Magnesiumsulfat-Heptahydrat den Namen Epsomit. Es bildet farblose bis weiße, nadelige oder faserige Kristalle und findet sich in Salzlagerstätten, in Höhlen sowie als Ausblühung an Gesteinen und Bergwerkswänden. Das heute im Handel erhältliche Bittersalz stammt jedoch fast ausnahmslos nicht aus dem Bergbau an solchen Ausblühungen, sondern wird technisch hergestellt – überwiegend aus magnesiumhaltigen Mineralien wie Kieserit oder Dolomit und Schwefelsäure. Das Ergebnis ist ein sehr reines, gleichmäßiges Produkt.

Für den Verbraucher ist eine Unterscheidung wichtig, die auf der Packung steht und gerne überlesen wird: Bittersalz wird in unterschiedlichen Qualitätsstufen angeboten. Ware in technischer Qualität ist als Dünger im Gartenbau (dort meist als „Bittersalz für Pflanzen“) und für gewerbliche Zwecke gedacht und ausdrücklich nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt. Für Bäder und Körperpflege ist Ware in Lebensmittel- oder Arzneibuchqualität vorgesehen; für die innerliche Anwendung kommt ausschließlich Arzneibuchqualität in Betracht, also Magnesiumsulfat nach den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs. Fertigprodukte für den Endverbraucher werden in der EU (vorwiegend in AT und DE) abgefüllt und unterliegen den jeweiligen europäischen Vorschriften für Kosmetika, Lebensmittel beziehungsweise Arzneimittel.

Inhaltsstoffe

Bittersalz ist chemisch außerordentlich einfach aufgebaut – und gerade das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse ansetzen. Es besteht aus:

  • Magnesium (Mg2+) – ein zweiwertiges Kation. Magnesiumsulfat-Heptahydrat enthält rechnerisch rund 9,9 % Magnesium bezogen auf die Gesamtmasse; der Rest entfällt auf Sulfat und Kristallwasser.
  • Sulfat (SO42-) – das Anion der Schwefelsäure, chemisch stabil und im Wasser gut löslich.
  • Kristallwasser – sieben Wassermoleküle pro Formeleinheit, die fest in das Kristallgitter eingebunden sind und mehr als die Hälfte der Masse ausmachen.

Es handelt sich also nicht um ein „Naturprodukt mit vielen Begleitstoffen“, sondern um eine definierte Reinsubstanz. Wer Bittersalz kauft, kauft Magnesiumsulfat – keine Kräuter, keine sekundären Pflanzenstoffe, keine Vitamine. Wo Sie ergänzende Wirkstoffe wünschen, finden Sie diese in Kombinationsprodukten mit ätherischen Ölen oder Pflanzenauszügen, die dem Bad zugesetzt werden.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu unserem Beitrag über Magnesium als Mineralstoff: Dort geht es um Magnesium als Nährstoff, um seinen Beitrag zur Ernährung, um Bedarf und Zufuhr über Lebensmittel. Auf dieser Seite geht es dagegen um das Salz Magnesiumsulfat als Anwendungsform. Beides ist nicht dasselbe, und ein Bad im Bittersalz ist nach heutigem Kenntnisstand keine Form der Magnesiumversorgung – dazu weiter unten mehr.

Traditionelle und moderne Anwendungsgebiete

Bittersalz wird seit Jahrhunderten auf zwei sehr verschiedenen Wegen genutzt: äußerlich im Badewasser und innerlich als salinisches Abführmittel. Diese beiden Anwendungen unterscheiden sich in ihrer Belegbarkeit und in ihrem Risikoprofil so deutlich, dass sie getrennt betrachtet werden müssen.

Badezusatz und Körperpflege

Die mit Abstand häufigste Verwendung im Haushalt ist das Voll- oder Fußbad. Bittersalz löst sich rasch und rückstandsfrei in warmem Wasser, macht das Wasser angenehm weich und hinterlässt auf der Haut keinen fettigen Film. In der Naturheilkunde und in der Sport- und Wellnesspraxis wird ein warmes Bittersalzbad traditionell zur Entspannung nach körperlicher Belastung geschätzt. Ein wesentlicher Teil dieses Effekts geht auf das warme Wasser selbst, die Ruhe und die Wärmewirkung auf die Muskulatur zurück – Faktoren, die in dieser Anwendung nicht vom Salz zu trennen sind. Verwandte Anwendungen beschreiben wir unter Magnesium äußerlich und Totes Meer Salz.

Was zur Aufnahme über die Haut wirklich belegt ist

An dieser Stelle steht der wichtigste Satz dieser Seite, und er widerspricht dem, was in der Werbung häufig zu lesen ist: Die Behauptung, dass Magnesium über die Haut in nennenswertem Umfang aufgenommen wird, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Eine 2017 in der Fachzeitschrift Nutrients erschienene Übersichtsarbeit mit dem programmatischen Titel „Myth or Reality – Transdermal Magnesium?“ hat die verfügbaren Untersuchungen zu diesem Thema systematisch gesichtet. Das Ergebnis ist eindeutig: Die vorhandenen Studien sind klein, methodisch angreifbar, teils nicht in einem Begutachtungsverfahren veröffentlicht, und die tatsächlich aufgenommene Magnesiummenge wurde meist gar nicht oder nur unzureichend quantifiziert. Die Autoren halten fest, dass die Hornschicht der Haut eine wirksame Barriere für geladene Teilchen darstellt und dass sie eine Anwendung von transdermalem Magnesium nicht empfehlen können. Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass es problematisch wäre, wenn Betroffene mit tatsächlichem Magnesiummangel sich auf eine solche Anwendung verlassen, statt auf einen belegten Weg der Zufuhr. Eine ebenfalls 2017 veröffentlichte Pilotstudie in PLoS ONE zu einer magnesiumhaltigen Hautcreme kommt über den Status einer Vorstudie mit sehr kleiner Teilnehmerzahl nicht hinaus und trägt keine belastbare Aussage.

Das bedeutet nicht, dass ein Bittersalzbad nutzlos wäre – als warmes, entspannendes Bad hat es seinen anerkannten Platz. Es bedeutet, dass Sie ein Bad nicht als Ersatz für eine ausreichende Magnesiumzufuhr über die Ernährung betrachten sollten. Wenn es Ihnen um die Versorgung mit Magnesium geht, ist die Aufnahme über den Verdauungstrakt der einzige Weg, der wissenschaftlich abgesichert ist.

Innerliche Anwendung als salinisches Abführmittel

Die zweite überlieferte Anwendung ist die innerliche: Magnesiumsulfat gehört zu den salinischen (osmotisch wirksamen) Abführmitteln. Das Wirkprinzip ist rein physikalisch und gut verstanden. Sulfat wird im Darm nur in geringem Maß aufgenommen. Es verbleibt im Darmlumen, bindet dort osmotisch Wasser, vergrößert dadurch das Volumen des Darminhalts und beschleunigt so die Passage. Diese Anwendung ist in der Fachliteratur – etwa in der frei zugänglichen medizinischen Referenz StatPearls der US-amerikanischen National Library of Medicine – als eine der etablierten Indikationen von Magnesiumsulfat beschrieben, neben seinen rein klinischen Einsatzgebieten in der Notfall- und Geburtsmedizin, die ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Für die Anwendung im Haushalt gilt jedoch eine klare Einschränkung: Ein Abführmittel ist ein Arzneimittel, kein Wellnessprodukt. Es ist für den kurzfristigen Gebrauch gedacht und nicht für die dauerhafte Einnahme. Wer wiederkehrende Verdauungsbeschwerden hat, sollte die Ursache abklären lassen, statt sie regelmäßig zu überdecken. Sanftere und für die längerfristige Begleitung besser geeignete Wege beschreiben wir unter Darmaufbau.

Regulatorische Einordnung in der EU

Für den Nährstoff Magnesium existieren in der Europäischen Union zugelassene gesundheitsbezogene Angaben. Nach der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 darf beispielsweise wörtlich ausgelobt werden:

„Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

Diese Angabe ist jedoch an eine Bedingung geknüpft, die im Verordnungstext ebenfalls wörtlich festgelegt ist: „Die Angabe darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Magnesiumquelle gemäß der im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Angabe [NAME DES VITAMINS/DER VITAMINE] UND/ODER [NAME DES MINERALSTOFFS/DER MINERALSTOFFE]-QUELLE erfüllen.“

Daraus folgt eine Einordnung, die in der Werbung häufig verwischt wird: Dieser Claim gilt für den Magnesiumgehalt eines Lebensmittels, das gegessen oder getrunken wird – er gilt nicht für ein Badesalz. Ein Badezusatz ist kein Lebensmittel, und über das Badewasser gelangt nach dem oben dargestellten Kenntnisstand kein nennenswertes Magnesium in den Körper. Wer ein Bittersalz-Badeprodukt mit Aussagen zur Muskelfunktion oder zur Verringerung von Müdigkeit bewirbt, überträgt einen lebensmittelrechtlichen Claim auf ein Produkt, für das er nicht vorgesehen ist. Eine Auflistung aller zugelassenen und abgelehnten Angaben führt die Europäische Kommission im öffentlichen EU-Register der Health Claims.

Anwendung und Dosierung

  • Vollbad: Üblich sind etwa 200–500 g Bittersalz auf eine gefüllte Badewanne. Wassertemperatur angenehm warm, Badedauer rund 15–20 Minuten. Anschließend abduschen und den Körper warm halten.
  • Fußbad: Etwa 2–3 Esslöffel auf eine Fußbadewanne mit warmem Wasser, Dauer 10–15 Minuten.
  • Peeling: Grobkörniges Bittersalz kann mit etwas Pflanzenöl zu einem einfachen Körperpeeling verrührt werden. Nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden.
  • Innerliche Anwendung: Ausschließlich mit einem dafür zugelassenen Präparat in Arzneibuchqualität und ausschließlich nach der Packungsbeilage beziehungsweise nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheker. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten. Nicht über mehrere Tage hinweg wiederholen.

Bittersalz in Garten- oder Industriequalität ist ausdrücklich nicht für die Anwendung am Menschen geeignet – weder für Bäder noch innerlich.

Geschichte und Hintergrund

Die Geschichte des Bittersalzes beginnt der Überlieferung nach in einer Trockenperiode des frühen 17. Jahrhunderts auf einer Weide bei Epsom. Das Vieh, so wird berichtet, mied das Wasser einer bestimmten Quelle wegen seines bitteren Geschmacks – während sich zeigte, dass dasselbe Wasser eine ausgeprägt abführende Wirkung hatte. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich rasch ein Badeort: Epsom wurde im 17. und 18. Jahrhundert zu einem der ersten und bekanntesten englischen Kurbäder, in denen wohlhabende Gäste das Mineralwasser tranken und darin badeten.

Der wirtschaftliche Erfolg führte dazu, dass das Salz aus dem Quellwasser gewonnen und in ganz Europa gehandelt wurde. Es zählte damit zu den ersten industriell vermarkteten Mineralpräparaten überhaupt. Als die Chemie im 18. und 19. Jahrhundert die Zusammensetzung aufklärte, blieb der Handelsname bestehen – bis heute steht „Epsomsalz“ für Magnesiumsulfat, ganz unabhängig davon, wo es hergestellt wird.

In der mitteleuropäischen Volksheilkunde hat Bittersalz einen ähnlichen Platz eingenommen wie das Heilerde-Präparat oder die klassischen Bäderkuren: ein einfaches, billiges, überall verfügbares Hausmittel, das man kannte und dessen Grenzen man ebenfalls kannte. Die heutige Wiederentdeckung als „Wellness-Badesalz“ hat den Stoff populär gemacht – und ihm zugleich eine Reihe von Zuschreibungen angehängt, die historisch nie zu ihm gehörten.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Für die äußerliche Anwendung als Badezusatz gilt Bittersalz bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als gut verträglich. Vorsicht ist geboten bei offenen Wunden, größeren Hautverletzungen, ausgedehnten Ekzemen sowie bei bekannter Überempfindlichkeit. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Vollbäder generell mit dem behandelnden Arzt abzustimmen, da die Wärmebelastung des Kreislaufs unabhängig vom Badezusatz relevant ist.

Deutlich strenger sind die Grenzen der innerlichen Anwendung. Hier gilt:

  • Nierenerkrankungen und eingeschränkte Nierenfunktion: Absolute Vorsicht. Magnesium wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Ist diese Ausscheidung beeinträchtigt, kann sich Magnesium im Blut anreichern. Innerliche Anwendung ist in diesem Fall nicht geeignet.
  • Darmverschluss (Ileus), unklare akute Bauchschmerzen, Verdacht auf einen entzündlichen Prozess im Bauchraum: Abführmittel dürfen hier nicht angewendet werden. Bei akuten, starken oder ungeklärten Bauchschmerzen gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
  • Herzrhythmusstörungen und Erkrankungen der Reizleitung: Magnesium beeinflusst die neuromuskuläre Erregungsübertragung. Bei bestehenden Rhythmusstörungen ist eine innerliche Anwendung ohne ärztliche Rücksprache nicht angezeigt.
  • Hypermagnesiämie (Magnesiumüberschuss im Blut): Diese ist das zentrale Risiko einer Überdosierung. Sie tritt vor allem dann auf, wenn eine Nierenfunktionsstörung vorliegt oder sehr hohe Mengen zugeführt werden. Beschrieben werden unter anderem Übelkeit, Blutdruckabfall, abgeschwächte Reflexe, Muskelschwäche, Schläfrigkeit und – bei ausgeprägten Verläufen – Beeinträchtigungen von Atmung und Herzrhythmus. Bei entsprechenden Anzeichen ist unverzüglich ärztliche Hilfe erforderlich.
  • Höchstmenge: Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU hat für leicht dissoziierbare Magnesiumsalze – ausdrücklich einschließlich Magnesiumsulfat – aus Nahrungsergänzungsmitteln, Wasser und angereicherten Lebensmitteln eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge (UL) von 250 mg Magnesium pro Tag abgeleitet. Diese Menge bezieht sich ausdrücklich nicht auf das natürlich in Lebensmitteln enthaltene Magnesium. Als niedrigste Dosis, bei der leichte Durchfälle beobachtet wurden, werden rund 360–365 mg Magnesium pro Tag genannt.
  • Wechselwirkungen: Magnesiumsalze können die Aufnahme verschiedener Arzneistoffe vermindern, unter anderem von Tetrazyklin- und Chinolon-Antibiotika sowie von Bisphosphonaten und Eisenpräparaten. Ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei bis drei Stunden ist üblich. Bei entwässernden Mitteln, Herzmedikamenten und Muskelrelaxanzien ist eine ärztliche Abstimmung erforderlich.
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder: Eine innerliche Anwendung in Eigenregie ist nicht angezeigt. Der Einsatz von Magnesiumsulfat in der Geburtshilfe erfolgt ausschließlich intravenös unter engmaschiger klinischer Überwachung und hat mit der Anwendung im Haushalt nichts gemein.
  • Dauergebrauch: Salinische Abführmittel sind nicht für die Dauer- oder Gewohnheitsanwendung bestimmt. Ein längerer unkontrollierter Gebrauch kann den Wasser- und Elektrolythaushalt stören – insbesondere den Haushalt von Kalium – und damit neue Beschwerden erzeugen.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Ist Bittersalz dasselbe wie Epsomsalz?

Ja. „Bittersalz“ und „Epsomsalz“ (englisch Epsom salt) bezeichnen dieselbe Substanz: Magnesiumsulfat-Heptahydrat, MgSO4 · 7 H2O. Der englische Name geht auf die Stadt Epsom in Surrey zurück, wo das Salz im 17. Jahrhundert aus einer bitter schmeckenden Quelle gewonnen wurde. Der deutsche Name bezieht sich unmittelbar auf den bitteren Geschmack. Als natürliches Mineral heißt die Verbindung Epsomit.

Wird Magnesium über die Haut aufgenommen?

Dafür gibt es keinen belastbaren wissenschaftlichen Beleg. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Nutrients (2017) hat die verfügbaren Untersuchungen ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass die Datenlage für eine Empfehlung nicht ausreicht: Die Studien sind klein, methodisch angreifbar und quantifizieren die aufgenommene Menge kaum. Die Hornschicht der Haut wirkt als Barriere für geladene Teilchen. Ein Bittersalzbad ist daher als angenehmes, entspannendes Bad zu betrachten – nicht als Weg der Magnesiumversorgung.

Darf ich Bittersalz einnehmen?

Nur mit einem dafür zugelassenen Präparat in Arzneibuchqualität, streng nach Packungsbeilage und nicht dauerhaft. Bittersalz wirkt innerlich als salinisches Abführmittel. Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, bei Darmverschluss oder unklaren akuten Bauchschmerzen sowie bei Herzrhythmusstörungen. Bittersalz in Garten- oder Industriequalität ist für die Einnahme grundsätzlich nicht geeignet. Bei wiederkehrenden Beschwerden gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.

Gilt der EU-Claim „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“ auch für ein Badesalz?

Nein. Dieser in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassene Wortlaut ist an eine Bedingung gebunden: Er darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Magnesiumquelle nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 erfüllen. Er bezieht sich also auf den Magnesiumgehalt eines Lebensmittels, das aufgenommen wird. Ein Badezusatz ist kein Lebensmittel, und über das Badewasser gelangt nach heutigem Kenntnisstand kein nennenswertes Magnesium in den Körper.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Myth or Reality – Transdermal Magnesium? Nutrients 2017;9(8):813. DOI: 10.3390/nu9080813 | PMC-Volltext
  2. Effect of transdermal magnesium cream on serum and urinary magnesium levels in humans: A pilot study. PLoS ONE 2017;12(4):e0174817. PMC-Volltext
  3. Magnesium Sulfate. StatPearls, NCBI Bookshelf, National Library of Medicine (USA). NBK554553
  4. Scientific Committee on Food / EFSA: Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals (2006) – Kapitel Magnesium, UL 250 mg/Tag für leicht dissoziierbare Magnesiumsalze. EFSA (PDF)
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, konsolidierte deutsche Fassung. EUR-Lex
  6. Europäische Kommission: EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben (Food and Feed Information Portal). EU-Register
  7. Wikipedia: Magnesiumsulfat | Epsom salt (EN)

Christoph Zauner, Drogist und Inhaber Kräutermax

Über den Autor

Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax

Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.