Chlorophyll: Wirkung, Inhaltsstoffe & Anwendung

Beschreibung

Chlorophyll ist das grüne Farbpigment der Pflanzen und Algen, das für die Photosynthese unerlässlich ist. Es absorbiert Lichtenergie und nutzt diese zur Umwandlung von CO₂ und Wasser in Zucker. Strukturell ähnelt Chlorophyll dem menschlichen Hämoglobin – anstelle eines Eisenatoms im Zentrum enthält Chlorophyll Magnesium. Es gibt verschiedene Formen: Chlorophyll a und b sind die häufigsten in Landpflanzen; in Algen kommen zusätzlich Chlorophyll c und d vor. Als Nahrungsergänzungsmittel wird meist Chlorophyllin (wassererlösliche, semi-synthetische Form) verwendet.

Inhaltsstoffe und Eigenschaften

  • Chlorophyll a: Blaugrün, absorbiert Rot- und Violettlicht
  • Chlorophyll b: Gelbgrün, absorbiert Blau- und Orangelicht
  • Chlorophyllin: Wassererlösliche, natrium-kupfer-Chlorophyllin-Variante für Nahrungsergänzungsmittel
  • Magnesium: Zentralatom im Chlorophyllmolekul
  • Reiche natürliche Quellen: Spinat, Grüenk Grünkohl, Petersilie, Weizengras, Spirulina, Chlorella

Volksmedizinische Anwendungsgebiete

  • Körpergeruch und Atem: Chlorophyll volksmedizinisch als Desodoran-Mittel von innen eingesetzt; in Studien (Winternitz, 1950er) auf Geruchskontrolle untersucht. Chlorophyllin als Ergänzung bei Körpergeruch überliefert.
  • Entgiftung: Volksmedizinisch als Entgiftungs- und Reinigungsmittel überliefert. In Studien auf Bindung von Aflatoxinen und anderen Mutagenen untersucht.
  • Verdauung: Grüne Pflanzen mit hohem Chlorophyllgehalt volksmedizinisch als verdauungsunterstützend bekannt.
  • Eisenmangelanämie: Strukturelle Ähnlichkeit zum Hämoglobin lässt volksmedizinische Anwendung erklären; wissenschaftlich nicht belegt als Eisenersatz.

Anwendung und Dosierung

  • Chlorophyll-Tropfen (Chlorophyllin): 100 mg täglich in Wasser; gibt Wasser eine grüne Färbung
  • Grüner Smoothie: Spinat, Grünkohl, Petersilie, Weizengras als natürliche Chlorophyllquellen
  • Weizengras-Saft oder Spirulina: Hoch konzentrierte Chlorophyllquellen als Pulver oder Tabletten

Geschichte und Überlieferungen

Chlorophyll wurde 1817 von den französischen Chemikern Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou aus Pflanzen isoliert. Die Strukturaufklärung erfolgte 1913 durch Richard Willstätter (Nobelpreis 1915). Medicinische Anwendungen von Chlorophyllin wurden in den 1940er–60er Jahren intensiv untersucht.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

  • Generell sehr gut verträglich; kann Stuhlfärbung grün verursachen (normal!)
  • Kupfer-Chlorophyllin: Enthalt Kupfer – bei Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) meiden

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Chlorophyll und Chlorophyllin?

Chlorophyll ist das natürliche Pflanzenpigment (fettlöslich). Chlorophyllin ist eine semi-synthetische, wassererlösliche Form, bei der das Magnesium durch Kupfer ersetzt wurde. Chlorophyllin ist stabiler und wird in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Stimmt es, dass Chlorophyll dem Blut ähnelt?

Chlorophyll und Hämoglobin haben ähnliche Ringstrukturen (Porphyrinringe). Der Unterschied: Im Zentrum des Chlorophylls befindet sich Magnesium, im Hämoglobin Eisen. Chlorophyll kann Eisen im Blut nicht direkt ersetzen.

Quellenangaben

Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.