Johanniskrautöl: Wirkung auf der Haut, Inhaltsstoffe & Anwendung

Auf einen Blick: Johanniskrautöl (Rotöl) ist ein roter Ölauszug aus den Blüten des Echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum) und wird äußerlich angewendet. Die EMA erkennt Ölauszüge traditionell zur Linderung leichter Hautentzündungen wie Sonnenbrand und zur Unterstützung der Heilung kleiner Wunden an.
| Pflanze | Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum L.), Johanniskrautgewächse |
|---|---|
| Herstellung | Blüten und Knospen werden mehrere Wochen in Pflanzenöl wie Oliven- oder Sonnenblumenöl eingelegt |
| Wichtige Inhaltsstoffe | Hypericin und Pseudohypericin (rote Farbstoffe), Hyperforin, Flavonoide, Gerbstoffe |
| Anwendungsform | Äußerlich, dünn aufgetragen oder sanft einmassiert |
| Traditionell anerkannt (EMA) | Leichte Hautentzündungen wie Sonnenbrand, kleine oberflächliche Wunden |
| Volksmedizinisch | Prellungen, Verspannungen, Muskel- und Nervenschmerzen, Pflege geschlossener Narben |
| Vorsicht | Hypericin macht die Haut lichtempfindlich; nicht auf tiefe, nässende oder infizierte Wunden |
Botanik und Beschreibung
Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae). Es ist eine ausdauernde, 30 bis 80 Zentimeter hohe Pflanze mit aufrechtem, im oberen Teil verzweigtem Stängel. Typisch sind zwei feine Längsleisten am Stängel und die gegenständigen, kleinen, länglichen Blätter. Hält man ein Blatt gegen das Licht, erscheinen zahlreiche helle Punkte – durchscheinende Öldrüsen, die dem Echten Johanniskraut den Namen „perforatum“, also „durchlöchert“, gegeben haben.
Von Juni bis August trägt die Pflanze leuchtend gelbe, fünfzählige Blüten mit zahlreichen Staubblättern. Am Rand der Kronblätter sitzen schwarze Drüsenpunkte, die den roten Farbstoff Hypericin enthalten: Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, färben sich diese rot. Johanniskraut wächst in ganz Europa an sonnigen Wegrändern, auf Magerwiesen, Böschungen und an Waldrändern.
Für die äußerliche Anwendung wird vor allem das Johanniskrautöl verwendet, wegen seiner Farbe auch Rotöl genannt. Diese Seite behandelt die Anwendung auf der Haut. Die innerliche Anwendung bei gedrückter Stimmung und depressiven Verstimmungen mit ihren wichtigen Wechselwirkungen ist ausführlich unter Johanniskraut: Wirkung und Nebenwirkungen beschrieben.
Wie wird Johanniskrautöl hergestellt?
Für Rotöl werden frisch gepflückte Blüten und Blütenknospen, oft zusammen mit den oberen Krautspitzen, in ein Pflanzenöl wie Oliven- oder Sonnenblumenöl eingelegt. Das Glas steht mehrere Wochen an einem warmen, hellen Ort, bis sich das Öl tiefrot gefärbt hat; danach wird es abgeseiht und dunkel aufbewahrt. Die Zusammensetzung solcher Öle schwankt stark je nach Pflanzenmaterial, Herstellungsweise und Lagerung.
Inhaltsstoffe
- Hypericin und Pseudohypericin (Naphthodianthrone): rote Farbstoffe aus den schwarzen Drüsen der Blüten. Hypericin macht die Haut lichtempfindlich.
- Hyperforin (ein Phloroglucin-Derivat): wirkt im Labor entzündungshemmend und antibakteriell und regt Wachstum und Ausreifung von Hautzellen an. Es ist licht- und sauerstoffempfindlich und in Ölauszügen nur begrenzt haltbar.
- Flavonoide wie Hyperosid, Quercitrin und Rutin.
- Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken.
- Ätherisches Öl in geringer Menge.
Welche dieser Stoffe in einem Johanniskrautöl tatsächlich enthalten sind, hängt stark von der Herstellung ab. Fachliteratur betont, dass sich Zubereitungen in ihrer Zusammensetzung und Stabilität deutlich unterscheiden.
Heilwirkung
Anwendungsbereiche und gesundheitliche Vorteile:
- Kleine Wunden: Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel von der EMA anerkannt zur Unterstützung der Heilung kleiner, oberflächlicher Wunden.
- Leichte Hautentzündungen und Sonnenbrand: Ebenfalls von der EMA als traditionelle Anwendung anerkannt, zur Linderung leichter Hautentzündungen wie Sonnenbrand.
- Prellungen und Muskelschmerzen: Volksmedizinisch zum Einreiben bei Prellungen, Verspannungen und Muskelschmerzen.
- Nervenschmerzen: Traditionell sanft einmassiert bei Nerven- und Rückenschmerzen; wissenschaftlich kaum untersucht.
- Ekzeme: In einer kleinen Studie besserte eine Creme mit Johanniskrautextrakt eine leichte bis mittelschwere Neurodermitis.
- Narbenpflege: Traditionell zur Pflege bereits geschlossener Narben verwendet; Belege sind begrenzt.
Johanniskrautöl und Wundheilung
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat in ihrer Monographie zu Johanniskraut mehrere äußerliche Zubereitungen, darunter Ölauszüge, als traditionelle pflanzliche Arzneimittel zur Linderung leichter Hautentzündungen und als Hilfe bei der Heilung kleiner Wunden eingestuft. „Traditionell“ bedeutet: Die Anwendung ist über lange Zeit belegt und plausibel, aber nicht durch ausreichende klinische Studien nachgewiesen. Laborversuche und Tierstudien zeigen entzündungshemmende, antibakterielle und die Wundheilung fördernde Eigenschaften, klinische Studien am Menschen sind jedoch selten. Die entzündungshemmende Wirkung wird vor allem dem Hyperforin zugeschrieben.
Johanniskrautöl auf offene Wunden?
Die von der EMA beschriebene Anwendung betrifft kleine, oberflächliche Wunden wie Schürfwunden. Frische, tiefe, stark blutende, verschmutzte oder nässende Wunden gehören nicht mit Öl behandelt, sondern sauber gereinigt und steril abgedeckt; Öl kann das Abheilen solcher Wunden behindern. Zeigen sich Zeichen einer Infektion – Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter, zunehmende Schmerzen –, ist ärztliche Hilfe nötig. Das gilt ausdrücklich auch für einen Abszess: Eitrige Entzündungen sind kein Fall für Johanniskrautöl.
Bei Verbrennungen und Sonnenbrand
Bei einer leichten Verbrennung ersten Grades, etwa einer kleinen Rötung ohne Blasen, wird die Stelle zuerst mit handwarmem, fließendem Wasser gekühlt. Erst danach, wenn die Haut nicht mehr heiß ist, kann Johanniskrautöl dünn zur Pflege aufgetragen werden. Fett oder Öl auf eine frische, noch heiße Verbrennung zu geben, ist ungünstig. Bei Sonnenbrand nennt die EMA leichte Hautentzündungen als traditionelle Anwendung. Wichtig: Johanniskrautöl macht die Haut lichtempfindlicher – behandelte Stellen dürfen nicht erneut intensiver Sonne oder UV-Strahlung ausgesetzt werden. Blasen, großflächige, tiefere oder Verbrennungen bei Kindern gehören in ärztliche Hände.
Muskel- und Nervenschmerzen
In der Volksmedizin wird Rotöl bei Muskel- und Gelenkschmerzen, bei Muskelverspannungen, bei einem Hexenschuss und bei Prellungen sanft einmassiert. Auch bei Nervenschmerzen ist diese Anwendung überliefert. Die wohltuende Wirkung beruht zu einem guten Teil auf der Massage und der Wärme. Wissenschaftliche Belege für eine schmerzlindernde Wirkung des Öls gibt es kaum. Anhaltende, starke oder einschießende Nervenschmerzen, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen müssen ärztlich abgeklärt werden.
Ekzeme, Psoriasis und Juckreiz
Eine randomisierte, placebokontrollierte Halbseitenstudie von Schempp und Kollegen (2003) mit 21 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis zeigte, dass eine Creme mit Johanniskrautextrakt (standardisiert auf 1,5 Prozent Hyperforin) die Ekzeme über vier Wochen stärker besserte als die wirkstofffreie Grundlage. Die Studie war klein; ein Vergleich mit üblichen Therapien steht aus. Geprüft wurde zudem eine spezielle Creme, nicht Johanniskrautöl. Zur Psoriasis gibt es nur vereinzelte Untersuchungen. Gegen Juckreiz kann Johanniskrautöl als rückfettende Pflege angenehm sein; bei entzündlichen Hauterkrankungen sollte die Behandlung mit dem Hautarzt abgestimmt werden.
Narbenpflege
Zur Narbenbehandlung wird Johanniskrautöl traditionell auf bereits vollständig verschlossene Narben einmassiert. Die Massage hält das Narbengewebe geschmeidig. Dass das Öl Narben nachweislich unauffälliger macht, ist nicht ausreichend belegt. Narben sind über Monate besonders lichtempfindlich; in Verbindung mit Johanniskrautöl ist Sonnenschutz daher doppelt wichtig.
Anwendung und Dosierung
- Johanniskrautöl: unverdünnt dünn auf die betroffene, intakte bzw. nur oberflächlich verletzte Hautstelle auftragen, ein- bis mehrmals täglich, bei Bedarf sanft einmassieren.
- Umschlag mit Tee: Für Waschungen oder Umschläge nennt die EMA 2 Gramm zerkleinertes Kraut auf 150 Milliliter Wasser, mehrmals täglich.
- Salben, Cremes und Tinkturen: nach Packungsbeilage.
- Dauer: Bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage oder verschlechtern sie sich, ärztlichen Rat einholen.
- Lichtschutz: Behandelte Hautstellen während der Anwendung nicht intensiver Sonne, dem Solarium oder anderer UV-Strahlung aussetzen.
- Kinder: Nach der EMA-Monographie wird die äußerliche Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren mangels Daten nicht empfohlen.
- Wäsche: Rotöl färbt Textilien rot; alte Kleidung oder Tücher verwenden.
- Haltbarkeit: dunkel, kühl und gut verschlossen lagern; ranzig riechendes Öl nicht mehr verwenden.
Geschichte und Überlieferungen
Johanniskraut zählt zu den traditionsreichsten Heilpflanzen Europas. Bereits antike Ärzte wie Dioskurides beschrieben Hypericon als Mittel bei Wunden und Verbrennungen. In der Volksmedizin galt Rotöl als klassisches Wund- und Brandöl, das in vielen Haushalten selbst angesetzt wurde.
Der Name „Johanniskraut“ leitet sich von der Blütezeit ab, die um den Johannistag am 24. Juni beginnt. Der rote Saft der zerriebenen Blüten wurde im Volksglauben mit dem Blut Johannes des Täufers in Verbindung gebracht. Zur Sommersonnenwende gehörte die Pflanze zum Brauchtum; sie wurde in Kräuterbüscheln gebunden und galt als schützendes Kraut gegen Unheil – daher alte Volksnamen wie „Teufelsflucht“. Erst im 20. Jahrhundert verlagerte sich das Interesse der Forschung stark auf die innerliche Anwendung bei depressiven Verstimmungen; die äußerliche Tradition ist dabei lebendig geblieben.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
- Lichtempfindlichkeit: Hypericin kann die Haut lichtempfindlich machen. Nach dem Auftragen behandelte Stellen nicht intensiver Sonne oder UV-Strahlung aussetzen; besonders vorsichtig sind hellhäutige Menschen.
- Wunden: Nicht auf tiefe, stark verschmutzte, nässende oder infizierte Wunden und nicht auf Verbrennungen mit Blasen auftragen. Bei Anzeichen einer Hautinfektion ärztlichen Rat einholen.
- Allergien: Selten sind Hautreaktionen möglich, auch gegen das verwendete Trägeröl. Vor der ersten großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle testen.
- Kinder: Bei Kindern unter zwölf Jahren wird die äußerliche Anwendung nicht empfohlen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Es fehlen ausreichende Daten; eine Anwendung sollte vorher ärztlich besprochen werden.
- Innere Anwendung: Johanniskrautöl aus der Drogerie ist als Hautöl gedacht. Innerlich eingenommene Johanniskrautpräparate sind Arzneimittel mit bedeutenden Wechselwirkungen, unter anderem mit hormoneller Verhütung, Gerinnungshemmern, Immunsuppressiva, bestimmten HIV- und Krebsmedikamenten sowie Antidepressiva. Sie sollten nur nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung eingenommen werden.
- Wechselwirkungen bei äußerlicher Anwendung: Über die Haut gelangen weit geringere Mengen in den Körper als bei der Einnahme. Wer jedoch wichtige Dauermedikamente einnimmt, bespricht auch eine großflächige oder längere äußerliche Anwendung am besten in der Apotheke oder ärztlich.
Regulatorische Einordnung in der EU
Die EMA führt für Johanniskraut eine Monographie mit zwei Bereichen: Bestimmte Trockenextrakte gelten zur Behandlung leichter bis mittelschwerer depressiver Episoden als arzneilich gut belegt („well-established use“). Daneben sind traditionelle Anwendungen anerkannt, darunter äußerliche Zubereitungen wie Ölauszüge und Tinkturen zur Linderung leichter Hautentzündungen, etwa bei Sonnenbrand, und zur Unterstützung der Heilung kleiner Wunden. Johanniskrautöle im Handel können je nach Aufmachung als Arzneimittel oder als Kosmetikum angeboten werden; nur bei Arzneimitteln wird die Anwendung bei Beschwerden ausgelobt.
Häufige Fragen und Antworten
-
Wie wird Johanniskrautöl hergestellt?
Frische Johanniskrautblüten und -knospen, oft mit den oberen Krautspitzen, werden in ein Pflanzenöl wie Oliven- oder Sonnenblumenöl eingelegt. Nach mehreren Wochen an einem warmen, hellen Ort hat sich das Öl tiefrot gefärbt und wird abgeseiht. Danach dunkel und kühl aufbewahren. -
Wie lange dauert es, bis Johanniskrautöl seine Wirkung zeigt?
Die Wirkung von Johanniskrautöl kann je nach Anwendungsgrund variieren. Bei Hautproblemen kann eine regelmäßige Anwendung über mehrere Tage oder Wochen erforderlich sein. -
Kann Johanniskrautöl innerlich eingenommen werden?
Johanniskrautöl aus der Drogerie ist als Hautöl für die äußerliche Anwendung gedacht. Innerlich eingenommene Johanniskrautpräparate sind Arzneimittel mit bedeutenden Wechselwirkungen und sollten nur nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung verwendet werden. -
Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
Eingenommenes Johanniskraut beeinflusst den Abbau vieler Arzneimittel, etwa hormoneller Verhütungsmittel, Gerinnungshemmer und Immunsuppressiva. Bei äußerlicher Anwendung gelangen weit geringere Mengen in den Körper. Wer wichtige Dauermedikamente einnimmt, bespricht auch eine großflächige oder längere Anwendung des Öls in der Apotheke oder ärztlich. -
Hilft Johanniskrautöl bei Abszessen?
Nein, bei einem Abszess ist Johanniskrautöl nicht das richtige Mittel, denn eitrige Entzündungen brauchen ärztliche Behandlung. Rotöl wird traditionell zur Pflege von Narben, bei Prellungen und kleinen, bereits verschlossenen Hautverletzungen eingesetzt. Nach dem Auftragen starke Sonne meiden. -
Hilft Johanniskrautöl bei Nervenschmerzen?
Johanniskrautöl wird traditionell bei Nerven- und Muskelschmerzen, etwa bei Hexenschuss oder Verspannungen, sanft einmassiert. Die Erfahrungswerte sind gut, wissenschaftliche Belege gibt es kaum. Anhaltende oder starke Nervenschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden. -
Darf Johanniskrautöl auf offene Wunden?
Auf frische, offene, nässende oder entzündete Wunden gehört kein Johanniskrautöl, sie brauchen eine saubere, möglichst sterile Versorgung. Traditionell wird es bei kleinen, oberflächlichen Verletzungen und zur Pflege bereits geschlossener Wunden und Narben eingesetzt. -
Hilft Johanniskrautöl bei Verbrennungen?
Bei leichten Verbrennungen ersten Grades, etwa einer kleinen Rötung, wird Johanniskrautöl traditionell nach dem Kühlen zur Pflege aufgetragen. Bei Blasen, großflächigen oder tieferen Verbrennungen ist ärztliche Hilfe nötig. Da das Öl lichtempfindlich macht, behandelte Stellen nicht der Sonne aussetzen. -
Wofür ist Johanniskrautöl gut?
Äußerlich wird Johanniskrautöl traditionell bei leichten Hautentzündungen wie Sonnenbrand und zur Unterstützung der Heilung kleiner, oberflächlicher Wunden angewendet (EMA, traditionelle Anwendung). Volksmedizinisch wird es bei Prellungen, Verspannungen und Muskelschmerzen eingerieben und zur Pflege geschlossener Narben genutzt. -
Kann man Johanniskrautöl bei einer Verbrennung verwenden?
Bei einer leichten Verbrennung ersten Grades ohne Blasen wird die Stelle zuerst mit handwarmem, fließendem Wasser gekühlt. Erst wenn die Haut nicht mehr heiß ist, kann Johanniskrautöl dünn zur Pflege aufgetragen werden. Auf eine frische, noch heiße Verbrennung gehört kein Öl, und auf Verbrennungen mit Blasen darf es nicht aufgetragen werden. -
Hilft Johanniskrautöl bei Narben?
Johanniskrautöl wird traditionell zur Pflege bereits geschlossener Narben verwendet, die Belege dafür sind begrenzt. Auf frische oder nicht verschlossene Wunden gehört es nicht. Nach dem Auftragen sollte die Stelle keiner intensiven Sonne oder UV-Strahlung ausgesetzt werden. -
Hilft Johanniskrautöl bei Entzündungen?
Die EMA erkennt Ölauszüge traditionell zur Linderung leichter Hautentzündungen an, etwa bei Sonnenbrand. Eitrige Entzündungen wie ein Abszess brauchen dagegen ärztliche Behandlung. Zeigen sich Zeichen einer Infektion wie zunehmende Rötung oder Schwellung, ist ärztlicher Rat einzuholen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kholghi G et al. (2022): St. John's wort (Hypericum perforatum) and depression: what happens to the neurotransmitter systems?. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol 395(6):629-642. → PubMed PMID 35294606
- Wikipedia: Johanniskraut
- Wikipedia (EN): St John's wort (EN)
- EMA/HMPC: Hyperici herba (St John's wort) - herbal medicinal product
- PMC: Topical Hypericum perforatum Improves Tissue Regeneration in Full-Thickness Excisional Wounds (2015)
- PMC: Chemical and Antibacterial Evaluation of St. John's Wort Oil Macerates (2017)
- European Medicines Agency (EMA/HMPC): European Union herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba (Revision 1, EMA/HMPC/7695/2021)
- Schempp CM et al. (2003): Topical treatment of atopic dermatitis with St. John's wort cream – a randomized, placebo controlled, double blind half-side comparison. Phytomedicine
- Wölfle U, Seelinger G, Schempp CM (2014): Topical application of St. John's wort (Hypericum perforatum). Planta Med
Die oben genannten Informationen sind allgemein gehalten und ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

Über den Autor
Christoph Zauner – Drogist & Inhaber Kräutermax
Dieser Beitrag wurde fachlich von Christoph Zauner, Drogist und Inhaber der Drogerie Kräutermax in Ried im Innkreis, erstellt bzw. geprüft. Kräutermax verbindet seit 1890 traditionelles Kräuterwissen mit moderner Fachberatung und sorgfältiger Produktauswahl. Ziel unserer Lexikonbeiträge ist es, verständliche Informationen zu Pflanzen, Inhaltsstoffen und traditionellen Anwendungen bereitzustellen – sachlich, verantwortungsvoll und ohne übertriebene Versprechen.
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